Jorg Paul Muller – författare
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Die Bundesverfassung von 1999 enthält noch wenig gewürdigte Schätze wie den Art. 35 BV, der alle staatlichen Organe verpflichtet, die Grundrechte nicht nur zu achten, sondern auch zu ihrer Verwirklichung beizutragen. Das zugrundeliegende Freiheitskonzept findet sich bereits im 18. Jahrhundert, rechtsphilosophisch etwa bei Kant, praktisch in den frühen amerikanischen (1776) oder französischen (1789) Rechteerklärungen. Die Besinnung auf solche Grundpfeiler der Verfassungsentwicklung ist auch für das heutige Verständnis der Grundrechte fruchtbar.Nationalismus und Rechtspositivismus haben im 19. Jahrhundert die Freiheitsrechte auf eine Abwehrfunktion gegen den Staat reduziert. Nach den Schrecken der beiden Weltkriege ist jedoch ihre staatslegitimierende Funktion unter dem Leitsatz der Menschenwürde wieder in den Vordergrund gerückt. Nationaler und internationaler Schutz der Grundrechte stehen heute in einem Wechselspiel, das Wissenschaft und Praxis herausfordert.
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Schon die erste Demokratie in Griechenland hatte gegen den Angriff von Populisten zu kämpfen. Können die damaligen Erfahrungen heute weiterführen? Denn auch aktuell gefährdet populistische Politik weltweit die Integrität demokratischer Prozesse. Von dieser Problematik geht die Studie in ihrer ganz neuen Fragestellung aus. Sie zeigt, dass man auch heute dem Populismus am ehesten durch souveräne Wählerschaften beikommen kann. Auch aktuellen demokratiepolitischen Konzepten wie der Diskurstheorie und Vorstellungen deliberativer oder reflexiver Demokratie liegt im Kern der sokratische Dialog zugrunde. Die Mündigkeit des Bürgers und der Bürgerin, die von solchen Demokratiekonzepten verlangt wird, darf aber nicht einfach vorausgesetzt werden. Sie ist immer wieder heranzubilden und zu vermitteln, etwa durch politische Bildung und in einer reflektierten demokratischen Alltagspraxis.