Tomasz Konicz – författare
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Das kapitalistische Weltsystem befindet sich in einer schweren, systemischen Krise, die eine ökonomische und ökologische Dimension aufweist. Doch anstelle eines globalen Aufbruchs, einer Suche nach Alternativen, verhärteten sich nur die bestehenden Weltanschauungen und Ressentiments. Aufkommender Nationalismus, Krisenignoranz, blanker Hass auf Minderheiten, autoritäre Tendenzen und stoisches Festhalten am Bestehenden prägen das gesellschaftliche Klima.Die offen zutage tretende Weltkrise des Kapitals führt somit nicht zur Suche nach Systemalternativen, sondern zur ideologischen Verhärtung in den Zentrumsgesellschaften des Weltsystems. Dieser Krisenprozess soll in diesem Sammelband unter dem Begriff der Krisenideologie in all seinen Facetten erhellt werden.Tomasz Konicz beleuchtet in diesem Buch die vielschichtigen Momente der um sich greifenden Krisenideologie, die das Festhalten am erodierenden Bestehenden ermöglicht und die eine fiebrige Sündenbocksuche mit der Naturalisierung der spätkapitalistischen Gesellschaftsordnung verknüpft. Die Bandbreite der einzelnen Beiträge reicht dabei von der Analyse des krisenbedingt zunehmenden "Extremismus der Mitte", über die Darstellung kulturindustrieller Phänomene wie des Dschungelcamps und des Zombie-Booms, bis zur Auseinandersetzung mit dem Verschwörungsdenken oder dem KI-Boom der letzten Jahre.Der Überblick über die unterschiedlichen ideologischen Reaktionen auf das Krisengeschehen macht dabei deutlich, wie diese es den Menschen ermöglichen, sich trotz Krise mit der bestehenden Gesellschaftsunordnung abzufinden. Ideologie sei vor allem Rechtfertigung, so der Autor in Anlehnung an die Kritische Theorie. Es ist das Bemühen, etwas zu rechtfertigen, was nicht gerechtfertigt werden kann. Denn Krisenideologie tendiert letztendlich dazu, die Menschen mit dem drohenden, sich in der Weltkrise des Kapitals immer deutlicher abzeichnenden Kollaps des Zivilisationsprozesses abzufinden.
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Tyska, 2024111 kr
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Wohin treiben die beständig nach rechts abdriftenden Gesellschaften in den Zentren des kapitalistischen Weltsystems? Mit jeder neuen Wahl scheint der Durchmarsch der Neuen Rechten unaufhaltsam voranzuschreiten. Die Verrohung des öffentlichen Diskurses, die zunehmende rechte Gewalt, die rasch voranschreitende Aushebelung von Grundrechten - sie lassen Erinnerungen an den Vorfaschismus der 30er Jahre aufkommen.Für Tomasz Konicz ist dies kein Zufall. In den hier versammelten Beiträgen werden Parallelen zwischen dem Aufstieg des Faschismus im Europa der Zwischenkriegszeit und dem gegenwärtigen Durchmarsch der Neuen Rechten gezogen. Zentral ist hierbei der Krisenprozess der spätkapitalistischen Gesellschaften, der in Wechselwirkung mit dem politischen Aufstieg der extremen Rechten steht: von der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis zur gegenwärtigen Systemkrise.Faschismus soll hierbei als eine Extremform von Krisenideologie demaskiert werden, die in Krisenzeiten mittels Gewalt und Terror eine im Zerfall begriffene kapitalistische Gesellschaftsformation aufrechtzuerhalten versucht - und diese in die Barbarei treibt.Diese Neuveröffentlichung des zuvor beim Heise-Verlag erschienen E-Books ist umfassend aktualisiert und erweitert worden. Das Buch, das nun mit der berüchtigten Sarrazin-Debatte einsetzt, verschafft somit dem Leser einen guten zeithistorischen Überblick über die Genese, die Ausformung, die den extremistischen Werdegang der neuen deutschen Rechten in einer Bundesrepublik, in der die mit Rechtsextremisten durchsetzte AfD zur zweitstärksten politischen Kraft aufsteigen konnte. Zudem werden im abschließenden Kapitel Möglichkeiten einer antifaschistischen Praxis in der gegenwärtigen Systemkrise diskutiert.Tomasz Konicz, geb. 1973, arbeitet als Publizist und freier Journalist mit den Schwerpunktthemen Krisenanalyse und Ideologiekritik. Den theoretischen Hintergrund seiner Beiträge bilden die Wertkritik und die Weltsystemtheorie.
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Angesichts der eskalierenden Klimakrise bricht sich in der Öffentlichkeit der meisten Industrieländer mühsam, allen Widerständen zum Trotz, eine fundamentale Erkenntnis bahn: Nichts wird so bleiben, wie es ist. Es ist ein grundlegender, fundamentaler Wandel notwendig, um den sich beschleunigenden klimatischen Umbrüchen, dem drohenden Kollaps ganzer Ökosysteme adäquat und schnell begegnen zu können. Die Klimakrise muss folglich als die größte Gefahr für den Zivilisationsprozess im 21. Jahrhundert begriffen werden.Das, was sich vor allem ändern muss, ist unsere Gesellschaft, so die Kernthese dieses Buches. Der von inneren Widersprüchen getriebene Kapitalismus muss radikal infrage gestellt werden. Das Kapital ist in seinem Verwertungszwang einerseits die Ursache der Klimakrise, es verstärkt aber auch die gesellschaftlichen Folgen des Klimawandels. Die Unvereinbarkeit von Kapital und Klimaschutz lässt die Überwindung der destruktiven kapitalistischen Wirtschaftsweise zu einer Überlebensnotwendigkeit der Menschheit im 21. Jahrhundert werden. Wir müssten somit von einer kapitalistischen Klimakrise sprechen.Diese zweite Auflage des ursprünglich 2020 publizierten Buches wurde umfassend erweitert und aktualisiert. Ein ganzes Kapitel, Opportunismus in der Klimakrise, ist hinzugekommen, in dem Krisenblindheit, ideologische Verblendung und sozialdemokratischer Karrierismus in der Linken und der Klimabewegung kritisiert werden. Etliche neue Texte ergänzen die Kapitel über die kapitalistische Selbstzerstörung und die Wechselwirkung von Klima- und Wirtschaftskrise. Die Einleitung und das Kapitel zur Transformationspraxis in der manifesten Klimakrise sind überarbeitet worden. Das Buch bietet somit wieder einen guten Überblick über das komplexe Themenfeld der kapitalistischen Klimakrise.
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Tyska, 2024111 kr
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Als ob sie die alte Totalitarismus-These wahrmachen wollten, verbreiten Teile der deutschen Linken schon seit mehr als einem Jahrzehnt Ressentiments und Narrative der Neuen Rechten und der AfD. Historisch hat sich der Begriff der Querfront für diese Kooperationsbestrebungen von Kräften am linken und rechten Rand des politischen Spektrums etabliert. Mit Sahra Wagenknecht, ihrer unbestrittenen Galionsfigur an der Spitze, hat sich diese aus der Linken hervorgegangene Querfront inzwischen in einer eigenen Partei organisiert. Das vorliegende Buch zeichnet einerseits die Geschichte dieser Querfront nach, die sich - ähnlich der Neuen Rechten - in Wechselwirkung mit den Krisenschüben der vergangenen Dekade entwickelte.Zudem sollen die gesellschaftlichen Hintergründe der Ausformung dieser national-sozialen Formation beleuchtet werden. Wieso zeigen sich deutsche Linke massenhaft anfällig für die Hetze und die Ressentiments der Rechten? Der sozioökonomische, ideologische und politische Fallout der Weltkrise des Kapitals soll hierbei mit der Krisenblindheit und dem Konservatismus einer alten Linken in Zusammenhang gebracht werden, die sich nach dem Epochenbruch von 1989 unfähig zu einem Neuanfang zeigte. Querfront - das ist der Weg der krisenblinden Altlinken in die Neue Rechte, so die zentrale These dieser Textsammlung.Die Querfront muss somit als eine Art "Einstiegsdroge" in die Wahnwelt der Neuen Rechten begriffen werden. Ihr Erfolg beruht darauf, rechte Ideologie in linke Rhetorik zu verpacken. Objektiv fungiert die Querfront als ein reaktionärer Transmissionsriemen, der einerseits rechtes Gedankengut in linke und progressive Milieus hineinträgt, und andrerseits der Neuen Rechten immer neues, verblendetes Menschenmaterial zuführt.Abschließend - um einen Kontrastpunkt zu dieser großen Regression zu setzten - werden Ideen zu einer emanzipatorischen Praxis in der sich entfaltenden sozioökologischen Weltkrise des Kapitals zur Diskussion gestellt.
Häftad, Tyska, 2022
291 kr
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