Oliver Konig – författare
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Die vorliegende Edition von Briefen porträtiert René König in seinen biographischen Bezügen und der Vielfalt seiner Beziehungen. Persönlichkeit, Interessen, Intentionen und Sichtweisen treten ebenso hervor wie Lebensstationen und Lebensumstände. Der erste Teilband umfasst Briefe von 1919 bis 1953. Die frühen Briefe an die Mutter dokumentieren die Studienjahre in Wien, Berlin und Paris, Lektüren, Begegnungen und Lebenskonflikte des jungen Mannes. Dem politischen Einschnitt von 1933 folgt 1937 die Entscheidung zur Emigration in die Schweiz. Der zweite Teilband dokumentiert die Zeit von 1954 bis 1991 in Köln und zahlreiche wissenschaftliche Projekte, die das Gesicht des Fachs Soziologie in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft mit prägen werden. In diese Zeit fallen Gastprofessuren in den USA, Forschungen über die Navajo, das Partnerschaftsprojekt mit der Universität Kabul, Reisen in Europa und Asien. Hinzu kommen gesellschaftliche und politische Interventionen, Kontakte zu Intellektuellen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, zu Freunden und Weggefährten. Ab Mitte der 1970er Jahre findet René König seinen zweiten Lebensmittelpunkt in Italien.
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Von René König liegt ein umfangreicher Briefwechsel vor, der von den 20er bis 90er Jahre reicht. Er verdeutlicht die Vielfalt der persönlichen, intellektuellen und beruflichen Freundschaften und Kontakte, die mit dem ebenso umfangreichen wie vielseitigen wissenschaftlichen, literarischen und journalistisch-populären Werk verbunden sind.Die Schriftenreihe legt eine Auswahl dieses Briefwechsels in zwei Bänden vor. Der erste Band umfasst den gegenseitigen Briefverkehr von René König mit zentralen Vertretern der Soziologie in der Gründungsphase nach dem 2. Weltkrieg: Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Helmut Schelsky, Otto Stammer, Leopold von Wiese. Die Zeit der Neubegründung der Soziologie in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg ist nicht nur fachsoziologisch, sondern auch zeitgeschichtlich von Interesse, da die exponierten Vertreter der Soziologie in diesen Jahren wesentliche gesellschaftliche und kulturelle Positionen repräsentierten und auch gesellschaftlich auf die Entwicklung der Bundesrepublik Einfluss zu nehmen versuchten. Der vorliegende Briefwechsel beschäftigt sich mit inhaltlich-fachlichen, universitäts- sowie institutionspolitischen Fragen im Zusammenhang mit der 1946 wiedergegründeten Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS).
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Geboren im Kaiserreich, aufgewachsen in der Weimarer Republik, geprägt vom Widerstand gegen den Nationalsozialismus und den Jahren der Emigration in der Schweiz, kehrte René König 1953 nach Deutschland zurück und wurde zu einem der Wiederbegründer der deutschen Soziologie. Die 1980 zuerst veröffentlichte Autobiographie "Leben im Widerspruch" beschreibt die einzelnen Etappen dieses Lebensweges, die Schulzeit in Danzig mit seinem polnischen Hinterland, die Studienjahre in Wien, Berlin und Paris und die vielfältige Tätigkeit als akademischer Lehrer in Europa, Amerika und Asien, die Reisen des jungen Studenten in die Länder des Nahen Ostens, die Begegnung mit der Kultur Siziliens, Erfahrungen als Betreuer eines bundesdeutschen Entwicklungshilfeprojektes in Afghanistan und die Auseinandersetzung mit den indianischen Kulturen im Südwesten der USA.Der zweite, bisher unveröffentlichte Text entstammt einer im Nachlass befindlichen unvollendeten Autobiographie, die mehr persönlich gehalten werden sollte und den Charakter von "Erinnerungen" hat. An ihr hat René König bis ungefähr 1990 gearbeitet. Der Titel "Nebenbei geschehen" stammt von ihm. Behandelt werden in diesen Kapiteln die Lebensabschnitte in Danzig, Berlin und in Zürich.