Elke Frohlich-Broszat – författare
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PDF, Tyska, 2018482 kr
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Mit den neuen Veröffentlichungen hat das große Forschungsprojekt des Instituts für Zeitgeschichte dem breit entfalteten Bild der politischen und gesellschaftlichen Konflikte der NS-Zeit in Bayern weitere eindrucksvolle Konturen hinzugefügt. Lokal und sozial unterschiedliche Erfahrungen, Betroffenheiten und Verhaltensweisen im Dritten Reich werden bewusst gegenübergestellt. Am Beispiel Augsburgs entsteht eine sozialgeschichtlich fundierte, genaue Vorstellung vom resistenten Milieu sozialistisch geprägter Arbeiterviertel und Vorstädte, von Widerstands-Kleingruppen, die sich z.T. noch bis in den Krieg hinein halten konnten. Am anderen Ende der gesellschaftlichen Skala steht die Traditionswelt des bayerischen Adels, seine aus überkommener Staatsabstinenz, Monarchismus und Republikfeindlichkeit bestimmte Zwiespältigkeit gegenüber dem NS. Der minutiösen Fallstudie über die personalpolitische Säuberung und opportunistisch-ideologische Infizierung der Münchener Stadtverwaltung nach 1933 folgen Ausschnitte aus dem erbitterten Weltanschauungskampf zwischen NS-Schule und Kirche in der bayerischen Provinz. Kontinuitätsbrüche im Stil der Kunst wie im Verhalten akademischer Kollegen manifestieren sich in einer Studie über den Bau des Münchener Hauses der Deutschen Kunst. Eine ganz andere, elementare Antriebskraft resoluter Nonkonformität kommt zum Vorschein in der Dokumentation über den Einsatz von Frauen in der Rüstungsindustrie. Der Facettenreichtum konkreter politischer Sozialgeschichte wird in den sechs Beiträgen dieses Bandes immer wieder auch zur spannenden Lektüre.
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PDF, Tyska, 2018486 kr
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Die Serie von zwanzig Forschungsbeiträgen zum Thema Widerstand und Verfolgung 1933-45 wird mit diesem Band abgeschlossen. Die Thematik ist wiederum breit gefächert: Den gesellschaftlichen Mikrokosmos einer Bergarbeitergemeinde in der NS-Zeit rekonstruiert eine umfangreiche Lokalstudie über Penzberg in Oberbayern. Sie bringt die oppositionelle Beharrungskraft, kollektive Spontaneität und Solidarität kommunistischer und sozialdemokratischer Arbeiter, die dennoch keine Chance hatten, aktiven Widerstand zu leisten, eindrucksvoll nahe. Schon kritische Distanz und politische Flüsterwitze wurden im Dritten Reich – das zeigt eine Untersuchung über die Schnelljustiz des Münchner Sondergerichts – massenhaft denunziert und verfolgt. Aus den Akten erzählte Dorfgeschichten veranschaulichen am Beispiel des Kreises Günzburg Konflikte und Kompromisse zwischen traditionellen gesellschaftlichen Honoratioren und neuen politischen Machthabern auf dem Lande. Anfängliche Erfolge stehen im Kontrast zum schließlichen Scheitern nationalsozialistischer Werbung um die Jugend, wie die Darstellung über die HJ in der Provinz und über HJ-feindliche, subkulturelle Jugendcliquen in der Großstadt zeigt. Vielfältige Aktivitäten zur Kriegsbeendigung, die im März/April 1945 in Bayern noch von verschiedensten Volksschichten ausgingen und noch einmal zahlreiche Opfer kosteten, bilden das letzte Kapitel der konfliktreichen Wirkungs- und Verhaltensgeschichte der Hitlerzeit, die in dieser Sammlung exemplarisch dokumentiert und analysiert worden ist. Über die Methoden und Ergebnisse des Projekts, seine auf Alltagsgeschichte gerichtete Perspektive, wird am Schluss des Bandes Bilanz gezogen. Diese Bilanz führt auch zu einer kritischen Neubestimmung des Widerstands-Begriffs.
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PDF, Tyska, 2018482 kr
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Die dramatischen und eindrucksvollen Geschehnisse um den 20. Juli, die „Weiße Rose“ oder die „Rote Kapelle“ sind schon oft dargestellt worden und scheinen hinlänglich bekannt. Diesen häufig zitierten und gefeierten Denkmälern persönlichen Widerstands lassen sich freilich nicht weniger eindrucksvolle und exemplarische Fälle beherzten Widerstands, hoher Risikobereitschaft und moralischer Integrität Einzelner an die Seite stellen, die bislang – da nicht Teil von Haupt- und Staatsaktionen – weitgehend unbekannt geblieben sind. Solche Geschichten von der Herausforderung des Einzelnen zu erzählen, war eines der Ziele des vorliegenden Bandes. Sie verstehen sich nicht als „Heldengeschichten“ oder „Widerstandslegenden“, die zwar imponieren, jedoch kaum Verständnis für die Bedingungen der Zeit fördern oder die Verschränkung von überindividuellen Bedingungen mit höchst persönlichen Impulsen deutlich machen können, aus der heraus Widerstandsverhalten erst entspringt. Deshalb mussten Lebensprägungen, Milieus, Veranlagungen, anerzogene Einstellungen, Umwelteinflüsse, Interessen, oft verzweifelte Lebenslagen u.a.m. so anschaulich und konkret wie möglich beschrieben werden. Das „Heldische“ verliert sich dabei, das respektabel Menschliche tritt umso plastischer hervor. Zum Widerstand des Einzelnen gehören auch die – zum Teil durchaus nicht spektakulären – Formen der Auflehnung des „kleinen Mannes“, Fälle von Nonkonformität und Opposition, die von ihrem Anlass überwiegend unpolitisch und sozusagen privat waren, bis hin zu Fällen, in denen der Begriff des Widerstands fraglich wird und sich ganz auflöst. Die Geschichten sind zu verstehen als individuelle Ausschnitte und Variationen der allgemeinen Geschichte des Widerstands und der Verfolgung in der NS-Zeit.
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PDF, Tyska, 2018406 kr
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Was bedeutete NS-Herrschaft für Provinzzeitungen in der Bayerischen Ostmark, für die Münchener Kammerspiele, für katholische Jugendorganisationen in Eichstätt oder für die bayerische Industriewirtschaft? Wie verhielten sich Verleger, Künstler, Jugendliche und Unternehmer bei der Verteidigung ihres beruflichen Ansehens, ihrer Interessen oder Überzeugungen? Mit der realistischen Darstellung dieser ausgewählten Konfliktfelder der NS-Zeit, eingebettet zwischen Anpassung und Widerstand, eröffnet der Band eine Serie von repräsentativen Untersuchungen der politischen Alltagswirklichkeit des Dritten Reiches. Gleichgewichtig neben ihnen stehen Beiträge zur Extremsituation der Verfolgung von politischen Gegnern und „Asozialen“ in den bayerischen KZ-Lagern Dachau und Flossenbürg sowie eine exakte Bestandsaufnahme des Verhaltens der bayerischen Bevölkerung angesichts der Judenverfolgung in Stadt und Land. Diese „Geschichte von unten“ macht deutlich: Das NS-Regime ließ keineswegs nur die Wahl zwischen totaler Unterwerfung und alles aufopferndem Märtyrertum, sondern es bot durchaus auch die Möglichkeit, in zumutbarer Weise wirksamen Widerstand zu leisten.