Gute Poesie
Literatur, Kultur und Herrschaft in Dessau-Worlitz um 1800
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Poesie, Kultur und Herrschaft: Eine Geschichte des literarischen Lebens in Dessau-Worlitz um 1800. Das Dessau-Worlitzer Gartenreich war nicht allein ein kunstlerisches, sondern auch ein literarisches Ereignis. 1774 grundete sich in Dessau die Reformschule Philanthropinum, die Zentralagentur einer neuen Kinder- und Jugendliteratur. Von 1781 an arbeitete die Buchhandlung der Gelehrten am Ort, das erste gro e Selbstverlagsunternehmen der Zeit. Winckelmann und Gellert, Basedow und Lavater, Goethe und Wieland beforderten das Kulturwerk des Fursten Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, der sich seit seinem Regierungsantritt 1758 in einem als aufgeklart gepriesenen Umfeld bewegte. In Buchern suchte er Anregungen fur eine mustergultige Herrschaft. Unter dem Begriff der Guten Poesie, einer dienstbaren, auf au ere gesellschaftlich-kulturelle Zwecke zielenden Literatur, legt Christian Eger eine Geschichte des literarischen Lebens in Dessau-Worlitz um 1800 vor, die den Zusammenhang von Poesie, Kultur und Herrschaft erklart. Erstmals werden die Lekturen des Fursten und der Furstin Louise von Anhalt-Dessau erfasst, deren zahlreiche Kontakte mit Schriftstellern rekonstruiert. Dokumentiert werden Autoren und Werke, literarische und kulturelle Institutionen sowie die gesellschaftlichen Effekte des furstlichen Kultureinsatzes, der versuchte, Poesie, das Gemachte, in Politik, das zu Machende, zu ubersetzen.