Christina Rathgeber – författare
3 987 kr
Skickas inom 3-6 vardagar
2 690 kr
Läs direkt efter köp
Mit „Preußen als Kulturstaat“ setzt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften die Neue Folge der einst von Gustav Schmoller begründeten Acta Borussica fort. Die auf mehr als zehn Bände projektierte zweite Reihe rückt dabei mit der Kulturstaatsproblematik einen zentralen, bisher von der Geschichtswissenschaft vernachlässigten Aspekt der preußischen Geschichte in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses. In einer Kombination von mehrbändigen Auswahleditionen und thematischen Forschungsmonographien wird das Verhältnis von Staatsbildung, Kultur und Gesellschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert dokumentiert und analysiert. Dieser Editionsband schließt ebenfalls an die bereits erschienenen Titel zum Kultusministerium an. Er enthält zu den im Band 3.1 untersuchten Fallbeispielen insgesamt 136 Dokumente, mit denen die Wechselwirkung von gesellschaftlichen Initiativen und Nachfragen und Handeln des preußischen Kultusministeriums in den unterschiedlichen Bereichen der preußischen Kulturpolitik erkennbar wird und Impulsgebung, Kommunikationswege und Entscheidungsabläufe rekonstruiert werden können. Stets in Rückkopplung auf das Kultusministerium dokumentieren die ausgewählten, bislang ungedruckten Archivalien beispielsweise das frühe Wirken von Personen und Vereinen für die Entfaltung eines öffentlichen Kunstlebens auch fern von Preußens Hauptstadt sowie das Engagement von außerkirchlichen Vereinen als bislang kaum beachtet Frühform des bürgerlichen Vereinswesens. Schlüsseldokumente aus den ersten Jahren der Demagogenverfolgungen belegen, wie der Versuch abgewehrt werden konnte, das Ministerium für das Innenressort zu instrumentalisieren. Ausgewählte Quellenstücke zur Katholischen Abteilung im Kultusministerium beleuchten die wechselvolle Geschichte ihrer Entstehung, Tätigkeit und Auflösung. Der politisch stets relevante Bildungsbereich wird im Band mit erstmals gedruckten Quellen zu volkstümlichen Hochschulkursen, zu den Debatten um staatsbürgerliche Bildung und Erziehung sowie zu den Schulversuchen zur Einführung der Sütterlin-Schrift bzw. des Schulfunks vielfältig dokumentiert, während die edierten Schriftstücke zur 1901 gegründeten Königlichen Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung besonders das Ineinandergreifen von Staat, Kommunen und (Industrie-)Verbänden offen legen. Die Dokumente stammen nicht nur aus der archivalischen Überlieferung des Kultusministeriums, sondern ebenso aus anderen preußischen Ministerien, aus dem Zivilkabinett des Monarchen, dem Brandenburgischen-Preußíschen Hausarchiv und dem Historischen Archiv des Erzbistums Köln. Darstellung und Edition sind aufeinander abgestimmt und durch gegenseitige Verweise miteinander vernetzt.
2 716 kr
Läs direkt efter köp
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die katholische Kirche in Preußen von einer staatlich sanktionierten "Kirchengesellschaft" zu einer Kirche in der Gesellschaft. Diese Entwicklung gründete nicht zuletzt auf der Teilnahme vieler Katholiken an verschiedenen Frömmigkeitsformen sowie ihrer oppositionellen Haltung zu staatlichen Vorschriften, die in ihr Glaubensleben eingriffen. Auch die Regierungspolitik gegenüber der katholischen Kirche änderte sich in dieser Zeit. Sie wurde spätestens nach Einführung einer Verfassung 1850 nicht mehr vom Monarchen, sondern von Ministern gelenkt. Der Konflikt wegen der gemischten Ehen 1815 bis 1828, die Trierer Bischofswahl 1839 und die Protesteingaben gegen Einschränkung der Religionsfreiheit 1852 verdeutlichen die enge Bindung zwischen der Entstehung eines politischen Bewusstseins und der Verteidigung religiöser Überzeugungen. Die zunehmende Bestimmung der Regierungspolitik durch Minister zeigt sich in der relativen Kurzlebigkeit der vom Monarchen 1841 errichteten katholischen Abteilung und lässt sich ebenso in der Auseinandersetzung über die Raumerschen Erlasse 1852 und im vorsichtigen Verhalten der Regierung gegenüber den Jesuiten bis 1872 nachverfolgen.
2 716 kr
Läs direkt efter köp
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die katholische Kirche in Preußen von einer staatlich sanktionierten "Kirchengesellschaft" zu einer Kirche in der Gesellschaft. Diese Entwicklung gründete nicht zuletzt auf der Teilnahme vieler Katholiken an verschiedenen Frömmigkeitsformen sowie ihrer oppositionellen Haltung zu staatlichen Vorschriften, die in ihr Glaubensleben eingriffen. Auch die Regierungspolitik gegenüber der katholischen Kirche änderte sich in dieser Zeit. Sie wurde spätestens nach Einführung einer Verfassung 1850 nicht mehr vom Monarchen, sondern von Ministern gelenkt. Der Konflikt wegen der gemischten Ehen 1815 bis 1828, die Trierer Bischofswahl 1839 und die Protesteingaben gegen Einschränkung der Religionsfreiheit 1852 verdeutlichen die enge Bindung zwischen der Entstehung eines politischen Bewusstseins und der Verteidigung religiöser Überzeugungen. Die zunehmende Bestimmung der Regierungspolitik durch Minister zeigt sich in der relativen Kurzlebigkeit der vom Monarchen 1841 errichteten katholischen Abteilung und lässt sich ebenso in der Auseinandersetzung über die Raumerschen Erlasse 1852 und im vorsichtigen Verhalten der Regierung gegenüber den Jesuiten bis 1872 nachverfolgen.
1 962 kr
Skickas inom 5-8 vardagar
1 982 kr
Läs direkt efter köp
Der Konflikt zwischen den Altlutheranern und der preußischen Regierung 1830 bis 1845 spezielle in Schlesien wurde bisher überwiegend aus kirchengeschichtlicher Perspektive betrachtet. Dieser Auseinandersetzung kommt jedoch eine breitere historische Bedeutung zu. Da der Monarch die staatliche Religionspolitik bestimmte, war die Ablehnung seiner Hoheitsrechte über die lutherische Kirche eine Herausforderung an die absolute Autorität des Staates. Zudem spiegelt die Unfähigkeit des Staats, diesen Konflikt zu lösen, seine zu jener Zeit charakteristische Unbeweglichkeit wider und weist auf latente Konfliktfelder und staatsrechtliche Defizite hin. Die Überzeugungstreue der Altlutheraner konnte weder durch Geldstrafen noch durch illegale Strafverfolgung, nicht einmal durch einen Militäreinsatz gehemmt werden. Mit ihrer erfolgreichen Weigerung, die Bestimmungen des Monarchen in Kirchenangelegenheiten zu akzeptieren, verwarfen sie eine herkömmliche, staatlich-sanktionierte Vorgehensweise und förderten die Entwicklung einer moderneren Beziehung zwischen den Bürgern und dem Staat.
1 913 kr
Läs direkt efter köp
Der Konflikt zwischen den Altlutheranern und der preußischen Regierung 1830 bis 1845 spezielle in Schlesien wurde bisher überwiegend aus kirchengeschichtlicher Perspektive betrachtet. Dieser Auseinandersetzung kommt jedoch eine breitere historische Bedeutung zu. Da der Monarch die staatliche Religionspolitik bestimmte, war die Ablehnung seiner Hoheitsrechte über die lutherische Kirche eine Herausforderung an die absolute Autorität des Staates. Zudem spiegelt die Unfähigkeit des Staats, diesen Konflikt zu lösen, seine zu jener Zeit charakteristische Unbeweglichkeit wider und weist auf latente Konfliktfelder und staatsrechtliche Defizite hin. Die Überzeugungstreue der Altlutheraner konnte weder durch Geldstrafen noch durch illegale Strafverfolgung, nicht einmal durch einen Militäreinsatz gehemmt werden. Mit ihrer erfolgreichen Weigerung, die Bestimmungen des Monarchen in Kirchenangelegenheiten zu akzeptieren, verwarfen sie eine herkömmliche, staatlich-sanktionierte Vorgehensweise und förderten die Entwicklung einer moderneren Beziehung zwischen den Bürgern und dem Staat.