Ludwig Huna – författare
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Warm weht der West durch die Gassen. Er streut den Blütenregen unzähliger Rosen über Mädchen und Frauen, die in verschlungen Reigen dahinbrausen, als suchten sie, thyrsus schwingende Thyiaden, das Tempelfest ihres leuchtenden Gottes mitten im heiligen Rom wieder heimisch zu machen. Arme schlingen sich umeinander, Lippen schwellen Küssen entgegen, der Atem dampft von Sinnlichkeit, bunte Steine klirren an dem Halse der braunen Schönen von Trastevere, die ihr alltägliches Elend unter dem Jauchzen der Karnevalsnacht begraben oder es mit dem Flitter flüchtiger Liebe vergolden. Die Steinklumpen von Trastevere sind zu Palästen geworden. Von Fenster zu Fenster schlingen sich Rosengirlanden,, aus denen der schwüle Geist in den Schweißgeruch der Gassen niederströmt und sich dort zu einem sinnverwühlenden Duft verdichtet, dem noch Orangen, Myrten, Zwiebeln, Feigen und Fische zu betäubender Kraft verhelfen. Ohrenzerreißende Musik lärmt in die Massen hinein, die ihre Gluten vor die Altäre von Venus und Bacchus werfen. Ein Veilchenregen aus den Händen schöner Nymphen geht über drohende Hellebarden nieder, so lange, bis die zur Erhaltung der Ordnung berufenen päpstlichen Söldner lachend mittanzten.InhaltsverzeichnisDie Stiere von RomDer Stern des OrsiniDas Mädchen von NettunoAusklingen
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Tyska, 201745 kr
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Ludwig Huna schrieb mit "Die Stiere von Rom" im Jahre 1920 die Geschichte um die notorische Familie des Papstes Alexander VI. Rodrigo Borgia und seiner Kinder Cesare und Lucrezia, die in der Lesererwartung entsprechender Form dargestellt wurde. Obwohl er es mit der historischen Wahrheit nicht ganz so genau nimmt, gelingt es der Hunaschen Prosa doch, die Leser zu begeistern. Borgia hat eben noch nichts von seinen unheiligen Ruf, obwohl historisch widerlegt, eingebüßt. Ein lesenswerter historischer Roman.
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Die Orsini waren eine weit verzweigte römische Adelsfamilie, die vom römischen Geschlecht der Bobonen abstammte und den Namen Bobon oder Bobo trugen. Erst im Verlauf des Jahres 1191 adoptierten sie den Namen Orsini. Diese Familie hatte zwischen 1100 und 1900 maßgeblichen Anteil an der italienischen Geschichte. Von 1500 bis 1958 teilten die Orsini mit den Colonnas die Würde eines päpstlichen Thronassistenten, die Orsini wurden 1629 Reichsfürsten, 1724 päpstliche Prinzen und 1854 erhielten sie den Titel eines "Principe romano".Aus ihrer Mitte stammten drei Päpste: Papst Coelestin III., Papst Nikolaus III. und Papst Benedikt XIII. Beim Titelheld des Romans handelt es sich um Giovanni Battista Orsini (geboren um 1450 in Rom). Er war ein Neffe des Kardinals Latino. Orsini. erlangte am 15. November 1483 von Papst Sixtus IV. das Kardinalat und erhielt als Kardinaldiakon die Titeldiakonie Santa Maria in Domnica. 1489 wechselte er zu Santa Maria Nuova. 1490 bekam er von Innozenz VIII. das Erzbistum Tarent verliehen, welches er bis 1498 als Administrator regierte. Nebenher war er päpstlicher Legat und Verwalter für die Romagna, Bologna und die Mark Ancona, die damals Provinzen des Kirchenstaates waren. Im Konklave von 1492 wurde hauptsächlich auf sein Betreiben hin Alexander VI. zum neuen Papst gewählt. 1493 wurde er Kardinalpriester der Titelkirche Santi Giovanni e Paolo, worauf er am 12. März desselben Jahres die Priesterweihe empfing. Orsini vertrat zusammen mit dem Oberhaupt des Hauses Orsini, dem Herzog von Gravina (wahrscheinlich Francesco Orsini), im italienisch-französischen Krieg die Interessen von Florenz und Frankreich. Er wurde von Alexander VI., dem Vater Cesare Borgias, verhaftet und im Kerker des Castello Sant''Angelo eingesperrt, nachdem er am 3. Januar 1503 zur Audienz befohlen worden war. Dort wurde er – historischen Spekulationen zufolge – von Alexander oder dessen Sohn vergiftet, so dass er am 22. Februar desselben Jahres starb.
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Die Herrschaft der Borgia geht zu Ende. Begleitet wird diese Zeit durch die Liebeslegende von Cesare Borgia und Carmela Accolti, dass Mädchen von Nettuno.Nachdem sich die Schönheit Cesare hingegeben hat, begleitet sie ihm, obwohl körperlich getrennt, auf seinen letzten Kampf um die Macht. Bei einen Giftanschlag stirbt Alexander VI., Cesare überlebt. Jetzt beginnt der Kampf um den verwaisten Sitz des Kirchoberhauptes und Cesare gerät zwischen die Fronten. Noch einmal begegnen sich die Liebenden, bevor endgültig der Vorhang fällt. Cesare muss erfahren, dass seine Carmela die Tochter des Kardinals Giovanni Borgia war. Historisch ungenau, dennoch spannend erzählt und lesenswert.
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Der Held des Buches ist Wolf Dietrich von Raitenau (1559 bis 1617). Dieser war Fürsterzbischof und regierte von 1587 bis 1612 das Fürsterzbistum Salzburg. Im Mai 1587 als Kompromisskandidat zum Erzbischof gewählt, wurde er im Oktober desselben Jahres vom Passauer Bischof Urban von Trennbach zum Priester und Bischof geweiht. Schon nach kurzer Zeit führte er Reformen in der Liturgie und Verwaltung durch. Für seine Geliebte Salome Alt, mit der er 15 Kinder hatte, ließ er das Schloss Altenau bauen. Zu Fall brachten ihn die Konflikte mit Bayern: Sein Fernbleiben von der Katholischen Liga lief der Politik Maximilians von Bayern zuwider. Weitere Streitpunkte waren der Salzpreis sowie die salzreiche und reichsunabhängige Fürstpropstei Berchtesgaden, über die Salzburg schon immer seinen Einfluss ausbreiten wollte, die damals aber stark unter bayerischem Einfluss stand. Ein Einmarsch der Salzburger Truppen in Berchtesgaden im Oktober 1611 wurde von den Bayern mit einem Einmarsch in Salzburg beantwortet; Wolf Dietrich wurde auf der Flucht gefasst und bis an sein Lebensende von seinem Nachfolger und Neffen Markus Sittikus, Graf von Hohenems zuerst in der Festung Hohenwerfen und später in der Fürstenstube der Festung Hohensalzburg in strenger Einzelhaft eingesperrt.