Dietmar H. Heidemann – författare
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Das seit einigen Jahren wachsende Interesse an Fragen der philosophischen Ethik scheint ungebrochen. Dabei ergeben sich durch die Auseinandersetzungen mit den unterschiedlichen Formen und Konzepten der Moralphilosophie Spannungen, aus denen ein heute kaum noch überschaubarer Pluralismus der Ethiken hervorgegangen ist. Dieser Pluralismus lässt sich jedoch im wesentlichen auf zwei unterschiedliche Begründungskonzepte zurückführen: Universalismus und Relativismus. Der von Heidemann und Engelhard vorgelegte Band untersucht die beiden Konzepte sowohl in philosophiegeschichtlicher als auch in systematischer Hinsicht.
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Für die Gegenwartsphilosophie ist das Denken Immanuel Kants immer noch eine der maßgeblichen Orientierungsgrößen. In nahezu allen philosophischen Disziplinen und Bereichen stellt es eine entscheidende Herausforderung dar. Anlässlich des 200. Todestages zeigen 15 namhafte Wissenschaftler die aktuelle Relevanz des Kant''schen Denkens in den Kernbereichen der Philosophie auf.Somit bietet der Band in systematischer Perspektive sowohl einen Überblick über die Kant''sche Philosophie als auch über zentrale Strömungen und Entwicklungen der Gegenwartsphilosophie.
Kants Begründung des Stämmedualismus
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Kant ist immer wieder der Vorwurf gemacht worden, den seine kritische Philosophie fundierenden Stämmedualismus von Sinnlichkeit und Verstand nicht begründet, sondern bloß vorausgesetzt zu haben. Träfe der Vorwurf zu, stünde die gesamte Kantische Philosophie auf tönernen Füßen. Denn nicht nur die transzendentale Theorie der Erkenntnis und die Kritik der Metaphysik, auch die praktische Philosophie, Ästhetik und Teleologie hängen letztlich vom Dualismus der Erkenntnisstämme ab. Der Vorwurf ist nicht gerechtfertigt. Das Buch zeigt, dass Kant eine klare Vorstellung von der Begründung der Unterscheidung zwischen den Vermögen der Sinnlichkeit und des Verstandes als den einzigen Quellen menschlicher Erkenntnis hat. Diese Begründung wird rekonstruiert anhand der Detailanalyse der Theorie der Vorstellungsarten: Anschauung und Begriff, die Kant seit der Raumschrift von 1768 entwickelt und in seiner kritischen Philosophie vor allem in Auseinandersetzung mit der Leibniz-Wolffschen Theorie der Repräsentation entfaltet. Den Kern der Argumentation bildet die von Kant eingeführte neue Konzeption des Einzelnen und des Allgemeinen, der zufolge die Anschauung als einzelne Vorstellung und der Begriff als allgemeine Vorstellung irreduzible Vorstellungsarten sind. Die im erkennenden Subjekt verankerte Dualität der Einzelheit der Anschauung und der Allgemeinheit des Begriffs erweist sich so als die unhintergehbare Fundamentalunterscheidung der kritischen Philosophie, die bis heute für jede Kant-Kritik eine Herausforderung darstellt.
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Kant ist immer wieder der Vorwurf gemacht worden, den seine kritische Philosophie fundierenden Stämmedualismus von Sinnlichkeit und Verstand nicht begründet, sondern bloß vorausgesetzt zu haben. Träfe der Vorwurf zu, stünde die gesamte Kantische Philosophie auf tönernen Füßen. Denn nicht nur die transzendentale Theorie der Erkenntnis und die Kritik der Metaphysik, auch die praktische Philosophie, Ästhetik und Teleologie hängen letztlich vom Dualismus der Erkenntnisstämme ab. Der Vorwurf ist nicht gerechtfertigt. Das Buch zeigt, dass Kant eine klare Vorstellung von der Begründung der Unterscheidung zwischen den Vermögen der Sinnlichkeit und des Verstandes als den einzigen Quellen menschlicher Erkenntnis hat. Diese Begründung wird rekonstruiert anhand der Detailanalyse der Theorie der Vorstellungsarten: Anschauung und Begriff, die Kant seit der Raumschrift von 1768 entwickelt und in seiner kritischen Philosophie vor allem in Auseinandersetzung mit der Leibniz-Wolffschen Theorie der Repräsentation entfaltet. Den Kern der Argumentation bildet die von Kant eingeführte neue Konzeption des Einzelnen und des Allgemeinen, der zufolge die Anschauung als einzelne Vorstellung und der Begriff als allgemeine Vorstellung irreduzible Vorstellungsarten sind. Die im erkennenden Subjekt verankerte Dualität der Einzelheit der Anschauung und der Allgemeinheit des Begriffs erweist sich so als die unhintergehbare Fundamentalunterscheidung der kritischen Philosophie, die bis heute für jede Kant-Kritik eine Herausforderung darstellt.