Bernd Manuwald – författare
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Der König Ödipus des Sophokles gehört zu den berühmtesten Tragödien der Antike. In der europäischen und auch außereuropäischen Literatur lässt sich eine vielfältige Wirkungsgeschichte nachweisen. Für Aristoteles galt das Drama geradezu als Mustertragödie, und bis in die Gegenwart ist es für die Tragödientheorie von Bedeutung. Gleichzeitig wird bis heute sowohl über das Verständnis des Dramas als auch über die Textgestaltung höchst kontrovers diskutiert.
Der König Ödipus wird hier mit kritisch überprüftem griechischen Text, neuer deutscher Übersetzung, ausführlicher Einleitung und fortlaufender Kommentierung vorgelegt. In der Einleitung werden u. a. die Geschichte des Stoffes bis zur Fassung des Sophokles, strittige Probleme der Interpretation und die Rezeption des Dramas behandelt. Die Kommentierung bezieht sich auf den übersetzten Text und ist so konzipiert, dass sie von Lesern ohne Griechischkenntnisse uneingeschränkt benutzt werden kann. Zusätzlich werden für Leser, die den griechischen Text mit heranziehen oder von ihm ausgehen wollen, knapp gefasste textkritische und sprachliche Erläuterungen sowie metrische Analysen der Chorpartien geboten.
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Die vorliegende Ausgabe der Medea des Euripides bietet eine ausführliche Einführung, einen neu durchgesehenen griechischen Text (mit sprachlichen Erklärungen), eine deutsche Prosaübersetzung und einen detaillierten Kommentar zu sprachlichen und sachlichen Problemen, für dessen Verständnis die Kenntnis des Griechischen nicht erforderlich ist. Sie entspricht damit den Intentionen der Reihe, griechische Dramen einem größeren Rezipientenkreis mit unterschiedlichen Interessen zugänglich zu machen. Die Textgestaltung und durchgängige Kommentierung erforderten auch eine eingehende Auseinandersetzung mit spezifisch fachwissenschaftlichen Diskussionen, insbesondere in Bezug auf die bei dem Medea-Text besonders relevanten Fragen der Echtheit einzelner Textpartien. Dazu werden Hypothesen vorgeschlagen, die Konsequenzen für den Ablauf der Handlung und für das Verständnis der Darstellung von Medeas Racheplanung und ihrer Motivierung haben. Auch für die Frage, ob Euripides, wie zumeist angenommen, der erste war, der Medea ihre Kinder absichtlich töten lässt, ergeben sich durch weitere Überlegungen zu dem Verhältnis der euripideischen Medea zur sog. Ur-Medea und zur Medea des Neophron neue Aspekte.
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Bei einer Zwischenlandung der griechischen Troiakämpfer auf der Insel Chryse wurde Philoktet, der den Bogen des Herakles besitzt, von einer Schlange am Bein gebissen. Der Biss verursachte eine sehr schmerzhafte, nicht heilende Wunde. Wegen seiner Schmerzensschreie wurde Philoktet, schlafend, ganz allein, an einem unbewohnten Küstenstrich der Insel Lemnos ausgesetzt. Neun Jahre später erfahren die Griechen durch einen Seher, dass Troia nur erobert werden kann, wenn Philoktet mit seinem Bogen nach Troia kommt.
In Sophokles’ Tragödie wird problematisiert, ob und wie es möglich ist, einen Menschen, den man so hintergangen und jahrelang seinen Schmerzen und unsäglichen Lebensbedingungen überlassen hat, dazu zu bringen, ebenjenen zu helfen, die ihm das angetan haben. Führt eine neuerliche Intrige oder freundschaftliches Zureden zum Ziel, oder ist der Konflikt menschlich überhaupt nicht zu lösen?
Die Ausgabe bietet eine Einführung, eine neue deutsche Übersetzung und die erste ausführliche Kommentierung in deutscher Sprache. Griechischkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Für griechischkundige Leser sind zusätzlich ein kritisch durchgesehener griechischer Text und textkritische und sprachliche Erläuterungen beigegeben.