Ingrid Kaufmann – författare
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Das Verbalgenus Medium ebenso wie die in vielen europäischen Sprachen vorliegenden Reflexivkonstruktionen unterscheiden sich von anderen Diathesen darin, daß sie verschiedene Lesarten aufweisen können: reflexiv (sich waschen), reziprok (sich treffen), dekausativ (sich biegen), kausativ reflexiv (sich die Haare schneiden [lassen]) oder facilitativ (Das Buch liest sich leicht). In der Arbeit wird eine einheitliche Analyse für alle Lesarten des Mediums vorgestellt, bei der diese sich nicht durch eine Veränderung der semantischen Repräsentation ergeben, sondern aus der Interaktion der Argumentstruktur (AS) mit der Verbsemantik und der Ereignisstruktur. Die zentrale Annahme ist, daß die Eigenschaft, das Zustandekommen der Situation zu kontrollieren, nicht mit dem semantisch als Agens festgelegten Argument assoziiert ist, sondern mit der höchsten AS-Position. Charakteristisch für Mediumformen ist, daß das Agensargument nicht in die AS abgebildet wird, so daß diese Eigenschaft entweder mit einem anderen Argument assoziiert wird, oder die Situation als nicht von einem ihrer Partizipanten verursacht interpretiert werden kann. Berücksichtigt werden das Mediumssystem im Fula, Alt- und Neugriechischen sowie Reflexivkonstruktionen u.a. im Deutschen und Spanischen. Da die passivische Lesart nach der vorgestellten Analyse nicht zu den genuinen Mediumlesarten gehört, liegt ein Schwerpunkt auf ihrer Entstehung im Altgriechischen und den daraus resultierenden Veränderungen des Verbsystems.
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Im ersten Teil der Arbeit wird die Kombinatorik von Verben mit verschiedenen Typen von prädikativen Komplementen im Rahmen einer zweistufigen Bedeutungsanalyse untersucht. Den Ausgangspunkt bildet die Annahme von Bierwisch (1988), daß lokale Präpositionalphrasen in Komplementpositionen eine Prädikatsvariable in der Semantischen Form der Verben sättigen. Vor diesem Hintergrund ist einerseits zu klären, wie Selektionsbeschränkungen über prädikative Komplemente formuliert werden können, und andererseits, wie die Lokalisierungsinformation der lokalen und direktionalen PPs an die der Fortbewegungsverben, Positionsverben und kausativen Positionsverben angebunden werden kann. Die in diesem Zusammenhang entwickelten Überlegungen werden im zweiten Teil auf Resultativkonstruktionen ausgedehnt. Um das unterschiedliche Verhalten der sogenannten unakkusativen und unergativen Verben in diesen Konstruktionen zu erklären, wird für die Einführung von zwei Typen semantischer Prädikate argumentiert, die durch die unterschiedliche Konzeptualisierung der von den Verben kodierten Eigenschaften motiviert ist. Die beiden Prädikatstypen werden dann dazu herangezogen, die zur Erklärung der Selektionsbeschränkungen bei prädikativen Komplementen aufgestellte Hypothese weiter auszubauen, daß in der Semantischen Form tiefer eingebettete Information die höhere Information spezifiziert. Auf dieser Basis werden allgemeine Beschränkungen zum Aufbau von semantischen Strukturen formuliert, aus denen sich unter anderem Beobachtungen zu thematischen Beschränkungen der Argumentpositionen ableiten lassen.
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Medium und Reflexiv
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