Martin Deuerlein – författare
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Inbunden, Tyska, 2025
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Sozialwissenschaftliche Debatten über globale Verflechtungen zwischen den 1960er und den 1980er Jahren.Ab den späten 1960er Jahren diskutierten Zeitgenossen intensiv über globale Verflechtungen in Weltpolitik und Weltwirtschaft. Mehr als ein Jahrzehnt vor dem Einsetzen der Globalisierungsdebatte erklärten sie ihre Gegenwart zum "Zeitalter der Interdependenz". Martin Deuerlein untersucht für die USA und die Sowjetunion erstmals umfassend solche globalistischen Gegenwartsdiagnosen in den Sozialwissenschaften und ihre Wechselwirkungen mit der internationalen Politik. Der Autor zeigt, wie das im 19. Jahrhundert etablierte Verständnis von Interdependenz als Verflechtung nationaler Einheiten ab den 1960er Jahren hinterfragt wurde. Die Zunahme von Welthandel und Finanzströmen, "globale Probleme" wie Hunger und Umweltverschmutzung und die neue Bedeutung multinationaler Unternehmen und anderer transnationaler Akteure ließen Beobachter an bisherigen Annahmen zweifeln. Vor dem Hintergrund des Ost-West- und des Nord-Süd-Konflikts wirkte globale Verflechtung zunehmend bedrohlich und schien neue politische Ansätze zu erfordern. Wie eine den gewandelten Rahmenbedingungen angepasste Weltordnung jedoch aussehen sollte, war heftig umstritten - eine Frage, die bis heute nichts von ihrer Relevanz verloren hat.
Del 2 - Bedrohte Ordnungen
Goldenes Zeitalter der Stagnation?
Perspektiven auf die sowjetische Ordnung der Breznev-Ära
Inbunden, Tyska, 2014
1 275 kr
Tillfälligt slut
Die Amtsjahre Leonid I. Brežnevs prägte ein Widerspruch: Auf der einen Seite wollte die politische Führung durch "Vertrauen in die Kader" und eine "Politik der Normalität" nach Nikita Chruščevs sprunghafter Politik eine neue Phase der Stabilität und Berechenbarkeit einläuten. In der Erinnerung vieler sowjetischer Bürger gilt die Brežnev-Ära darum rückblickend als "Goldenes Zeitalter" mit steigendem Lebensstandard.Auf der anderen Seite fand sich die sowjetische Gesellschaft in einer Phase beschleunigten sozialen Wandels wieder. Zeitgleich versagten Legitimationsmuster, ökonomische Steuerung und politische Entscheidungsfindung in einem solchen Maße, dass die Reformbedürftigkeit der sowjetischen Ordnung allzu deutlich wurde und sich Ende der 1970er Jahre eine Kommunikation über ihre Defizite und mögliche Alternativen etablierte. Die Antwort der Brežnev-Führung war eine noch stärkere Selbstvergewisserung: Für die eigene Stabilität und Normalität nahm sie ein eingeschränktes Sichtfeld in Kauf.Der Sammelband thematisiert die für die sowjetische Ordnung dieser Zeit prägende "Hyperstabilität" in Fallbeispielen zu Großprojekten, stadtplanerischen Projekten, Dissidenten, Künstlern und außenpolitischen Experten. Der Band fragt nach Spezifika der Brežnev-Ära, zeigt neue Forschungsperspektiven auf und setzt sich kritisch mit ihrer traditionellen Bewertung als "Zeitalter der Stagnation" auseinander. Seine Perspektive auf die Wechselverhältnisse von internen Prozessen und transnationaler Verflechtung leistet einen Beitrag zum neu erwachten Interesse an den 1970er Jahren als einer Periode tiefgreifenden sozialen Wandels in West und Ost.