Oleg Jurjew – författare
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Tyska, 2025176 kr
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TATARINOWA, 1931 verfat, konnte zu Lebzeiten Anna Radlowas nicht veroffentlicht werden. Die Erzahlung behandelt die russische Geschichte, brandmarkt aber den 'Zarismus' nicht, sie spricht von Sektierern, Glaubenshysterikern, Selbstverstummlern, ohne jedoch antireligios zu sein. Die Erzahlung lag im Archiv, bis sie 1997 zusammen mit anderen Texten von Anna Radlowa (einem Theaterstuck und Gedichten) in Moskau erschien - durch das Engagement von Alexander Etkind. Die atmospharisch dichte Novelle spielt im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Es entsteht ein geschichtstreues Bild, in das auch weithin unbekannte Details eingewoben sind. Anna Radlowa arbeitete dafur in Archiven; sie benutzte Briefe und Erinnerungen aus jener Zeit. Wir verfolgen die Geschichte einer Kastratensekte, der 'geistigen Skopzen', die sich in den hochsten Gesellschaftskreisen der Hauptstadt Petersburg etablierte. Wir sehen lebendige, leidende, sundigende Menschen und ihre Versuche, dem Leid mit Glauben zu begegnen. Wir erleben hautnah, wie die Eiferer und Zweifler (darunter groe Personlichkeiten - Maler, Heerfuhrer, sogar Zar Alexander I. - und einfache kleine Menschen) Jekaterina Tatarinowa um Hilfe im schwierigen Geschaft des Lebens ersuchen und wie diese ihre letzten Krafte fur diese Hilfe aufwendet. Tatarinowa ist eine groe, groartige Frau, und die Geschichte ihrer Berufung und ihres Dienstes an Gott und den Menschen ist nicht zuletzt aus psychologischer Sicht lehrreich. Doch die Geschichte ist auch ruhrend. Und abstoend. Und verwirrend. Und noch vieles mehr.
Inbunden, Tyska
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Tyska, 2017181 kr
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"Lieber Kornei Iwanowitsch, nun berichtet die Prawda, dass auch Sie gestorben sind. Das erlaubt mir, in kameradschaftlicherer Weise mit Ihnen zu sprechen – ab und an glaube ich, auch ich sei gestorben."Dies schreibt der Schriftsteller Dobytschin an den allseits bewunderten Literaturkritiker, Übersetzer und Kinderbuchautor Tschukowski. Er schreibt dies Jahre nach seinem eigenen vermeintlichen Tod. Auch der kleine Moskauer Literat Pryschow schreibt an einen allseits bewunderten Autor, Fjodor Dostojewski, dem Pryschow Vorbild war für eine Figur in seinem Roman "Die Dämonen". Der wirre Brief ist adressiert an den, der mit ihm aufwuchs, und den, der nun Pryschows Leben als Material benutzt. Der alkoholkranke Pryschow hält sich dabei mit antisemitischen Invektiven gegen Dostojewski nicht zurück – dann wieder sucht er das Verständnis des großen Autors.Schließlich meldet sich auch der kranke und hungrige Jakob Michael Reinhold Lenz bei seinem Gönner Karamsin – wahrscheinlich am Tag seines Todes. Lenzens anrührender Brief wird plötzlich zu einem Brief an den Freund Goethe, dann zu einem Bittbrief an den Vater, dann wieder wendet er sich erneut Karamsin zu.Zusammen ergeben die Briefe den Roman "Unbekannte Briefe", sein Thema ist Tod und Unsterblichkeit. Zugleich ist dieser Roman eine Hommage an die Jahrhunderte des Briefeschreibens. Denn der Auffinder der Poststücke, der bekannte russisch-deutsche Autor Oleg Jurjew, der die Briefe nur übersetzt haben will, ist selbstverständlich ihr Verfasser. "Unbekannte Briefe" ist Jurjews erster auf Deutsch verfasster Roman.
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Tyska, 2014113 kr
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"Zwei jüdische Jungen am Rande der zerbrechenden sowjetischen Welt: ein grandioses Sprach- und Fantasiespektakel, das den Leser mitreißt … Dieses Buch, ach was: "diese Wort-Arche aus Rotz und Heiligkeit" ist so quicklebendig, wie es nur die Erinnerung an die Kindheit und alle versunkenen Reiche dieser Welt sein kann: Während im fernen Moskau Gorbatschow das Ruder übernimmt und die UdSSR langsam und sicher auf ihr Ende zusteuert, liegen im noch ferneren Judatin, einem öden Winkel nahe der sowjetisch-finnischen Ostseegrenze, zwei Bengel krank im Bett. Der eine verbringt hier seine Ferien und träumt von Marilyn Monroes Titten; der andere, Abkömmling von Kryptojuden, die sich vor Jahrhunderten in dieser Einöde vor dem Zaren versteckt haben, fiebert nach seiner Beschneidung der Ankunft des Propheten Elias entgegen. Sie stammen aus verschiedenen Universen, wie alle Pubertierenden bewohnen sie aber dasselbe Haus: Nur durch hellhörige Wände voneinander getrennt, lauschen sie mit spitzen Ohren, um zu verstehen, was um sie herum vorgeht, und setzen sich daraus in ihren erhitzten Gehirnen die Welt zusammen. Als sie hören, ein russischer Junge sei entführt worden, um für das jüdische Osterfest geopfert zu werden, sorgen sie sich: um sich und den anderen - weil sie glauben, nur sie selbst seien Juden.Aus dem Russischen von Elke Erb unter Mitwirkung von Sergej Gladkich"