Im 17. und 18. Jahrhundert fand mitten im sudamerikanischen Dschungel ein beispielloses soziales und okonomisches Experiment statt. Um die indigene Guarani-Bevolkerung vor der Versklavung durch spanische und portugiesische Kolonialherren zu schutzen, errichtete der Jesuitenorden sogenannte "e;Reduktionen"e;. Diese unabhangigen Siedlungen waren weit mehr als religiose Missionen; sie waren hochorganisierte, utopische Wirtschaftsstaaten. Unter der strengen, aber beschutzenden Fuhrung der Monche entstand eine kollektivistische Gesellschaft. Es gab keinen privaten Landbesitz, die Arbeit wurde strikt aufgeteilt, und Ertrage wurden zentral verwaltet und umverteilt. Die Reduktionen entwickelten eine unglaubliche wirtschaftliche Kraft, exportierten riesige Mengen an Yerba Mate, bauten prachtvolle Kirchen und unterhielten sogar eigene, bewaffnete Milizen zur Verteidigung gegen Sklavenjager. Dieser Erfolg machte sie jedoch zu machtig. Dieses Buch beleuchtet Aufstieg und Fall des Jesuitenstaates in Paraguay. Es entwirrt die komplexe historische Debatte daruber, ob diese Siedlungen fruhe sozialistische Utopien waren oder lediglich eine perfidere Form der spirituellen und wirtschaftlichen Kolonialisierung, die letztendlich von der Gier der europaischen Kronen zerschlagen wurde.