Ulrich Pfisterer – författare
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Anfang des Jahres 1474 verstarb der sechzehnjährige Alessandro Cinuzzi, Page am Hof des Papstneffen Girolamo Riario. Sein Freundeskreis – führende Humanisten, Kurienbeamte und Künstler – bedachte daraufhin den Jüngling mit zwei exzeptionellen Gedächtnis- und Liebesgaben: einer gedruckten Sammlung von Memorial- und Trostgedichten, der ersten in diesem Medium überhaupt, und der größten bis dato in Umlauf gebrachten Medaille. Ausgehend von der mikrohistorischen Analyse dieses erstaunlichen Falles zielt das vorliegende Buch auf die umfassenden Zusammenhänge, Funktionen und Bedeutungen von Kunstwerken und Schriften im Kontext von homosozialer Freundschaft, Geschenk-Austausch, (Toten- bzw. Freundes-) Gedächtnis sowie forcierter humanistischer Gelehrsamkeit und Geistesarbeit – vier für die Kultur der Frühen Neuzeit zentrale Bereiche, deren vielschichtiges Zusammenspiel mit den Bildkünsten erst ansatzweise erschlossen ist. Liebe und Freundschaft, Gedächtnis und ingenium geben sich so als die fundamentalen Kategorien einer zirkulierenden, humanistisch geprägten Bilderwelt zu erkennen. In diesem performativen Gaben-Kontext übernehmen Objekte wie Medaillen, Zeichnungen, Maioliken, Impresen usw. eine zentrale Rolle. Die Untersuchung zeigt exemplarisch am neuen Medium Medaille deren ursprüngliche Hochschätzung und deren ‚Wahrnehmungs-Code’ auf; zugleich kann mit der Schaumünze für Alessandro Cinuzzi das Leben und Werk des bedeutendsten römischen Medailleurs der 1470er Jahre, bislang nur unter seinem Pseudonym Lysippus d.J. bekannt, rekonstruiert werden.
Aemulatio
Kulturen des Wettstreits in Text und Bild (1450-1620)
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In den Beiträgen des Sammelbands werden Kulturen des Wettstreitens in bildkünstlerischen und literarischen Darstellungen sowie in sozio-kulturellen Praktiken in der Zeit von 1450 bis 1620 untersucht. Im Zentrum stehen Aspekte, die über den humanistischen ‚Kernbereich‘ lateinischer Textproduktion und über die Paragone-Diskussion in den Bildkünsten hinausgehen. Untersucht werden aemulative Verfahren, die abseits expliziter Ordnungsprogramme das Eigengewicht und die Überlegenheit des jeweiligen Gegenstands in Auseinandersetzung mit den Alten (deutsches, lateinisches und griechisches Altertum) und den Zeitgenossen (europäischer Renaissance-Humanismus) zu profilieren suchen. Aus dieser Perspektive gelingt es, bislang unterforschte Konzepte von Fortschritt und Formen des Neuen, von Tradition und Innovation und von differierenden Möglichkeiten dieser Prozesse in unterschiedlichen Kontexten zu ermitteln und ihre zentrale Funktion für die Ausdifferenzierung humanistischer und vernakularer Kulturen in der Frühen Neuzeit aufzuzeigen. Die ‚Kulturen des Wettstreits‘ erweisen sich als partielle Epochensignatur im Spannungsfeld von Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit.
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L’amour est une force élémentaire à laquelle nul n’échappe. Ce pouvoir d’Eros concerne tout particulièrement les arts et les artistes. En effet, à la Renaissance et à l’époque baroque, le terme « amour » ne désigne pas seulement l’enthousiasme pour l’art et la collection d’œuvres. L’amour et la sexualité fournissent des théories et des métaphores permettant de saisir le processus mystérieux de l’inspiration et de la production artistiques. Ce livre présente sept études de cas sur des thèmes et des protagonistes principaux : de Raphaël et son image d’une muse érotique à la collection érotique de l’empereur Rodolphe II à Prague, en passant par les idées de Van Dyck sur les artistes vieillissants – Titien et Sofonisba Anguissola. Même l’histoire précoce de la pornographie au début du XVIe siècle prend une nouvelle importance dans ce contexte.