Hannover, 1714. Gottfried Wilhelm Leibniz hadert mit der Order seines Landesherrn, des Konigs von England, das Reisen zu unterlassen und ein ungeliebtes Auftragswerk endlich fertigzustellen. Eigentlich hatte der umtriebige Gelehrte gehofft, an einen der groen europaischen Hofe berufen zu werden, doch seine wichtigsten Unterstutzerinnen, Kurfurstin Sophie und Konigin Sophie Charlotte, leben bereits nicht mehr. So ist er zuruckgeworfen auf seine nachlassenden Korperkrafte und die verrinnende Zeit, die ihm fur seine zahlreichen Vorhaben noch bleibt. Auch die Rechenmaschine, deren Planung ihn zeitlebens begleitet hat, will einfach nicht fertig werden. Als Zar Peter der Groe seinen Besuch ankundigt, wittert Leibniz die Chance, doch noch Berater eines Fursten zu werden ... Gottfried Wilhelm Leibniz war einer der gro ten Universalgelehrten, er erfand u.a. die Infinitesimalrechnung und das binare System, aber auch praktische Vorrichtungen, um den Alltag bequemer zu machen. Gott und die Vernunft galten ihm nicht als Gegensatze, und auch Geist und Korper bedingen einander aus den kleinsten unteilbaren Einheiten, den Monaden, erwachst das Materielle. Er war zeitlebens unverheiratet und hofischen Vergnu gungen abgeneigt, su em Konfekt und Kaffee aber durchaus zugetan. Zu einem der wichtigsten Wegbereiter der Aufklarung geworden und dennoch abhangig von der Gunst der Fu rstenhauser, lehnt sich der alternde Gelehrte auf gegen die Angst vor der eigenen Vergeblichkeit.