Nikolaus Egel – författare
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PDF, Tyska, 2017567 kr
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»Wir dürfen nicht an allem festhalten, was wir gehört und gelesen haben, sondern müssen aufs genaueste die Auffassungen der früheren Generationen prüfen, um hinzuzufügen, was bei ihnen fehlte, und um zu berichtigen, wo Irrtümer unterlaufen waren.« Mit diesen Worten wandte sich der Franziskanermönch Roger Bacon an Papst Clemens IV., um ihm seine grundlegende Idee einer umfassenden Reform der Wissenschaften und der Gesellschaft des 13. Jahrhunderts vorzustellen. Seine Reformvorschläge bestanden unter anderem darin, den durch die Übersetzungsbemühungen des 12. und 13. Jahrhunderts nun wieder rezipierbaren experimentellen und mathematischen Wissenschaften eine bis dahin ganz neue Stellung im universitären Lehrplan einzuräumen. Außerdem forderte Bacon, den Sprachunterricht des Hebräischen, Griechischen und Arabischen zu institutionalisieren, weil »die unaussprechliche Schönheit der Weisheit« nur aus diesen Sprachen gewonnen werden könne.Bacon scheiterte mit seinen Bemühungen, nicht zuletzt durch Clemens'' Tod, und die Idee einer grundlegenden Reform des Studiums und der Gesellschaft durch die Macht der Wissenschaften geriet in den nächsten Jahrhunderten in Vergessenheit, ebenso wie Bacons Schriften. Dennoch bleibt die Hoffnung auf eine Reform der Gesellschaft durch die Kraft der Vernunft, die in ihrer Radikalität die Aufklärung vorweg zu nehmen scheint, von zeitloser Anziehungskraft.Das Compendium studii philosophiae (1272), in dem Bacon sein Reformprogramm konzis und unter oft erstaunlicher Abgrenzung von scholastischen Autoritäten darstellt, liegt nun erstmals in einer deutschen Übersetzung vor. Seine Reformideen dürften nichts von ihrer Aktualität verloren haben, denn – so Bacon im Compendium – »so lange wie die Unwissenheit andauert, kann kein Heilmittel gegen die Gebrechen des Menschen gefunden werden«.
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PDF, Tyska, 2017680 kr
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»Denn auch, wenn bisher die Grundsteine noch nicht gelegt sind, so sind doch das Holz und die Steine bereits vorhanden, nämlich die Kraft der Wissenschaften und der Sprachen; und ich werde sorgfältig erforschen, wie die übrigen Gebäude errichtet werden müssen, die für die Weisheit notwendig sind.«Mit diesen Worten beginnt Roger Bacon seinen »Brief an Papst Clemens IV.«, um diesem sein Reformprogramm der Wissenschaften und der Gesellschaft des 13. Jahrhunderts vorzustellen, das er in seinem Hauptwerk, dem Opus maius, im Jahr 1266 detailliert dargelegt hat. Er plädiert darin nicht nur für eine Aufnahme der »Sprachen der Weisheit« (Hebräisch, Griechisch und Arabisch) in das universitäre Lehrprogramm, sondern spricht sich auch dafür aus, den durch die Übersetzungen des 12. und 13. Jahrhunderts nun wieder verfügbaren mathematischen und experimentellen Wissenschaften im Lehrplan eine ganz neue Stellung einzuräumen. Das Ziel war die Wiederentdeckung der »Herrlichkeit der Weisheit«; die Sprachen, die Mathematik und die Erfahrungswissenschaft waren die Mittel dazu.Die in diesem Band versammelten Werke Roger Bacons: der oben erwähnte »Brief an den Papst«, das »Opus maius, Teil I, II und VI«, sowie der »Brief über die geheimen Werke der Natur und der Kunst und über die Nichtigkeit der Magie«, erlauben es nun, die Hauptgedanken eines der bedeutendsten und facettenreichsten Denker des 13. Jahrhunderts erstmals in deutscher Sprache kennenzulernen. Diese Texte zeigen, dass Roger Bacon lange vor der Moderne nicht nur von Flugmaschinen, Unterseebooten und Automobilen träumte, sondern viel grundlegender von einer radikalen Neubegründung der Wissenschaft.
Häftad, Tyska
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PDF, Tyska, 2018204 kr
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Giovanni Pico della Mirandola war gerade einmal 23 Jahre alt, als er seine Neunhundert Thesen im Jahr 1486 in Rom mit der Schlussbemerkung veröffentlichen ließ, dass er persönlich jedem Gelehrten, der zur Disputation über die Thesen nach Rom kommen wolle, die Reisekosten erstatten würde. Pico hatte sich damit ein Ziel von bisher nie dagewesenen Ausmaßen gesetzt: Mit allen Gelehrten des Abendlandes wollte er vor dem Papst über alle Lehrsätze der verschiedenen Völker und deren Denker disputieren, über die Kabbala und die zoroastrischen Weisheitslehren wie über die verschiedensten Thesen des Neuplatonismus, der mittelalterlichen Scholastik, der Orphik und der arabischen und chaldäischen Weisheit. Das Ziel war die Versöhnung aller im Abendland bis dahin bekannten Autoritäten und die Zusammenführung der philosophischen und theologischen Traditionen des 15. Jahrhunderts zu einer christlichen Weisheit. Pico stellte sich die Veranstaltung als einen gewaltigen Kongress vor, für den die Neunhundert Thesen die Diskussionsgrundlage bilden sollten. Während die ersten 400 Thesen eine Zusammenstellung konfligierender Lehrmeinungen darstellen, sind die zweiten 500 »Thesen gemäß der eigenen Ansicht«, also – schon das ein unerhörtes Novum – ganz eigene Positionen Picos, die von der gängigen Art des Philosophierens abweichen. Allein – der Papst ließ 13 der Thesen auf den Index setzen und den gesamten Text verbieten. Die Versammlung, von der Pico geträumt hatte, fand niemals statt. Die bereits gedruckten Exemplare wurden eingezogen und zum Teil verbrannt. Pico wurde, nachdem er Rom verlassen hatte, verhaftet und exkommuniziert.
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PDF, Tyska, 2018283 kr
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Vives'' Schrift »Gegen die Pseudodialektiker«, die von Thomas Morus und Erasmus von Rotterdam hoch gelobt wurde und stark von Morus und Lorenzo Valla beeinflusst ist, wurde von vielen seiner Zeitgenossen lebhaft rezipiert. Sie ist ein satirischer Angriff auf die vergangenen 500 Jahre Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, ein Angriff, in dem sämtliche Argumente der Humanisten gegen die Scholastik und deren Auffassung von Sprache ins Feld geführt werden, die Vives zufolge doch nur »eine zwar große, aber unnütze Menge an Unkraut« hervorgebracht habe. Worum es geht, ist also die Rolle der Sprache und die Rangstellung, die die »artes de sermone« in der Ausbildung an der Universität einnehmen sollten: »Denn sie [die Scholastiker] träumen und erfinden für sich selbst Unsinnigkeiten und eine Art neuer Sprache, die nur sie allein verstehen.« Die scholastische Philosophie hatte für die Humanisten die Fähigkeit verloren, die Realität des Menschen zu erkennen und zu erklären. Für die Humanisten motivierend war ihre Abneigung gegenüber dem, was wir als scholastische Methode kennen, die hochintellektuell Fragen generierte und Antworten daraus imaginierte, die aber für die Humanisten keinen Realbezug mehr zu haben schien. Die Philosophie an der Universität war für die Humanisten seit dem 14. Jahrhundert von einer Realwissenschaft zu einer reinen Begriffswissenschaft geworden, die, wie Petrarca sagt, nicht auf den Dingen, sondern nur noch auf Worten beruhe und sich ausschließlich im Bereich der Sprache bewege – und daher als sinnlose Geschwätzigkeit kritisiert wurde. Vives'' kleine Polemik ist über ihren Kontext in der Frühen Neuzeit hinaus von überzeitlicher Bedeutung: Entstanden im Zusammenhang der Krise der Philosophie am Ausgang des Mittelalters, argumentiert sie gegen festgefahrenes Denken und fordert eine neue, dem Leben dienende Philosophie ein.
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PDF, Tyska, 20191 417 kr
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Von den drei Hauptwerken, die Roger Bacon in dem kurzen Zeitraum zwischen 1266 und 1268 verfasste, war das »Opus tertium« das letzte, die Zusammenfassung und Summa seines Denkens und seiner Forderungen an eine Modernisierung von Theologie und Wissenschaft seiner Zeit. Papst Clemens IV. hatte ihn brieflich aufgefordert, »uns jenes Werk […], ungeachtet der gegenteiligen Vorschrift irgendeines Vorgesetzten oder irgendeiner Bestimmung deines Ordens, [...], so schnell wie möglich zu übersenden«. Das gab Bacon die Hoffnung, mit seinen Reformvorschlägen zur Neuordnung der Universität und der Wissenschaften auch zu den höchsten Kreisen durchzudringen. Im »Opus tertium« behandelt Bacon eine Vielzahl an Themen in sehr moderner Weise: das Verhältnis von Philosophie und Theologie, Logik und Mathematik, die Notwendigkeit des Studiums alter Sprachen, der Astronomie, Geometrie, Alchemie und – als höchstes Ziel – der Moralphilosophie. Zentrale naturphilosophische und astronomische Fragen werden diskutiert: über Einheit und Teilbarkeit der Materie, die Ewigkeit der Welt, über die Zeitberechnung und den Kalender, das ptolemäische Sternensystem, den Nutzen der Musik und die Alchemie. Roger Bacon weist den Wissenschaften dabei eine einzigartige Gewichtung zu, die ihn in Konflikt mit seiner Zeit brachte: Zwar bleibt die Theologie die »Herrin aller Wissenschaften«, aber die empirisch-mathematischen Wissenschaften sind ihr methodologisch vorgeordnet und damit für sie notwendig. Das ist das Grundpostulat des gesamten Bacon''schen Reformprogramms: Die »niederen« Wissenschaften sind ebenfalls Gegenstand der göttlichen Offenbarung und liefern der Theologie ihre Grundlage: denn durch die Anwendung der Prinzipien der anderen Wissenschaften wird die Weisheit der Theologie erst zugänglich.
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PDF, Latin, 20222 097 kr
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Im »Examen vanitatis« geht es Pico nicht um die Auseinandersetzung mit einzelnen Positionen paganer Philosophen, sondern um einen Kampf gegen die Philosophie insgesamt. Pico wollte die alleinige Verlässlichkeit des christlichen geoffenbarten Glaubens nachweisen, und sein Instrument war die pyrrhonische Skepsis, die er systematisch nutzte, um zu zeigen, dass die antike Philosophie – insbesondere die ihres Protagonisten Aristoteles – und zugleich die gesamte Rezeptionstradition durch antike philosophische Argumentation selbst obsolet waren. Pico war ein Anhänger des Bußpredigers Savonarola, der 1497 in Florenz u. a. die Manuskripte und Texte verbrennen ließ, aus denen Giovanni Pico, Gianfrancescos Onkel und bedeutender Humanist, geschöpft hatte. Ironischerweise stand aber gerade die skeptische Methode, derer sich Pico zur Begründung unumstößlicher Glaubensgewissheiten bediente, am Anfang einer Entwicklung, die bis zum Entwurf der neuen Wissenschaften führte, die wir heute mit Descartes und Gassendi verbinden. Die kritische Edition dieses Schlüsseltextes des frühneuzeitlichen Denkens folgt der Editio princeps aus der Druckerei von Gianfrancesco Pico della Mirandola von 1520 und berücksichtigt die rezeptionsgeschichtlich wichtigsten Drucke.
Inbunden, Tyska, 2025
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PDF, Latin, 20251 051 kr
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Was Charles de Bovelles mit dem Liber de sapiente (1511) geschaffen hat, ist eine Meditation uber die Welt aus dem Blick eines Philosophen und Mystikers, die das Denken der Renaissance auf einzigartige Weise zusammenfasst und wie in einem Kaleidoskop aufzeichnet. Das Buch uber den Weisen ist ein schriftliches Gemalde, das die darin imaginierte und aus einer langen Tradition herruhrende Ordnung der Welt in der Vorstellung der Renaissance mit hellen Farben zu zeichnen versucht. Ernst Cassirer nannte das Buch die vielleicht merkwurdigste und in mancher Hinsicht charakteristischste Schopfung der Renaissance-Philosophie Altes und Neues, Uberlebtes und Zeugungskraftiges (finden sich) auf so engem Raume nebeneinander . Der Weise ist in Bovelles Augen ein Mensch, der alle seine in ihm liegenden Anlagen in einem immerwahrenden geistigen und sittlichen Streben nach der Erkenntnis entfaltet und zum Gottlichen hin transzendiert. Er ist somit der sich selbst erkennende Mensch , der fur die Welt so notwendig [ist] wie die Seele fur den Korper . Cassirer war von Bovelles so beeindruckt, dass er eine von seinem Schuler Raymond Klibansky besorgte Edition des lateinischen Textes seiner Studie Individuum und Kosmos in der Philosophie der Renaissance (PhB 650) anfugte, die hier Vorlage fur den lateinischen Originaltext ist.