Gunter Schmolders – författare
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Über Jahrzehnte war die Finanzpolitik von Günter Schmölders, Professor der Wirtschaftlichen Staatswissenschaften an der Universität zu Köln, das Standardwerk der angewandten Wissenschaft der öffentlichen Einnahmen und Ausgaben "nicht nur für den akademischen Unterricht, sondern zugleich auch für die politische Praxis". Von einer ausführlichen Beschreibung der Finanzverfassung und der finanzpolitischen Willensbildung ausgehend, werden die Ausgabenpolitik ("Gesetz der wachsenden Staatstätigkeit") sowie die Einnahmenpolitik ("Die Kunst der Besteuerung") einer umfassenden Analyse unterzogen. Das Buch, welches ursprünglich 1970 erschienen ist, stellt auch mehr als drei Jahrzehnte später ein nützliches Nachschlagewerk über alle Aspekte der Finanzpolitik dar.
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In der Finanzwissenschaft fehlt bisher eine systematische Darstellung der die finanzpolitischen Entscheidungen und Maßnahmen bestimmenden Kräfte, ihrer politischen und psychologischen Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen sowie ihrer Wirkungen auf Geld und Währung, Wirtschaft und Gesellschaft, Volk und Staat. Der vorliegende Versuch, diese Lücke zu schließen, geht von den institutionellen Grundlagen und treibenden Kräften der finanzpolitischen Willensbildung aus, vom "vorparlamentari schen Raum" bis zum Haushaltsplan und zu seiner Kontrolle; über die finanzpolitischen Wirkungsmöglichkeiten des Finanzausgleichs, der öffentlichen Ausgaben und Einnahmen und der Schuldenpolitik führt der Gedankengang zu dem Gipfelpunkt aller Finanzpolitik, der "Kunst der Besteuerung", um schließlich über die Problematik der konjunktur politischen Fiskalmaßnahmen und der "Public Relations" der öffent lichen Hand in die jüngste Entwicklung der internationalen und supra nationalen Finanzpolitik einzumünden. Um diesen geschlossenen Gedankengang nicht zu sprengen, konnten viele bedeutsame Zusammenhänge, die von anderen Standpunkten und in anderen Blickrichtungen bereits dargestellt worden sind, hier nur am Rande gestreift und in ihrer Fragestellung angedeutet werden; aus dem gleichen Grunde mußte die Auseinandersetzung mit der modernen ökonomischen "Finanztheorie", der ein anderer Band dieser Enzyklopädie gewiim.et ist, und den Lehren der "New Economics", die sich stärker auf traditionelles Erkenntnisgut gerade der deutschen Finanzwissen schaft stützen kann, als ihren Vertretern bewußt zu sein pflegt, auf das Notwendigste beschränkt bleiben. Aufbau und Stoffabgrenzung der vorliegenden Darstellung ent stammen einer fast 25jährigen akademischen Lehrerfahrung,die an die Weltoffenheit und Wirklichkeitsnähe der Wagnersehen und Schmoller sehen Schule anknüpfen konnte, und anderthalb Jahrzehnten praktischer Mitarbeit an Grundsatzfragen der Preis-, Geld- und Finanzpolitik; ohne VI Vorwort. - E-bokPDF, Tyska, 2013
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Die Geschichte einer Wissenschaft ist stets der erste, meist auch zugleich der lehrreichste und nicht selten der unterhaltsamste Zugang zu ihr: "zu schauen,. wie vor uns ein weiser Mann gedacht, und wie wirs dann zuletzt so herrlich weit gebracht ..... Die Geschichte der Volltswirtschaftslehre ist die Geschichte der Männer, c:lie'' zur Erkenntnis volkswirtschaftlicher Probleme aus Eigenem entscheidend beigetragen haben. Will der Studierende der Volkswirtschaftslehre sich in. der verwirrenden Fülle der Schulen, Lehrmeinungen und Methoden zurecht finden, so hält er sich am besten an die originalen geistigen Leistungen, die als Marksteine der Entwicklung unserer Wissenschaft gelten, und an die bedeutenden Persönlichkeiten, die das Gesamtbild der Volkswirtschaft jeweils aus ihren besonderen Blickwinkeln gesehen und nachgezeichnet haben; alle'' ihre Vorläufer, Fortsetzer und Nachbeter sind zwanglos in diese Ahnenreihe einzuordnen. Diese "biographische" Methode erlaubt es, "auf den lebendigen Menschen zurückzugehen, der einen Gedanken zuerst aussprach"l), "statt losgelöste'' Theorieformen quer durch die Geschichte zu verfolgen"; zugleich gelingt es. damit, die Geschichte der Volkswirtschaftslehre in das Gesamtbild der Geistes- und Kulturgeschichte einzuordnen, das dem Denken einer Epoche jeweils sein Gepräge gab. - E-bokPDF, Tyska, 2013
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1. Finanzpolitik und öffentliche Meinung Im Laufe der letzten Jahre hat sich in den Kreisen der politischen Publizisten, der Soziologen und Staatsrechtler, der Politiker und Mei nungsforscher eine recht lebhafte Diskussion darüber entwickelt, wie weit die Politik der öffentlichen Meinung folgen dürfe, oder, anders ausgedrückt, welche Art von "öffentlicher Meinung" die politischen In stanzen zu beachten und zu hören hätten, um einerseits ihrer verantwor tungsvollen Aufgabe gerecht zu werden und ohne andererseits ihre Würde 1 und Eigenständigkeit zu verlieren ). Definiert man die "öffentliche Meinung" im allgemeinsten Sinne, nämlich als die Verteilung von Meinungen zu einem bestimmten Problem in der Ge 2 samtbevölkerUng ), so ist ohne weiteres einleuchtend, daß die Kenntnis dieser öffentlichen Meinung für den Politiker auch dann äußerst wertvoll ist, wenn er gar nicht daran denkt, nun ohne weiteres der Meinung der Majorität entsprechend zu handeln. Dies gilt besonders für solche Zweige der Politik, die auf die Mitwirkung der Bürger angewiesen sind, wenn sie ihr Ziel erreichen wollen, und dies ist vor allem bei der Finanz politik der Fall. Mehr als jeder andere Zweig der Politik hat diese es ständig mit allen Staatsbürgern zu tun, insofern sie von ihnen Steuern einhebt und als Gegenleistung bestimmte öffentliche Einrichtungen zur allgemeinen Benutzung zur Verfügung stellt bzw. in Form von Renten, Unterstützungen und Subventionen Transferzahlungen leistet. - E-bokPDF, Tyska, 2013
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Die vorliegende Untersuchung befaßt sich mit den Beziehungen und Wechsel wirkungen zwischen dem Steuersystem und der "Rationalisierung"; es er scheint angezeigt, zu Beginn diesen Begriff näher zu umschreiben und den Sinn festzulegen, den er in dieser Arbeit haben soll. "Rationalisierung" bedeutet in einem ganz allgemeinen Sinne, einen bestimm ten Vorgang unter Kontrolle der Ratio, d. h. nach den Regeln der Vernunft ablaufen zu lassen; das "Rationalprinzip" fordert ein bestimmtes Ergebnis mit möglichst geringen oder ein möglichst großes Ergebnis mit den gegebe nen Mitteln zu erreichen. Von diesem "Rationalprinzip" ausgehend, ist der Begriff der Rationalisierung zunehmend auf wirtschaftliche Problemstellun gen angewandt worden 1); Rationalisierung wird sogar heute oft als betriebs wirtschaftlicher Begriff angesehen. Im modernen Betrieb bedeutet "Ratio nalisierung" soviel wie Bestgestaltung der Produktion oder des Vertriebs in der Weise, daß ein gleiches Ergebnis mit einem kostenmäßig geringeren Produktionsmitteleinsatz oder ein größeres Ergebnis mit dem gegebenen Ein satz erzielt wird; im betriebswirtschaftlichen Sinne ist Rationalisierung also die Umstellung des betrieblichen Ablaufs mit dem Ziel, technisch-öko nomisch die Leistung der eingesetzten Produktionsfaktoren zu heben oder in ihrer Wechselwirkung zu verbessern. Mit dieser engen Fassung des Begriffes können wir uns nun allerdings im folgenden nicht begnügen. Es gibt nämlich ohne Zweifel neben der betrieb lichen auch eine "Produktivität" der Volkswirtschaft im ganzen, deren Ergebnis in der Größe des sogenannten "Nationalprodukts" abzulesen ist. und innerhalb dessen insbesondere auch eine "Leistung" oder "Produktivität" der Staatswirtschaft. - E-bokPDF, Tyska, 2013
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■ÜberblickKameralwissenschaft / Die Physiokraten / Der klassische Liberalismus / National-Ökonomie / Wissenschaftlicher Sozialismus / Kathedersozialismus / Methodenstreit und Grenznutzenschule / Neo-Klassik / Geld- und Konjunkturtheorie / Entwicklungs- und Wachstumstheorie / Heutige Forschungseinrichtungen u. a.■Leseproben aus den behandelten Werken:v. Justi, Ausführliche Abhandlung von denen Steuern und Abgaben / Quesnay, Tableau Economique / A. Smith, Wealth of Nations / v. Thünen, Der isolierte Staat / List, Das nationale System der Politischen Ökonomie / Marx, Kapital / A. Wagner, Finanzwissenschaft / Schmoller, Volkswirtschaftslehre / Menger, Methode der Socialwissenschaften / Pareto, Allgemeine Soziologie / Wicksell, Vorlesungen über Nationalökonomie / Veblen, Theory of the Leisure Class / Keynes, General Theory of Employment ... / Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie u. a.■Enzyklopädisches Stichwort: Geistige Wurzeln des sozialökonomischen Denkens■Literaturhinweise■Personen- und Sachregister 170 kr
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■Finanzwissenschaft und Psychologie■Die Finanzpolitische Meinungs- und WillensbildungDie Dynamik der parlamentarischen BeschlußfassungDer vorparlamentarische RaumDie öffentliche Meinung■Der Staat im Bewußtsein seiner BürgerDie Einstellung zum ‹Staat›Das staatsbürgerliche InteresseDer Anspruch auf Leistungen der öffentlichen Hand■Steuermoral und Steuerwiderstand‹Finanzgesinnung› und SteuermentalitätObjektive und subjektive SteuerbelastungDie SteuermoralDer Steuerwiderstand■Finanzpsychologie und FinanzpolitikÖffentlichkeitsarbeit in Staat und GemeindeFinanzpublizität und staatsbürgerliche ‹Meinungspflege›Die Kunst der Besteuerung■Enzyklopädisches Stichwort: Sozialökonomische Verhaltensforschung■Literaturhinweise■Personen- und Sachregister- E-bokTyska, 2017
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Ein Kontrastprogramm zur abstrakten Wirtschaftstheorie:■ Verhaltensforschung zur Erklärung wirtschaftlicher und sozialer Prozesse■ Verhaltensforschung zur Dokumentation struktureller Wandlungen■ Verhaltensforschung zwecks Wirtschaftsprognose - E-bokTyska, 2017
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■Geschichtliche EinleitungUrsprung und Bedeutung der Worte ‹Konjunkturen› und ‹Krisen› / Geschichte der ersten Krisen / Internationale ‹Konjunkturzyklen› / Die Weltwirtschaftskrise■Konjunkturtheorie(Die wichtigsten Deutungsversuche)‹Exogene› Ursachentheorien / ‹Endogene› Ursachentheorien / Monetäre Konjunkturtheorien / Konjunkturtheorie als ‹dynamische› Wirtschaftstheorie / Die psychologische Deutung des Konjunkturgeschehens■Konjunkturbeobachtung und KonjunkturforschungStatistische Methoden / ‹Konjunkturbarometer› / Konjunkturforschung■Konjunkturpolitik und KrisenbekämpfungDie monetäre Lösung / Konjunkturpolitik mit nichtmonetären Mitteln / Von der Krisenpolitik zu einer Konjunkturpolitik des stabilen Wachstums■Ungelöste ProblemeAusschaltung der Konjunkturschwankungen / Natur und Ursachen des Konjunkturzyklus / Der Rhythmus der ökonomischen Aktivität / Das Problem der Konjunkturdiagnose und -prognose■Enzyklopädisches Stichwort: Staats- und Sozialwissenschaften■Erklärung einiger Fachausdrücke■Literaturhinweise■Namen- und Sachregister