Bettina Volter – författare
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PDF, Tyska, 2015519 kr
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Ansatze der Biographieforschung werden in unterschiedlichen Disziplinen ge nutzt: in der Soziologie und Psychologie, in der Geschichtswissenschaft, beson ders der Oral History, in Medizin und Gesundheitswissenschaften, in der Religi onswissenschaft, in der Schul- und Bildungsforschung, in der Sozialarbeitswis senschaft, der Geschlechter- und Migrationsforschung und in etliehen anderen wissenschaftlichen Feldern. Hintergrund dieses breiten Interesses an biographi schen Forschungsansatzen sind haufig empirisch orientierte Problemstellungen, die danach fragen, wie Individuen angesiehts eines forcierten und immer schwerer iiberschaubaren sozialen Wandels historische und institutionelle Umbriiche ver arbeiten und wie sie historische Prozesse aktiv mitgestalten - etwa die "Wende" in Deutschland 1989, Prozesse kollektiver Um- und Aussiedlung oder die Umstruk turierung von Arbeitsprozessen durch neue Technologien. Andere Forschungs projekte interessieren sieh starker dafiir, wie und unter welchen Bedingungen es Subjekten gelingt, individuell bedeutsame Erlebnisse und Krisen wie eine Krank heit, ein religioses Konversionserlebnis oder den Verlust einer nahestehenden Per son im Kontext ihrer je besonderen Lebensgeschichte zu bewaltigen. Beide Rich tungen - die eher an historisch-sozialen Strukturbildungen interessierte Pers pektive und die eher nach Erfahrungsstrukturen und Bildungsprozessen auf der Einzelfallebene fragende Perspektive - sind theoretisch voraussetzungsvoll. Sie unterstellen, wenn auch nieht immer systematisch expliziert, einen signifikanten Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen und individuellen Strukturbildungs prozessen, zwischen der Formation sozialer Lebenswelten und der Erfahrungsbil dung von Individuen.
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PDF, Tyska, 2013433 kr
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"Im Alltag waren Juden kein Thema, weil das in der DDR keine Rolle mehr spielte. " - . Zu DDR-Zeiten kannte ich gar keine Leute, die Juden waren; ob Jude oder nicht, man ging ganz normal mit ihnen um. Heute werden aus Menschen wieder Juden gemacht. " - . Eine Forschung über jüdische Kom munisten? Gab es denn überhaupt Juden in der DDR?" - ,,Jüdischsein und Kommunist - wie paßt das zusammen?" - Typische Fragen und Kommenta re, die mir in den letzten Jahren immer wieder begegneten, wenn ich er wähnte, daß ich dabei sei, Interviews mit Eltern, Kindern und Enkeln aus Familien von jüdischen Kommunist/innen zu führen. Zu meinem Erstaunen stellte ich immer wieder fest: Vielen meiner Gesprächspartner/innen war nicht bewußt, daß vor allem Juden zu den Rückkehrer/innen gehört hatten, die sich nach 1945 aus politischen Gründen für ein Leben in der DDR ent schieden. Die Fragen und Kommentare ließen sich über diese Gemeinsamkeit hinaus allerdings in Ost- und West-Reaktionen unterscheiden: So interes sierten sich ehemalige DDR-Bürger/innen in der Regel für das Thema, um mehr über die Gesellschaft zu erfahren, in der sie aufgewachsen waren. Die meisten hatten sich noch nie Gedanken darüber gemacht, ob oder wie Juden in der DDR gelebt hatten; einige waren skeptisch und fragten sich, ob sie Ju den überhaupt als Juden wahrnehmen wollten.