Theresa Ehret – författare
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Del 2 - Besatzungsgesellschaften
Annexion und Alltag
Inbunden, Tyska, 2026
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Was bedeutet es, in einem annektierten Gebiet zu leben? Der Blick in den kommunalen Raum eroffnet neue Perspektiven auf die NS-Herrschaft im Elsass. Als das NS-Regime 1940 das Elsass faktisch annektierte, begru te nur eine Minderheit der Bevolkerung die neuen Machthaber mit offenen Armen. Doch die als volksdeutsch geltenden Elsasser:innen konnten sich dem Zugriff des Regimes nicht entziehen: Leben und Uberleben war fur Einheimische und zugewanderte Deutsche nur in Interaktion mit den Regimeakteur:innen vor Ort moglich. Mit welchen Anliegen aber konnte man sich an den Burgermeister wenden, womit brachte man sich eher in Gefahr? Wie ging die Bevolkerung mit der kirchenfeindlichen Politik des Regimes oder dem Druck um, den Parteiorganisationen beizutreten? Auch der Warenmangel in den Geschaften erschwerte den Alltag und erforderte mutige Strategien. Anhand ausgewahlter Stadte und Gemeinden zeigt sich, wie unterschiedlich Herrschende im kommunalen Raum die Vorgaben des Regimes umsetzten und sich dabei von Fanatismus und Gewalt, aber auch von Pragmatismus und Kompromissbereitschaft leiten lie en. Zugleich agierte die Bevolkerung flexibel zwischen Anpassung und Selbstbehauptung. So entsteht ein differenziertes Bild der vielfaltigen Dynamiken, die die elsassische Gesellschaft unter der nationalsozialistischen Annexionsherrschaft pragten.