Die Geschichte von fritz-kola klingt unglaublich: Als Mirco Wolf Wiegert 2003 mit einem Kumpel 7000 Euro zusammenkratzte und aus dem Studentenwohnheim heraus Coca-Cola herausforderte, war das eine Sternstunde der Gründerszene. Die beiden vertickten die ersten Kästen via Direktvertrieb an angesagte Clubs im Hamburger Schanzenviertel und eroberten von dort aus Deutschland und die Welt. Heute ist fritz die alternative Kola und Limonade Nummer eins mit fast 300 Mitarbeitern in über 25 europäischen Ländern, hat sich nicht kaufen lassen und lebt »indie« at it''s best.In seiner Start-up-Fibel erzählt Mirco, wie sie ohne Dispo, dafür mit viel Herzblut loslegten und schnell erfolgreich wurden. Er erinnert sich, wie es zu dem Namen kam, wann die erste Post von Coca-Cola eintrudelte und warum die Lieferwagen von fritz kleiner sind als die der anderen. Ein Buch voller Anekdoten und wertvollem Business-Know-how.
Jürgen von der Lippe von Oliver DomzalskiOb er die Hawaii-Hemden auch daheim trägt? "Trägt ein Metzger seine blutige Schürze zu Hause?" Also: Nein, die markante Berufskleidung bleibt im Schrank während unseres Gesprächs.Der erste Eindruck vom Wohnzimmer: Bücher! Regale über Regale. Klassiker, moderne Belletristik, Politik, Philosophie … und er kann zu jedem Buch etwas sagen. 90 Prozent davon habe er gelesen, schätzt er. Dass er immer erst abends zum Arbeiten verabredet ist, mit demPublikum seiner etwa 150 Bühnenauftritte und Lesungen im Jahr, hat den Vorteil, dass er tagsüber lesen kann. Und schreiben. Und sich fit halten in seinem eigenen Fitnessraum. Dort steht übrigens auch der Fernseher.Wenn er Ideen braucht, geht er in sein Arbeitszimmer. Darin: Weitere Regale. Fachliteratur, also Humor. Stapel mit Zeitungsausrissen. Da muss er nur eine halbe Stunde drin blättern, schon sind die neuesten Kurzgeschichten im Kopf entworfen. In unserem Gespräch spricht er sehr bewegend von seinen Eltern und ihrem Sterben. Sehr bildhaft von den wilden und anarchischen Siebzigern in Berlin. Sehr überzeugend von der berauschenden Erfahrung, auf der Bühne zu stehen. Und sehr gebildet und unterhaltsam über Ernährung, Medizin, Botanik und all die anderen Themen, über dieer sich enormes Wissen angelesen hat. Und es gibt – Überraschung – viel zu lachen.