Christian von Zimmermann – författare
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Eine Alltagsweisheit: Der Reisende in der Fremde führt das Gepäck des Eigenen mit sich, und der Lesende liest vor dem Horizont seiner eigenen Interessen und Erwartungen. Die vorliegende Studie nimmt ihren Ausgang von einer theoretischen Vertiefung dieser Gedanken. Die Frage, wie Spanien im 18. Jahrhundert im deutschen Sprachraum wahrgenommen wurde, wird erweitert durch die Frage nach den kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Bedingungen und Interessen im Umgang mit der Fremde. In Reiseberichten - als Artikulationsort einer primären Erfahrung des fremden Reiselandes - und Romanzen - als exemplarischer Form einer literarischen Aneignung spanischer Kultur - wird das je spezifische Verhältnis von Eigenem und Fremdem, die wechselnde Abgrenzung, Definition und Bewertung des Fremden analysiert.
Der erste Hauptteil der Arbeit bietet eine Dokumentation der deutschsprachigen Berichte von Spanienreisen, die in die Entwicklung der Reiseliteratur der Aufklärungszeit eingeordnet und hinsichtlich gattungsspezifischer und individueller Wahrnehmungsweisen untersucht werden (u.a. C.C. Plüer, J. Hager, Chr.A. Fischer, H.F. Link und W. von Humboldt). Im Überblick zur Präsenz spanischer Literatur in Deutschland skizziert der Verfasser den Horizont der Rezeption spanischer Kultur in Deutschland und zeigt Perspektiven für die weitere Erforschung der deutsch-spanischen Kulturbeziehungen auf. Der zweite Hauptteil greift einen Teilbereich der Adaption spanischer Literatur auf. Im historischen Überblick wie in Detailanalysen (u.a. J.W.L. Gleim, D. Schiebeler, J.G. von Herder) wird die Funktion der Rezeption spanischer Romanzen in der Frühgeschichte der Kunstballade untersucht.
Reiseberichte und Romanzen
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Der Band Kirchliche Schriften aus der Historisch-Kritischen Ausgabe der Werke Jeremias Gotthelfs (d. i. Albert Bitzius) umfasst Textgruppen, die im Zusammenhang mit der Ausbildung zum Theologen sowie den Ämtern des Vikars und Pfarrers stehen. Bislang unveröffentlicht sind u. a. Vorlesungsmitschriften, Exzerpte und exegetische Studien, die Bitzius vor allem während seiner Vikariatszeit verfasste.Zu dem von ihm behandelten Themen gehört auch die Stellung des Pfarrers im neuen liberalen Staatswesen der Regenerationszeit. Die Chronik von Lützelflüh mit ihrem eindrücklichen Prolog zur historischen Weltlage folgt einem Auftrag der Gemeinde an den Pfarrer, der zum Chronisten bestellt wurde.
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Seit zwanzig Jahren setzt die Forschung zu Leben, Werk und Wirken von Jeremias Gotthelf neue Akzente. Sie erkundet die innovative Poetik seiner volkspädagogischen Erzählungen als Alternative zu gängigen Traditionen realistischen Erzählens, und sie ersetzt das Bild des Moralpredigers durch jenes eines aufgeklärten und modernen Pfarrers. An die Stelle des reaktionären Bauerndichters tritt das Bild eines Analytikers der ökonomischen und sozialen Bedingungen der Armut. Früh sah Gotthelf die Problemseiten der Industrialisierung und erkannte genauso die Folgen eines Festhaltens an alten Formen des Wirtschaftens. Sein Einsatz für die Schule korrespondierte mit zeitgemäßen pädagogischen Bemühungen; sein publizistisches Wirken diente den Prozessen der politischen Meinungsbildung in einer für ihre Zeit freien republikanischen Gesellschaft. Begriffe wie Freiheit, Gleichheit, Mündigkeit, Fürsorge, Kommunalität und Anthropologie prägen die Gotthelf-Debatten der letzten Jahre. Gotthelfs Werken wird nur ein interdisziplinärer Blick gerecht. Erstmals versucht das Gotthelf-Handbuch diesen Forschungsstand zu sichern und damit zu weiterer Forschung einzuladen.