Norbert Wichard – författare
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So unwillkürlich es im konkreten Fall erscheinen mag: Lachen in der Literatur und als Effekt, nicht zuletzt auf dem Theater, ist ein Gegenstand komplexer Inszenierungen und überdies Fluchtpunkt poetologischer, anthropologischer und sogar sozialprogrammatischer Ansprüche. Es ist mit einer ganzen Reihe von Gattungen und literarischen Formen verknüpft, von Fastnachtspiel, Posse und Komödie über Parodien und Satiren bis hin zum Sprachspiel oder essayistischen Witz. Weitgefächert sind auch die möglichen Ursachen des Lachens: Wer lacht, kann dies spottend, aus Übermut, angesichts komischer Unfälle oder aus Verzweiflung tun. Dass sich hinter dem Lachen einiges Ernsthafte verbergen kann, wusste bereits Lessings Minna von Barnhelm. Die Literaturwissenschaft hat sich mit dem Lachen trotzdem häufig schwergetan, weil es mit ihrer Seriosität unvereinbar schien. Lachende Selbstdistanz kann jedoch gerade auch wissenschaftlich eine produktive Haltung sein: Ihre Liebe zur Literatur bringt sie nicht durch Thesengravität oder Pathos zum Ausdruck, sondern mit Kontingenzbewusstsein und Reflexion zumal auf die spielerischen Seiten der Literatur wie des Lebens.
Einsamkeit und Pilgerschaft
Figurationen und Inszenierungen in der Romantik
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„Einsamkeit", bereits vor 1800 diskutiert, wird als Kulturtechnik im romantischen Kunstverständnis adaptiert, wie Arnims Titelentwürfe für die Zeitung für Einsiedler zeigen: „Welteinsamkeit", „Der Einsiedler in der Gesellschaft", „Der Einsiedler auf Reisen". Einsame und Fremde, Einsiedler und Pilger sind bevorzugte literarische und bildkünstlerische Figuren bei Arnim, Tieck, Clemens Brentano, A. W. Schlegel, C. D. Friedrich u.a.m.
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„Einsamkeit", bereits vor 1800 diskutiert, wird als Kulturtechnik im romantischen Kunstverständnis adaptiert, wie Arnims Titelentwürfe für die Zeitung für Einsiedler zeigen: „Welteinsamkeit", „Der Einsiedler in der Gesellschaft", „Der Einsiedler auf Reisen". Einsame und Fremde, Einsiedler und Pilger sind bevorzugte literarische und bildkünstlerische Figuren bei Arnim, Tieck, Clemens Brentano, A. W. Schlegel, C. D. Friedrich u.a.m.
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Wohnen wird ab dem 18. Jahrhundert zu einem zentralen Thema der Selbstvergewisserung der bürgerlichen Gesellschaft: Insbesondere Identität oder Privatheit und Öffentlichkeit werden durch die Fortschreibung von Wohndiskursen in der Literatur inszeniert. Vor dem Hintergrund des langen, »wohnsüchtig[en]« 19. Jahrhunderts (Walter Benjamin) untersucht diese Studie Texte der deutschsprachigen Literatur von Karl Philipp Moritz über Goethe, die Romantiker und Theodor Fontane bis hin zu Alfred Kubin im kulturellen Kontext und verfolgt in zahlreichen Einzelanalysen die narrative Produktivität des Diskurskomplexes Wohnen.