»Nun startet sie, die groà e Ingeborg-Bachmann-Gesamtausgabe: eine Schatztruhe für Bachmann-Süchtige.« Deutschlandfunk KulturDie Hauptfigur: Fanny Goldmann. Ihr Mann Harry Goldmann, österreichischer Jude, kehrt 1945 aus dem Exil nach Wien zurück. Doch die Heimkehr ist zum Scheitern verurteilt: Dieses à sterreich ist nicht mehr wiederzuerkennen. Schonungslos brechen soziale Gewalt und die moralischen Verbrechen innerhalb der Gesellschaft über Fanny und Harry herein.Voll trauriger Komik und analytischer Schà rfe portrà tiert Ingeborg Bachmann in diesem herausragenden Roman ein jüdisches Paar im Wien der Nachkriegszeit.Das Buch Goldmann, der Titel des hier neu editierten Romans von Ingeborg Bachmann, taucht zum ersten Mal in einem Reisebericht des Verlegers und Freunds Siegfried Unseld aus Rom auf. Dieses Vorhaben hat sie von 1964 bis über den Roman Malina (1971) hinaus beschà ftigt. Durch den Unfalltod der Schriftstellerin im Otober 1973 ist es Fragment geblieben.Die Darstellung im Buch Goldmann wird geprà gt von einer à sterreich-Sehsnucht, deren Intensità t sich aus der Zeit nach dem Krieg und nach der Shoah erklà rt, aus der Zeit »nach 1945«, der dem Schreiben Ingeborg Bachmanns zugrunde liegenden Zeitrechnung. Ingeborg Bachmann schreibt auf diese Weise dem Zeitroman eine kritische Dimension ein, es sind die Fragmente einer Prosa, die Gerechtigkeit herstellen will, die gelà ufigen geschichtlichen Verstehensmuster nicht übernimmt und die in der Beziehung von Fanny und Harry Goldmann paradigmatisch die Geschichte einer gescheiterten Rückkehr nach à sterreich zeichnet.