Hanns-Peter Neumann – författare
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Gegenstand des Bandes ist einer der prominentesten Begriffe und Konzepte der Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte. Die Herkunft des Monadenbegriffs aus pythagoreischen, hermetischen und neuplatonischen Kontexten wird von der Renaissance bis in die Aufklärung immer wieder von neuem und in diversen Debattenzusammenhängen reflektiert. Dabei erfährt das Monadenkonzept vielfältige Modifikationen und Umdeutungen. So hat der Begriff im 17. und 18. Jahrhundert sowohl metaphysische, universalwissenschaftliche, theologische als auch mathematische, physikalische und lebenswissenschaftliche Implikationen. Als wichtigste Scharnierstelle zwischen Spätrenaissance und Frühaufklärung fungiert seine Genese bei Leibniz. In den 1740er und 1750er Jahren schließlich erreicht der Monadenbegriff mit der Diskussion um die naturwissenschaftliche Anwendbarkeit der Leibniz-Wolffschen Monadenlehre anlässlich der Preisfrage der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin eine breite Öffentlichkeit und einen der markantesten Höhepunkte und Einschnitte in der Theoriegeschichte.
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Johann Arndt (1555-1621), ein zu seiner Zeit zwar berühmter, aber nicht unumstrittener lutherischer Erbauungsschriftsteller, greift in seinem Werk auf verschiedene naturphilosophische und mystische Traditionen zurück, um die Streittheologie seiner Zeit hin zu einer Reformation christlicher Lebenspraxis zu überwinden.
Die naturphilosophischen Implikationen von Arndts Schriften haben in der bisherigen Forschung jedoch kaum Beachtung gefunden. Daher untersucht vorliegende Arbeit hauptsächlich den naturphilosophischen Hintergrund Johann Arndts. Dabei geben insbesondere die frühen Schriften Arndts Aufschluß über dessen Rezeption diverser naturphilosophischer Strömungen des 15./16. Jahrhunderts. Dazu gehören sowohl der Neuplatonismus in der Prägung des Florentiner Philosophen Marsilio Ficino, als auch Pico della Mirandolas »Theologia poetica«, Paracelsus'' »Philosophia Magna«, der nach letzterem benannte Paracelsismus und Heinrich Khunraths mystisch-theosophische Alchemie. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, inwiefern sich die bei Arndt vorfindlichen und von ihm verwerteten mystischen Quellen mit seinen naturphilosophischen und theologischen Ansichten vereinbaren lassen. Mit einer systematischen Darstellung des Zusammenhangs von Naturphilosophie und Mystik in der frühen Neuzeit schließt vorliegende Studie, um damit einen Themenkomplex zu erschließen, der für das Verständnis des religiösen Denkens und Fühlens der frühen Neuzeit unerläßlich ist.
Natura sagax - Die geistige Natur
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