Carl J. Friedrich - Böcker
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Vielleicht sollte ich mich für die Verwegenheit dieses Buches entschuldigen. Aber es erscheint mir als eine sehr vordringliche Aufgabe, die politische Erfahrung in ihrer Gesamtheit zu überblicken und zusammenzufassen, um zu sehen, ob sich aus ihr nicht eine Reihe allgemeiner Folgerungen darüber ergeben, wie eine politische Ordnung beschaffen sein muß. Und trotz der Gewagtheit eines solchen Unter nehmens meine ich, daß es in Angriff genommen werden sollte von jemandem, der sein Leben mit dem Studium dieser Erfahrungen verbracht hat, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, nicht nur in einem Land, sondern in mehreren, und nicht nur in pragmatischer, sondern auch in philosophischer Sicht. Die Unter lagen für eine solche Untersuchung vermehren sich sehr schnell, Bemühungen um den Auf- und Umbau politischer Ordnungen gibt es in der ganzen Welt, und die Unzufriedenheit mit den erzielten Ergebnissen ist sehr weit verbreitet. Natürlich möchte ich gleich hier betonen, daß dieses Werk weder der erste noch der letzte Versuch ist, die gesamte Erfahrung des Menschen im politischen Bereich zu ver arbeiten. Von der Politik des Aristoteles bis zu Arbeiten der Zeitgenossen haben die Fragen, um die es hier geht, die besten Denker beschäftigt. Und das ist verständlich genug, denn das Schicksal der Menschheit hängt letztlich davon ab, ob es gelingt, die menschlichen Beziehungen in einen Kosmos weltweiter Gemeinschaft einzu ordnen.
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letztlich zur politischen Gemeinschaft eine Wählerschaft von Durchschnittsmenschen, durchdrungen und bestimmt von gemeinsamen überzeugungen, Werten und Interessen, die für Institutionen, Politik und Entscheidungen maßgebend sind und gleichzeitig von ihnen geformt werden. Die Institutionen entwickeln sich auf Grund von Entscheidun gen stetig weiter, die zur Durchführung einer sich periodisch erneuernden Politik lau fend überprüft werden. Unsere Forschung muß also in gen au demselben Maß auf die politische Gemeinschaft, die am Beginn des Entscheidungsprozesses steht, wie auf die direkt für diese Entscheidungen Verantwortlichen ausgerichtet sein. In der Tat erzwingt nicht selten der Protest dieser stillen Partner die Revision von eilig getroffenen, ihre Meinung nicht berücksichtigenden Entscheidungen; 1965/66 war dies in Frankreich der Fall. Dabei ist auch noch zu bedenken, daß der Entscheidungsprozeß nicht ausschließ lich politischer Natur ist. Wenn ein Franzose sich »entscheidet«, eine Deutsche zu hei raten, kann seine Entscheidung auf überlegungen rein persönlicher Art beruhen; aber sie kann sich auch einer allgemeinen Tendenz einfügen und bestimmte politische Aus wirkungen haben, wenn er zum Beispiel wählt, an seinen Abgeordneten schreibt oder einen finanziellen Beitrag für eine politische Organisation leistet. Viele Autoren von heute neigen dazu, die Bedeutung des Entscheidungsprozesses in der Politik zu übertreiben und daher einen »dezisionistischen« Standpunkt zu vertreten 3. Man ist versucht, das Gewicht der Entscheidung für das Handeln zu überschätzen, vor allem in einigermaßen rationalisierten politischen Ordnungen. In Wahrheit ist selbst in solchen Ordnungen das Handeln oft nur Wiederholung oder Anpassung und birgt keinerleiechte Entscheidung.