W. Lutzeyer - Böcker
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Seit altersher besteht in der Chirurgie zwischen Meister und Schüler eine besonders enge Beziehung. Dies mag noch aus der Zeit stammen, da die Chirurgie ein Handwerk war und dadurch begründet sein, daß Meister und Gesellen in der operativen Medizin nicht nur eine geistige Gemeinschaft bilden, sondern daß sie durch das gemeinsame Band der inneren Spannung, durch die gemeinsame Erfassung und überwindung unmittel barer Gefahrenmomente, ja allein schon durch die gemeinsame physische Leistung mehr aufeinander angewiesen und zusam mengefügt sind, als dies in den anderen Fächern der Medizin der Fall ist. So ist auch der Begriff der chirurg. Schule stark ausgeprägt und es entspricht besonderer chirurgischer Tradition, der Meister zu gedenken und sie zu ehren. Am 21. Januar 1963 fand aus Anlaß des 100. Geburts tages von Eu GEN END ERLEN weiland o. Professor der Chirurgie an den Universitäten Basel, Würzburg und Heidelberg Geh. Hofrat ein akademischer Festakt statt, zu dem über 150 deutsche und ausländische Chirurgen sich versammelt hatten. Er wurde im Gartenpavillon, dem alten Theatrum Anatomicum des Julius spitals abgehalten, einem akademisch traditions reichen Raume. Die Ehrung galt einem Meister der Chirurgie, einem bedeuten den Forscher und Kliniker und einem großen Arzte, dessen Wirken und Persönlichkeit noch unvergessen ist.
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Once urology was established as a medical specialty, the initial anatomic-morpho logical point of view was soon supplemented by functional considerations and diagnostic procedures, thanks to the introduction of the cystoscope (NrTzE, 1877) and retrograde pyelography (VOELCKER, ]OSEPH and VON LrCHTENBERG, 1903). Intravenous urography (VOLKMANN, 1924; VON LrCHTENBERG, PFLAUMER and SWICK, 1929) lent roentgen examinations a more functional aspect. The word "urodynamics" refers to the functional approach to the urinary trac- from the renal pelvis and calyces, the ureter and bladder down to the bladder neck and urethra. The embryologically denned topographie regions of the urogenital tract are peripheral relays, while the actual site of action of both normal and patho logical urodynamics is to be found in the various hollow muscular organs. Despite extensive basic research and much knowledge acquired in this neld, the active transport system between site of production and storage, i. e. the renal pelvis and ureter, is still regarded in clinical practice mainly from the anatomic-morphological viewpoint. It is not easy to obtain adequate information for the clinical assessment of functional disturbances of the ureter. For instance, retrograde exploration methods may often be complicated by infection. Clinically applicable methods for functional assessment of the upper urinary tract are (RUTISHAUSER): direct observation of the ureteral orinces, intravenous and retro grade visualization by roentgen contrast medium, sequential pyelography, roentgen kymography, and cinematography. Such methods allow good functional exploration by an experienced investigator but they yield hardly any objectively reproducible records.
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Die Traumatologie des Urogenitaltraktes gewinnt im Blickpunkt der fort- schreitenden Industrialisierung und Technisierung sowie der zunehmenden Ver- kehrsdichte eine praktische Bedeutung, die sich in samtlichen Gebieten der diagnostischen und klinischen Medizin zunehmend bemerkbar macht. Die Konzeption des Bandes beriicksichtigt die aktuelle Entwicklung neuer medizinischer Disziplinen, z.B. die interdisziplinare Stellung der Urologie zwi- schen Unfallchirurgie und groBer Chirurgie, die Wandlung der R6ntgendiagno- stik von den konventionellen Methoden zur differenzierten Nukleardiagnostik und modernen Computerdiagnostik, das Herausarbeiten abgestimmter diagno- stischer Stufenplane sowie daraus folgender primarer oder sekundarer Versor- gungsplane des Polytraumatisierten. Damit wurde die zwar organisch faBbare und anatomisch nachvollziehbare Isolierung von Niere, Harnleiter und Blase aufgegeben und der gesamte Urogeni- taltrakt einschlieBlich des auBeren Genitales in ein funktionell zusammenMngen- des Netz eingebettet. Das bedeutet die Koppelung diagnostischer Prioritaten mit teilweise spezifischen Therapiekonsequenzen.Die einzelnen Kapitel scheinen auf den ersten Blick nicht organisch aneinan- der gekoppelt zu sein. Der Polytraumatisierte bildet eine komplexe und doch differenzierte Betrachtung und ist deshalb an den SchluB gestellt. Das isolierte Nierentrauma beim Kind und beim Erwachsenen verlangt eine verfeinerte dia- gnostische Ausleuchtung; die friiher invasiven Methoden wurden durch nicht invasive, aber sichere diagnostische M6glichkeiten ersetzt. Die Traumatologie von Harnblase sowie vorderer und hinterer Harnr6hre mit oder ohne Beckenfraktur ist breit und umfassend abgehandelt. Die Vor- machtstellung dieses Kapitels gegeniiber den anderen wird durch die detaillierte Ausarbeitung charakterisiert.