Robert Zwarg – författare
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Häftad, Tyska, 2023
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Die Dialektik der Aufklärung (1944) von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer ist eine inzwischen zum Klassiker gewordene Krisenschrift. Geprägt durch europäische, amerikanische und jÃ"dische Erfahrungen hat das Buch eine ambivalente Rezeption erfahren. Lange Zeit wurde das Werk kaum beachtet, bevor es in den Sechzigerjahren zu einem SchlÃ"sseltext der Neuen Linken wurde. Nur zögerlich entschieden sich die Autoren 1969 zu einer Wiederauflage. Heute steht die Schrift vornehmlich unter dem Verdikt einer "pessimistischen Wende" und der Abkehr vom materialistischen, interdisziplinären Forschungsprogramm des frÃ"hen Frankfurter Instituts fÃ"r Sozialforschung hin zu einer resignativen Naturgeschichte. Vor allem in den Vereinigten Staaten â dem Land, das die exilierten Kritischen Theoretiker nachhaltig geprägt hatte â stieÃ� die Radikalität des Buches eher auf Ablehnung. Bisher ist kaum versucht worden, die amerikanische Kultur- und Geistesgeschichte durch das Prisma von Adornos und Horkheimers Philosophischen Fragmenten hindurch zu betrachten und damit der amerikanischen Dialektik der Aufklärung auf die Spur zu kommen. Ausgehend von der Rezeptions- und Entstehungsgeschichte des Werks widmet sich der Sammelband diesem Vorhaben und vereint Beiträge aus der Philosophie, der Soziologie sowie der Geschichts- und Literaturwissenschaften. Die Amalgamierung von europäischen und amerikanischen Traditionsbeständen in der Kritischen Theorie wird dabei als Herausforderung und Potenzial zugleich verstanden werden: als Möglichkeit, Erkenntnisse Ã"ber die Neue und die Alte Welt zu erlangen.
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Die Dialektik der Aufklärung (1944) von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer ist eine inzwischen zum Klassiker gewordene Krisenschrift. Geprägt durch europäische, amerikanische und jüdische Erfahrungen hat das Buch eine ambivalente Rezeption erfahren. Lange Zeit wurde das Werk kaum beachtet, bevor es in den Sechzigerjahren zu einem Schlüsseltext der Neuen Linken wurde. Nur zögerlich entschieden sich die Autoren 1969 zu einer Wiederauflage. Heute steht die Schrift vornehmlich unter dem Verdikt einer »pessimistischen Wende« und der Abkehr vom materialistischen, interdisziplinären Forschungsprogramm des frühen Frankfurter Instituts für Sozialforschung hin zu einer resignativen Naturgeschichte. Vor allem in den Vereinigten Staaten – dem Land, das die exilierten Kritischen Theoretiker nachhaltig geprägt hatte – stieß die Radikalität des Buches eher auf Ablehnung. Bisher ist kaum versucht worden, die amerikanische Kultur- und Geistesgeschichte durch das Prisma von Adornos und Horkheimers Philosophischen Fragmenten hindurch zu betrachten und damit der amerikanischen Dialektik der Aufklärung auf die Spur zu kommen. Ausgehend von der Rezeptions- und Entstehungsgeschichte des Werks widmet sich der Sammelband diesem Vorhaben und vereint Beiträge aus der Philosophie, der Soziologie sowie der Geschichts- und Literaturwissenschaften. Die Amalgamierung von europäischen und amerikanischen Traditionsbeständen in der Kritischen Theorie wird dabei als Herausforderung und Potenzial zugleich verstanden werden: als Möglichkeit, Erkenntnisse über die Neue und die Alte Welt zu erlangen.
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In kaum einem Land außerhalb Deutschlands wurde die Kritische Theorie so intensiv gelesen wie in Amerika. Für die Übersetzung, Verbreitung und Diskussion der Schriften Theodor W. Adornos, Max Horkheimers, Herbert Marcuses und anderer spielten die Zeitschriften Telos und New German Critique, die im Schatten der Studentenbewegung der 1960er Jahre und einer Renaissance des Marxismus gegründet wurden, eine entscheidende Rolle. Robert Zwarg rekonstruiert erstmals die ungeheuer produktive Rezeption der Kritischen Theorie bis in die 1990er Jahre und fragt nach ihrer Transformation. Seine Historisierung der Kritischen Theorie, die Annäherung an ihren »Zeitkern«, bedient sich dabei ihrer eigenen Mittel. Wie wurde eine im Deutschland der Zwischenkriegszeit entstandene Denktradition zum Ausweg aus der Krise der amerikanischen Neuen Linken? Vermochten die Texte der Kritischen Theorie bei der Reise über den Atlantik ihre analytische Kraft zu bewahren? Zwarg zeigt, welche Hoffnungen sich an die Praxis der Theorie knüpften und wie sich die Ideen der Frankfurter Theoretiker unter den veränderten historischen und gesellschaftlichen Bedingungen wandelten. Die Geschichte akademischer Erfolge ist zugleich eine Geschichte philosophischer und politischer Zweifel, die viel über die Unterschiede zwischen der »Alten« und der »Neuen Welt« verraten.