Arvid Schors – författare
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Henry Kissinger (1923-2023) zahlt zu den einflussreichsten Auenpolitikern des 20. Jahrhunderts. Er pragte die US-Spitzendiplomatie von 1969 bis 1977 als Nationaler Sicherheitsberater und Auenminister. Zeitlebens eine polarisierende Personlichkeit, bleibt er uber seinen Tod hinaus in auenpolitischen Fragen eine Referenzgroe. Als Professor und profilierter Autor zur internationalen Politik umgibt ihn die Aura des profunden Denkers. Dieser Band nimmt Kissinger als historische Figur in den Blick, um den vielfaltigen Dimensionen von Ordnungsmacht"e; und Deutungshoheit"e; in seinem Leben und Wirken nachzuspuren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf seiner Beziehung zu Europa und Deutschland - sein Geburtsland, aus dem er 1938 fliehen musste. Mit Beitragen von Martin Deuerlein | Anna Karla | Barbara Keys | Holger Klitzing | Klaus Larres | Constantin M. Marz | Arvid Schors | Christopher Seiberlich | Daniel Stahl
Del 189 - Staatsverständnisse
Henry Kissinger
Häftad, Tyska, 2025
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Erstmals werden die atomaren Rüstungskontrollverhandlungen des Kalten Krieges als Verständigungsprozess zwischen den Supermächten analysiert.1969 begannen mit den Strategic Arms Limitation Talks (SALT) zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR die ersten Verhandlungen über die Kontrolle der atomaren Vernichtungswaffen. Ihre vertraglich fixierten Ergebnisse wurden von Zeitgenossen als unzureichend und enttäuschend bezeichnet. Arvid Schors zeigt jedoch erstmals, dass nicht die formellen Ergebnisse, sondern die Verhandlungen selbst das Entscheidende waren. Zuvor galt weitgehend als ausgeschlossen, dass Verhandlungen über die ideologischen Barrieren des Kalten Kriegs hinweg über die Begrenzung der zerstörungsmächtigsten Waffensysteme der Geschichte überhaupt möglich waren. Der Autor analysiert, wie die Experten, Diplomaten und Spitzenpolitiker der Supermächte nach vielen Blockaden allmählich zueinander Vertrauen fassten und die Position der Gegenseite zu verstehen lernten. Er zeigt, wie sich Koalitionen, ja Freundschaften über die Lager hinweg herausbildeten und die Delegationen in Konflikte mit ihren eigenen Regierungen und Militärs gerieten. Zwar konnte auch auf diese Weise nicht sichergestellt werden, dass eine atomare Konfrontation ausbleiben würde. Aber sie wurde doch weniger wahrscheinlich.