Dieses Buch fragt, wie Menschen, deren Alltag bis kurz vor dem Krieg nach Handwerk, Buro oder Familie aussieht, zu Akteuren der industriellen Vernichtung werden. Es folgt nicht nur groen Figuren wie Eichmann, sondern den Reservepolizisten, Mittelbefehlshabern und untergeordneten Burokraten, die in kleinen Stadten und abgelegenen Lagern das "e;Ende von auen"e; organisiert sehen. Zentrale Mechanismen sind die schrittweise Normalisierung von Gewalt, der ideologische Druck, die kollektive Selbstrechtfertigung innerhalb kleiner Gruppen und die Verschleierung des Totens durch burokratische Formulierungen und Befehlshierarchien. Aus archaologisch-dokumentarischer Sicht wird sichtbar, wie Akten, Transportlisten, Zeugnisse von Polizeibataillonen und der materielle Befund von Lagern und Schie platzen das Bild von "e;ganz normalen Mannern"e; mit den Spuren systematischen Totens verknupfen. So zeigt das Buch, dass die Deutung von "e;Befehl"e; kein klarer Ausweg aus Verantwortung ist, sondern ein soziales, psychologisches und politisches Feld, in dem Entscheidungen uber Leben oder Tod routinema ig werden.