Lisa Rettl – författare
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Del 19 - Mauthausen-Studien
"Ich war mit Freuden dabei."
Häftad, Tyska, 2024
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PDF, Tyska, 2021258 kr
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Straßen(um)benennungen haben seit den 2000er-Jahren Konjunktur: Politisch inakzeptabel erscheinen in den öffentlichen Erinnerungsdebatten mittlerweile Persönlichkeiten mit Nähe zum Nationalsozialismus. In Diskussion steht jedoch auch die Frage, auf welche Weise topografische Bezeichnungen Dominanzverhältnisse und hegemoniale Erinnerungsdiskurse abbilden. Aber der in diesem Kontext geäußerte Ruf nach mehr Gendergerechtigkeit und mehr Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum erweist sich im Zuge der gegenwärtigen Umbenennungspraktiken mitunter als paradoxes Rezept gegen politisch fragwürdige Ehrungen: Nicht wenige Wissenschafterinnen, die als akademische Pionierinnen und Wegbereiterinnen ihres Faches heute mit Straßennamen gewürdigt werden, waren auch politisch aktive Nationalsozialistinnen. An dieser anachronistisch anmutenden Praxis öffentlicher Gedächtnispolitiken setzt das vorliegende Heft an, indem es Perspektiven der Frauen- und Geschlechtergeschichte mit Biografie- und Wissenschaftsforschung verknüpft. Vorgestellt werden drei Wissenschafterinnen, nach denen zuletzt Straßen benannt wurden: Mathilde Uhlirz, Lore Kutschera und Margret Dietrich.Since the year 2000 (re)naming streets have gained momentum. Today, people who sympathized with the Nazi regime seem inacceptable in public debates on remembrance. At the same time, it is also discussed in which ways topographic names reflect dominance and hegemonic discourses on remembrance. However, the call for more gender equality and visibility of women in public may turn out to be a paradox recipe against politically questionable honours in the midst of the current renaming practices. Numerous scholars, honoured today with street names as academic pioneers and who paved the way for their discipline, were also active Nazis. The present issue focuses on this apparently anachronistic practice of public remembrance policy by combining perspectives of women and gender history with biography and science research. This issue presents three scholars after whom streets were named recently: Mathilde Uhlirz, Lore Kutschera and Margret Dietrich.
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Tyska, 2014251 kr
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"Die Juden mögen wir nicht", schwadronierte Sigbert Ramsauer, ehemaliger SS-Arzt im KZ am Loiblpass, amnestierter Kriegsverbrecher und praktischer Arzt in Klagenfurt, Anfang der 1990er Jahre in einem TV-Interview. Und zu seiner Rolle im NS-Getriebe erklärte vor laufender Kamera freimütig: "Ich war mit Freuden dabei!"Mit der Biografie des bis dato wenig bekannten österreichischen KZ-Arztes folgen die ZeithistorikerInnen Lisa Rettl und Peter Pirker einer Spur, die über den Vernichtungskrieg in Polen und der UdSSR durch die verschiedenen Konzentrationslager des Deutschen Reiches mäandert, nach Großbritannien führt und sich schlussendlich zu einem zutiefst österreichischen Stück Geschichte verdichtet: Sie manifestiert sich im Umgang mit NS-Tätern und ihren Opfern, im umfassenden Be- und Verschweigen, in der breiten gesellschaftlichen Hilfe für Kriegsverbrecher und letztlich auch in der zögerlichen strafrechtlichen Verfolgung.Dank großer Akribie und außergewöhnlichem Quellenreichtum zeichnen Rettl und Pirker nicht nur den Lebensweg Ramsauers nach, sie skizzieren darüber hinaus einen bislang in der Zeitgeschichte unbearbeiteten Themenkomplex: den britischen Militärgerichtsprozess von 1947, Kärntens größten Kriegsverbrecherprozess.Mit dem aktuellen Titel der Zeitgeschichte-Reihe schlägt der Milena Verlag ein neues Kapitel auf: Nicht der Verfolgten, Widerständigen und Ermordeten wird hier gedacht, sondern die "Normalität" eines Kriegsverbrechers aufgezeigt, und einmal mehr der Umgang der Zweiten Republik mit den Verbrechen des Zweiten Weltkrieges.
178 kr
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Richard Wadani - Leben und politische Arbeit eines Wehrmachtsdeserteurs. Kritik und Widerstand als Lebensprinzip, bei dem es immer wieder um eines ging: die Frage der Solidarität.2007 wurde Richard Wadani als erstem österreichischen Wehrmachtsdeserteur das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs verliehen. Ein mühsam erkämpfter Schritt, dem noch andere wichtige Etappen folgen sollten: 2009 das sogenannte Anerkennungs- und Rehabilitierungsgesetz für die Verfolgten der NS-Militärjustiz, 2014 schließlich die Enthüllung eines Deserteursdenkmals am Wiener Ballhausplatz. Immer mittendrin im politischen Geschehen: Der mittlerweile über 90jährige Richard Wadani, dessen scharfsinniger Humor ebenso besticht wie seine zeitlebens konsequente politische Haltung. Aufgewachsen als Sohn österreichischer Eltern im revolutionären Prag der 1920er und 30er Jahre, führt sein Weg 1938 unfreiwillig nach Wien, ebenso widerwillig in die Wehrmacht. Im Oktober 1944 läuft er an der Westfront zu den Alliierten über. In der Uniform der Briten kehrt er 1945 nach Wien zurück. Anfeindungen, Neubeginn im Nichts, mit nichts. Pionier beim Aufbau des österreichischen Volleyballs als Profisport; Engagement und Arbeit in der KPÖ. Schmerzhafte Zäsur, Parteiaustritt nach dem Prager Frühling 1968. Als Konstante über die Jahrzehnte hinweg: Die politische Auseinandersetzung.