Jesko Reiling – författare
Die Genese der idealen Gesellschaft
Studien zum literarischen Werk von Johann Jakob Bodmer (1698–1783)
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Mit dieser Arbeit wird erstmals das literarische und poetologische Schaffen von Johann Jakob Bodmer (1698-1783) umfassend analysiert. Aus ideengeschichtlicher Perspektive werden lokale und europäische Debatten miteinander in Bezug gesetzt und so ein neues Profil des Meinungsführers der Zürcher Aufklärung entworfen, das die negativen Urteile der Literaturgeschichte revidiert. In moralischen Wochenschriften, biblischen Epen, politischen Dramen und Kinderschauspielen propagierte Bodmer anthropologische und soziale Modelle der ‚Empfindsamkeit‘, die er ‑ weit radikaler als die meisten deutschen Dichter ‑ als politische Basis einer jeden Gesellschaft verstand. Seine Dichtungen nutzte Bodmer, um in wechselnden historischen Milieus sein vom Naturrecht geprägtes Ideal des natürlichen Menschen als ewig geltendes moralisches und politisches Vorbild zu preisen.Ähnlich wie später Herder oder Schiller sah bereits Bodmer die Literatur als wirkungsvollstes, gesellschaftserneuerndes Medium an. Das Herzstück seiner ars popularis bildet die „Grundwissenschaft der Character“, die Bodmer methodologisch aus der Historiographie, Sittenlehre und Dichtkunst ableitete. Hierdurch leistete er einen innovativen Beitrag zur Geschichte der modernen Poetik.
Vergessene Konstellationen literarischer Öffentlichkeit zwischen 1840 und 1885
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Vergessene Konstellationen literarischer Öffentlichkeit zwischen 1840 und 1885
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Seit zwanzig Jahren setzt die Forschung zu Leben, Werk und Wirken von Jeremias Gotthelf neue Akzente. Sie erkundet die innovative Poetik seiner volkspädagogischen Erzählungen als Alternative zu gängigen Traditionen realistischen Erzählens, und sie ersetzt das Bild des Moralpredigers durch jenes eines aufgeklärten und modernen Pfarrers. An die Stelle des reaktionären Bauerndichters tritt das Bild eines Analytikers der ökonomischen und sozialen Bedingungen der Armut. Früh sah Gotthelf die Problemseiten der Industrialisierung und erkannte genauso die Folgen eines Festhaltens an alten Formen des Wirtschaftens. Sein Einsatz für die Schule korrespondierte mit zeitgemäßen pädagogischen Bemühungen; sein publizistisches Wirken diente den Prozessen der politischen Meinungsbildung in einer für ihre Zeit freien republikanischen Gesellschaft. Begriffe wie Freiheit, Gleichheit, Mündigkeit, Fürsorge, Kommunalität und Anthropologie prägen die Gotthelf-Debatten der letzten Jahre. Gotthelfs Werken wird nur ein interdisziplinärer Blick gerecht. Erstmals versucht das Gotthelf-Handbuch diesen Forschungsstand zu sichern und damit zu weiterer Forschung einzuladen.