Andreas Chiquet – författare
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PDF, Tyska, 2022271 kr
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Zwei Höhepunkte treten aus Alfredo Paulettos Schaffen hervor – ein erster nach seinem Japanaufenthalt im Jahr 1959, ein zweiter nach dem 1984 erlittenen Hirnschlag: Das Entsetzen vor dem drohenden Tod steht den Schreckköpfen ins Gesicht geschrieben. Es gelingt dem Maler, die Panik in eine eindrückliche Werkgruppe zu bannen und sich davon zumindest ein Stück weit zu befreien. Nach der ultimativen Werkreihe reinigt er sein Malergeschirr und entsorgt die ungenutzten Malgründe. Entstand diese Folge angesichts des drohenden Nichts, so sind die Kalligraphien der zweiten Bildstrecke freie Improvisationen aus dem Nichts, Poiesis in reinster Form.Der griechische Begriff steht für produktives Machen – gemäss Platon bezeichnet er das aus dem Nichtsein ins Sein Treten. Im Schaffen Paulettos steht das Glück des Gelingens unruhigem Suchen und Scheitern gegenüber, was auch die mit Tagebucheinträgen versetzte Biographie dokumentiert.
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PDF, Tyska, 2023344 kr
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Tilly Keisers beste Bilder entstanden aus dem Savoir par Cœur, aus dem visuell Memorierten und der Gewissheit bedeutender Erlebnisse. Ob in nachträglich gemalten Reisebildern oder in den Porträts ihres in den USA lebenden Sohnes und des sterbenden bzw. toten Lebensfreundes Max Kämpf – ihre schöpferischen Wurzeln schlug Tilly Keiser (1921–2001) in der malerischen Belebung ihrer Erinnerungen. Im Kunstbetrieb blieb sie zwar unerkannt und schier inexistent, doch hinterliess sie ein Werk von rund 200 Gemälden und wenigen Zeichnungen. Nach Jahrzehnten der Vergessenheit tauchte ihr Nachlass 2021 aus dem Dunkel eines Liestaler Lagers auf. Keisers Sohn Raymond Chobaz nennt seine Mutter eine trotzige Träumerin; die Schriftstellerin Friederike Kretzen bezeichnet sie als Malerin der Unzertrennlichkeit. Wenn Keiser ein Werk verschenkte oder ausnahmsweise verkaufen konnte, so malte sie es nochmals – ihre Bilder waren eine Selbstvergewisserung, die keines weiteren Publikums bedurfte. Der Blick auf ihre Biographie widerlegt allerdings eine voreilige Charakterisierung Tilly Keisers als introvertiertes Opfer. Sie arbeitete im Abseits und nur nach Massgabe innerer Dringlichkeit – der Qualität ihres Werks war dies vermutlich zuträglicher als die grosse Bühne.
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PDF, Tyska, 2024344 kr
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Von seinem Künstlervater Gustav Stettler schon als Kind gefördert und von diesem in seinen Jugendjahren geprägt, findet Peter Stettler bereits früh zu seinen wichtigsten künstlerischen Themen, denen er zeitlebens treu bleibt – Personendarstellungen, Stillleben und allen voran Aussenräume und Interieurs. In der eigenwilligen Verschränkung der beiden letzteren Gattungen entwickelt Peter Stettler völlig eigenständige Bildkonzepte, mit denen er gegenüber der Kunst seiner Zeit eine unverwechselbare Position markiert. Ohne den Sprung in die Gegenstandslosigkeit zu suchen oder einen forciert eigenwilligen Stil zu bemühen, verabschiedet sich der Künstler unaufgeregt von einer konventionellenRaum- und Bildauffassung und erschliesst sich ein eigenes Bilduniversum, dessen Grenzen er gewandt und konsequent auslotet.Stettlers Extérieurs sind vom Menschen gestaltete, aber bereits wieder entvölkerte unspektakuläreSiedlungs- und Industrieräume, in denen die Personen als kleine, gesichtslose Staffagefiguren vorbeihuschen. Auch in Innenräumen ist der Mensch nicht zu Hause, sondern bleibt ein distanzierter Zuschauer der ihn umgebenden Szenerie. Konsequenterweise wird auch das Intérieur nie zum Wohlfühlort, sondern wirkt als fremder Aussenraum der darin verlorenen Figuren.