Jan Stenger – författare
Poetische Argumentation
Die Funktion der Gnomik in den Epinikien des Bakchylides
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Die Gnomai in den Epinikien des griechischen Chorlyrikers Bakchylides haben als vermeintlich konventionelles Beiwerk in der Forschung bislang wenig Interesse gefunden. Im Anschluss an ein zunächst entwickeltes Gattungsmodell des Epinikions weist Stenger in Einzelinterpretationen nach, welch zentrale Bedeutung den Gnomai für die Sinnkonstitution im Siegeslied zukommt. Da die Gnomik im Wesentlichen ethisch-moralische Werte vor einem größeren Publikum vertritt, ordnet er sie in einem zweiten Schritt in den zeitgeschichtlichen Kontext des jeweiligen Liedes ein. Erst diese konsequente Historisierung zeigt, dass Bakchylides seine Gnomai geschickt an die verschiedenen soziopolitischen Gegebenheiten und den Erwartungshorizont seines Auditoriums anpasst.
Diese Beobachtungen lassen den Kommunikationsprozess chorlyrischer Dichtung zwischen dem Epinikiendichter, seinem Auftraggeber und dem Publikum in einem neuen Licht erscheinen.
Hellenische Identität in der Spätantike
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Die Spätantike, insbesondere das vierte Jahrhundert, ist eine Zeit der Transformationen, in der sich auf politischem, sozialem und religiösem Gebiet tiefgreifende Wandlungen vollzogen. Die paganen Autoren des römischen Ostens (vor allem Kaiser Julian, Libanios, Eunap und Themistios) nahmen diese Prozesse als bedrohliche Krise wahr, nicht zuletzt die vom anwachsenden Christentum ausgehende Gefahr für ihre eigene Position. Resignierten sie in dieser Situation oder versuchten sie, mit diskursiven Mitteln Lösungen für die drängenden Probleme zu finden? Dieser Frage geht Jan Stenger nach, indem er wichtige Themen dieser Epoche wie die Konstruktion von Identität, die ideale Herrschaft und die Deutung der zeitgenössischen Realität untersucht. Als gemeinsame Charakteristika dieser Literatur erweisen sich die Formung eines hellenischen Selbstverständnisses, ein durch die Herausforderungen bewirktes höheres Reflexionsniveau sowie inhaltliche und formale Innovationen. Diese Merkmale erlauben es, erstmals die Spezifik der paganen Literatur im vierten Jahrhundert nachzuzeichnen.
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Der hier neu in die Forschung eingeführte Begriff des ‚Cityscaping‘ charakterisiert den kreativen Prozess, in dem ein Stadtbild in verschiedenen Medien – Text, Film und Artefakten – erschaffen und repräsentiert wird. Er lenkt damit die Aufmerksamkeit von gebauten Stadträumen auf mentale Bilder von Städten. Im Zentrum steht einerseits die Frage, mit welchen literarischen, visuellen und akustischen Mitteln die räumliche Imagination der Rezipienten angeregt wird; andererseits wird untersucht, welche Semantik und Funktionen einem medial konstruierten Stadtbild beigelegt werden. An Beispielen antiker Texte und Kunstwerke, neuzeitlicher Literatur und Filme werden das künstlerische Potenzial und die Techniken der Semantisierung von Stadtbildern beleuchtet. Mit seinem interdisziplinären Ansatz macht der Band erstmals deutlich, wie stark die mentalen Bilder städtischer Räume in der Antike und Neuzeit von medialen Techniken geformt wurden.
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Der hier neu in die Forschung eingeführte Begriff des ‚Cityscaping‘ charakterisiert den kreativen Prozess, in dem ein Stadtbild in verschiedenen Medien – Text, Film und Artefakten – erschaffen und repräsentiert wird. Er lenkt damit die Aufmerksamkeit von gebauten Stadträumen auf mentale Bilder von Städten. Im Zentrum steht einerseits die Frage, mit welchen literarischen, visuellen und akustischen Mitteln die räumliche Imagination der Rezipienten angeregt wird; andererseits wird untersucht, welche Semantik und Funktionen einem medial konstruierten Stadtbild beigelegt werden. An Beispielen antiker Texte und Kunstwerke, neuzeitlicher Literatur und Filme werden das künstlerische Potenzial und die Techniken der Semantisierung von Stadtbildern beleuchtet. Mit seinem interdisziplinären Ansatz macht der Band erstmals deutlich, wie stark die mentalen Bilder städtischer Räume in der Antike und Neuzeit von medialen Techniken geformt wurden.