Jane Wei – författare
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PDF, Tyska, 2020570 kr
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Mit diesem Buch laden Jonuz und Weiß zu einem radikalen Perspektivenwechsel ein. Sie befragten erfolgreiche Frauen aus den heterogenen Sinti-und-Roma-Communities in Deutschland zu ihren Bildungs- und Berufswegen. Die biographisch-narrativen Selbstzeugnisse der Sintizza und Romnja bieten in der analytischen Aufbereitung beeindruckende Einblicke in die gesellschaftliche Wirkmacht, Beharrungskraft und Mechanismen tradierter Diskriminierungen. Doch die Befragten verweigern sich einer Verortung in Klischees und tradierten Strukturen der Dominanzgesellschaft, entwickeln Widerstand und erfolgreiche Strategien der Bewältigung. Ein wirksamer (Schutz-)Raum sind dabei die Familien hinsichtlich der Bestärkung des Bildungs- und Aufstiegsbegehrens ihrer Töchter. Hingegen sind die Räume der zertifizierten Bildung und beruflichen Etablierung für alle Befragten Risiko-Orte, in denen diskriminierende, rassifizierende und sexistische Strukturen vorherrschen. Ein weiterer Schutzraum wird der Erfolg selbst, denn erworbene Bildung, berufliche Etablierung und die damit verbundene sozialstrukturelle Anerkennung ermöglichen den Biographinnen eine selbst-bestimmte Positionierung mit ihren Mehrfachzugehörigkeiten als Romni, Sintizza, Wissenschaftlerin, politische Aktivistin, Berufstätige, Mutter, Künstlerin und Mensch.
Der Inhalt
Einleitung zu einem Perspektivwechsel · Bildungskulturen in einer Gesellschaft mit Rassismushintergrund · Die Problemgeschichte dreier Begriffe: „Ethnizität“, „Rasse“ und „Ethnie“ · Das (europäische) Romnja/Sintize-Stereotyp · Forschungen zu Sinti und Roma · Forschungsdesigne der Studie · Präsentation der biographischen Daten und Analysen · Gelingensbedingungen und Barrieren des Erfolgs · Deutungsmuster, Strategien und Risiken des Erfolgs · Empfehlungen zu Rassismuskritik in Politik, Bildungsinstitutionen und WissenschaftDie Autorinnen
Dr. Elizabeta Jonuz ist Professorin für Migration und Internationales an der Hochschule Hannover.
Dr. Jane Weiß ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin an der Humboldt Universität zu Berlin.
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Tyska, 2025653 kr
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Die in diesem Band versammelten Beitrage untersuchen historisch, biographisch und theoretisch, wie fur Sinti und Roma in Deutschland Teilhabe an Bildung moglich war und ist. Teilhabe und Bildung werden dabei als Dimensionen eines Wechselverhaltnis von Subjekt und Gesellschaft begriffen. Die Thematisierung von Bildungsteilhabe wird deshalb nicht nur im Blick auf das institutionalisierte Bildungssystem untersucht, sondern fur die Gesamtheit der historisch gewachsenen Formen und Praxen der Bildungsteilhabe sowie fur die Moglichkeiten ihrer Gestaltung durch die Subjekte. Mit diesem analytischen Zugang kann die Bildungssituation von Sinti und Roma als ein historisch gewachsenes Ausschlussverhaltnis basierend auf tradierten Zuschreibungen entschlusselt werden, argumentativ gestutzt und fortlaufend aktualisiert durch akademisch legitimiertes Wissen. Ausgehend von diesen historischen Wissensbestanden, aber kontinuierlich auch von den Selbstzeugnissen der betroffenen Subjekte aus, wird die dominierende Sichtweise auf die Bildungssituation von Sinti und Roma dekonstruiert und aufgezeigt, wie ihre Bildungsteilhabe durch Kulturalisierung, Ethnisierung und Rassifizierung formiert und kanalisiert wird. Im Ergebnis werden so gesellschaftliche (Unrechts-)Verhaltnisse unsichtbar gemacht und der kritischen Analyse und Veranderung entzogen. Mit dieser Sichtweise entfalten die Analysen ein Bild von Bildungsteilhabe als Praxis struktureller und individueller Benachteiligung, fortdauernder Diskriminierung und wirksamer Barrieren, die gleichzeitig von eminenter Wirksamkeit fur die Welt- und Selbstverhaltnisse der Subjekte sind. Der lebensgeschichtliche Zugang macht deshalb auch die Ambivalenzen von Bildung in ihrer historisch-kulturellen Bedeutung fur die Subjekte greifbar: sie erfahren Bildung als Risikolage und Herausforderung, als Entwicklung von Resilienz und lebensgeschichtliche Chance zugleich.