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Positionsbestimmungen einer kritischen Theorie und Praxis Sozialer Arbeit
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Das Handbuch versteht sich als aktualisierte und vertiefende Fortschreibung des Diskurses zu sozialer Ausschließung in der Sozialen Arbeit. In den Beiträgen wird anhand einer Reihe von Theorie-, Forschungs- und Handlungszugängen ein breites und komplexes Spektrum an multidimensionalen Ungleichheits- und Ausschließungsverhältnissen mit ihren strukturellen Ursachen und gesellschaftlichen wie individuellen Folgen und Bearbeitungsweisen herausgearbeitet. Dabei steht nicht zuletzt die Frage im Mittelpunkt, auf welche Weise Soziale Arbeit dazu beitragen kann, Ressourcen zu erschließen und damit gesellschaftliche Teilhabe herzustellen und zu ermöglichen. Und umgekehrt wird der Frage nachgegangen, wie Soziale Arbeit eigene Ausschließungseffekte erzeugt und verfestigt und wie diese im Zuge einer kritischen Selbstreflektion auf die gesellschaftlichen und institutionellen Bedingungen ihrer Praxis „neutralisiert“ werden können. Den Ausgangspunkt der theoretischen Überlegungen bildet die Grundannahme, dass sich der Gegenstand Sozialer Arbeit mit der Kategorie ‚soziale Ausschließung‘ bestimmen und analysieren und darüber ein kritisches Selbstverständnis Sozialer Arbeit gewinnen lässt.
Theoretische Grundlagen - Diskurskritik - Klärungsvorschläge für die berufliche Praxis
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Die Zunahme von Themen, die in öffentlichen Debatten als ‚ethisch‘ markiert werden und eine generelle Verankerung von Ethik in sozialen Berufen verweisen auf einen Reflexionsbedarf, der die Bedeutung und den Umfang des Begriffs zum Gegenstand einer kritischen Auseinandersetzung macht. In den Beiträgen dieses Bandes werden Bestimmungen von Ethik und Moral vorgenommen, die auch und vor allem kritische Perspektiven auf Praktiken einer Moralisierung der Gesellschaft insgesamt und auch der Ausbildungs- und Berufspraxis Sozialer Arbeit eröffnen. Neben Ausführungen zu theoretischen Grundlagen und einer Verortung des Ethik-Diskurses innerhalb der Sozialen Arbeit werden Aufgaben und Herausforderungen ethischen Denkens und Handelns in der Sozialen Arbeit diskutiert.
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Ziel des Handbuchs ist es, den gesellschaftlichen Prozess der Therapeutisierung kritisch zu reflektieren und dessen Ursachen und Folgen für die Soziale Arbeit zu analysieren. Therapeutische Perspektiven und Praktiken bestimmen in zunehmendem Maße die gesellschaftliche Wahrnehmung und „Bearbeitung“ von politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Konflikt- und Ungleichheitsverhältnissen – mit der sichtbaren Wirkung einer zunehmenden Individualisierung und Entpolitisierung von gesellschaftlich bedingten Interessenskonflikten und strukturellen Widersprüchen. Klassische Angebote und Verfahren „therapeutisierender“ Sinndeutungen und kurativer Interventionen, die ursprünglich auf spezifische institutionelle Settings und die professionelle Beziehung von Therapeut_in und Patient_in beschränkt waren, haben mittlerweile nahezu alle gesellschaftlichen Sphären, Institutionen, Politikbereiche, (Berufs-)Rollen, Identitätskonstruktionen und privaten Beziehungen durchdrungen. Neben der Schule, (Lohn-)Arbeitsverhältnissen, Kriegen, Naturkatastrophen, Kriminal-, Sozial- und Gesundheitspolitik ist auch die Soziale Arbeit in den Prozess einer umfassenden Therapeutisierung sozialer Verhältnis se involviert, und zwar als eine die Verallgemeinerung und Veralltäglichung der „therapeutischen Perspektive“ nicht nur passiv „erleidende“, sondern maßgeblich auch aktiv vorantreibende und gestaltende Kraft.
Widersprüche der Gestaltung Sozialer Arbeit
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In der Sozialen Arbeit hat sich ein folgenreicher Wandel in den handlungsleitenden Orientierungen vollzogen: Eine Politik der Verhältnisse, die strukturelle Bedingungen von sozialer Ungleichheit und Ausschließung problematisiert, wird von einer Politik des Verhaltens verdrängt. Diese fokussiert in erster Linie auf die ‚Diagnose‘ und ‚Behandlung‘ von individuellen Verhaltensdispositionen, Wertorientierungen, subjektiven Einstellungen und Fähigkeiten. Aus einer strukturbezogenen Politik, die Macht- und Herrschaftsverhältnisse thematisiert, wird so eine auf individuelles und kollektives Verhalten bezogene Politik, die Fragen des Lebensstils, der Moral, der Normkonformität und damit personalisierende Konzepte der Verhaltenssteuerung und -kontrolle in den Vordergrund rückt.
Widersprüche der Gestaltung Sozialer Arbeit zwischen Alltag und Institution
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