Axel Fliethmann – författare
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Kann man den literarischen Text vom wissenschaftlichen Text strikt unterscheiden? Kann man die Grundoperationen der literaturwissenschaftlichen Arbeit – Lesen/Schreiben – von den Grundoperationen der Literatur – Lesen/Schreiben – trennen? Welchen Einfluß hat die Literatur auf ihre Beschreibung und umgekehrt? »Stellenlektüre« zeigt anhand von zwei zentralen Verfahren der Lektüre (Stelle und Analogie), die in den philologischen Disziplinen so evident als auch nicht beachtet sind, wie die Lektüre von Theorie in Literatur umschlägt und vice versa. Daß Diskurse in Gärten und Wolken in Theorien umschlagen, demonstriert die Lektüre von Adalbert Stifters »Der Nachsommer« und Michel Foucaults »Die Ordnung der Dinge«.
Der erste Teil der Arbeit diskutiert das Konzept der Selbstreferenz im kritischen Vergleich von Systemtheorie (N. Luhmann) und deconstruction (J. Derrida, P. de Man), die Analogie als selbstreferentielles Verfahren der Lektüre und den Zusammenhang von Romantheorie und Wissenssoziologie. Der erste Teil ist "Theorie der Lektüre", verspricht eine der »regelmäßigen Dissertationen« (Laurence Sterne) zu werden. Der zweite Teil der Arbeit ist die "Lektüre der Theorie". Er zeigt an den Komplexen Ordnung/Mathematik/Sprache, Wissenschaft/Kunst/Literatur und den impliziten Lektüreanweisungen (Rhetorik der Schrift und der Lektüre), die den »Nachsommer« und die »Ordnung der Dinge« auszeichnen, die Unwiderstehlichkeit der Stelle. »Ich habe in den 80 analysierten Aufsätzen genau 16858 Stellen gefunden, an denen in der Sprache der Literaturwissenschaftler typische Elemente der Dichtungssprache im definierten Sinne verwendet werden.« (Hartmut Fricke) »Stellenlektüre« verspricht, daß nicht nur Zählbares dabei herauskommt.
Stellenlektüre Stifter - Foucault
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Karl Kraus nannte Österreich die »Versuchsstation des Weltuntergangs«, aber bemerkte auch, »[d]ie Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit Asphalt«. Hugo von Hofmannsthal bescheinigt der österreichischen Literatur, sie sei »Fiktion«; es gebe nur »eine deutsche Literatur, und in dieser die von Österreichern hervorgebrachten Werke«.Österreich ist demnach ein nicht ganz einfaches Thema. Unumstritten bleibt indes, dass Österreich ab dem 19. Jahrhundert zu einem impulsgebenden Zentrum der deutschsprachigen Literatur und Kultur wird. So versammelt der Band Topos Österreich Arbeiten aus der Literatur- und Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt auf der österreichischen Literatur der österreichischen Moderne.
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Der diesjährige Limbus-Band versammelt Aufsätze, die sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Topos »Mord« auseinandersetzen. Die Beiträge schlieẞen u.a. die Perspektiven der Rechtsphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, der modernen Kriminalistik, der Literaturgeschichte als auch der marxistischen Philosophie ein. In der Literaturgeschichte ist Mord nicht nur ein Handlungsstimulans, sondern eine »Gemütserregungskunst«, ein anthropologisches Rätsel, das für das Projekt einer literarischen Anthropologie von besonderem Interesse ist. Einige Beiträge nehmen die Figur des Mörders bzw. der Mörderinnen ins Visier, während andere sich der Frau als Opfer eines Mords zuwenden. Außerdem finden die ›Mord-Literatur‹ der Nachkriegszeit und die zeitgenössische Kriminalliteratur Beachtung. Abgerundet wird der Band durch einen Aufsatz, der anhand von Science-Fiction-Texten mit dem Fokus Atomkrieg, das Thema des ›planetarischen Mordes‹ untersucht.
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Eine globale Vernetzung ist für die Profilierung einer wissenschaftlichen Disziplin wie der Germanistik unerlässlich – insbesondere in einem Land wie Australien, aus dessen geostrategischer Lage sich die Selbstverständlichkeit einer starken germanistischen Forschung nicht in gleicher Weise ergibt wie etwa im europäischen Raum. Diesem Erfordernis soll das Australische Jahrbuch für germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft Limbus Rechnung tragen. Ziel ist es, die australische Germanistik fachöffentlich noch weiter zu profilieren, außerdem soll das Jahrbuch als spezifisch australisches Forum die Möglichkeit eines internationalen Fachdiskurses bieten. Jeder Jahrgangsband wird sich auf einen von den Herausgeber:innen bestimmten Themenschwerpunkt konzentrieren, wobei keineswegs nur in Australien tätige Germanisten zu Wort kommen sollen. In diesem 2008 erstmals erschienenen Periodikum werden regelmäßig wissenschaftliche Aufsätze sowie Rezensionen wissenschaftlicher Neuerscheinungen aus der germanistischen Literatur- und Kulturwissenschaft veröffentlicht. Ein international besetzter Wissenschaftlicher Beirat steht den Herausgeber:innen des Jahrbuchs unterstützend zur Seite.Mit Beiträgen vonManuel Bauer | Maria Becker | Ines Böker | Nursan Celik | Axel Fliethmann | Silvan Kufner | Ksenia Kuzminykh | Alexandra Ludewig | Stephan Resch | Eugen Wenzel.
Anatomy of the Medical Image
Knowledge Production and Transfiguration from the Renaissance to Today
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