Cathrin Klingsohr-Leroy – författare
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Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wird in Literatur und Philosophie die Bedeutung des Lesens für Bildung und Erkenntnisfähigkeit reflektiert. Ebenso präsent ist der Abgesang des Buches. Man verdammt es als Symbol bürgerlichen Müßiggangs oder betrauert den Verlust von Kultur schlechthin. Parallel zu diesem Diskurs finden Schriftzüge, Wörter oder Buchstaben Eingang in die bildende Kunst. Cathrin Klingsöhr-Leroy betrachtet Werke u.a. von Paul Klee, Else Lasker-Schüler, Henri Michaux sowie Cy Twombly und Anselm Kiefer und stellt fest: Schrift ist hier nicht nur künstlerisches Element, sondern auch melancholische Erinnerung an ein vergangenes Zeitalter des Buches und der Literatur.
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»Lesen Sie, um zu leben«, riet Flaubert, und Alberto Manguel findet Lesen so wichtig wie Atmen. Für Literatinnen und Autoren bedeutet Lesen oft Nahrung für das eigene Schreiben und ein Dialog mit Kollegen und Traditionen. Aber Lesen ist nicht nur stilles »Augenlesen«, es meint auch Vorlesen, Mündlichkeit, Klang, Rhythmus und Stimme. »Das Ohr schreibt mit«, sagt Alexander Kluge. Cornelia Zetzsche lässt ihn und andere preisgekrönte Autoren und Schriftstellerinnen zu Wort kommen, darunter Michael Köhlmeier, Bachtyar Ali, Ulrike Draesner, Michael Fehr, Michael Lentz, Mia Couto, Fiston Mwanza Mujila, Martin Walser, Nora Gomringer, Feridun Zaimoglu und Tanasgol Sabbagh. Ihre Stimmen sind über QR-Codes als Hörproben im Buch abrufbar und vermitteln so die auditive Ebene einer meist visuell verstandenen Kulturtechnik.