Fabian Lampart – författare
Figurenwissen
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Der Sammelband liefert einen Beitrag zum Forschungsgebiet ‚Literatur und Wissen‘ und knüpft zugleich an die jüngere narratologische Diskussion zu literarischen Figuren an. Er präsentiert eine Reihe von Fallstudien, die Figurendarstellungen in fiktionalen narrativen Texten aus verschiedenen Nationalliteraturen und Epochen (vom 14. bis zum 20. Jahrhundert) analysieren. Die allen Einzelstudien übergeordnete Frage ist die nach den Funktionen des Wissens bei der Produktion und Rezeption literarischer Figuren: Untersucht wird, wie historische Formationen anthropologischen Wissens in literarische Figurenkonzeptionen eingegangen sind, wie Autoren die narrative Figurengestaltung zur Vermittlung von Wissen über Geschichte und Gesellschaft nutzen und welche Wissensstrukturen in die Rezeption literarischer Figurendarstellungen involviert sind. Die literaturwissenschaftlichen Untersuchungen werden ergänzt durch Beiträge aus Geschichtswissenschaft, Linguistik und Philosophie, die sich mit Figuren- bzw. Personendarstellungen außerhalb der Literatur und mit den Konzepten der Person und der personalen Identität befassen.
Nachkriegsmoderne
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In diesem Band untersucht der Autor die Transformationen der deutschsprachigen Lyrik zwischen 1945 und 1960. Problematisiert wird das literarhistorische Analysemodell, demzufolge die westdeutsche Nachkriegsliteratur nach dem nationalsozialistischen Traditionsbruch vor allem durch eine Anverwandlung der ''klassischen'' Moderne westlicher Prägung charakterisiert sei. Deshalb geht es zunächst um die Rekonstruktion von Moderne als Diskussionszusammenhang, der im literarischen Leben nach 1945 sukzessive reflektiert und neu ausgehandelt wird, vor allem mit Blick auf kulturkritisch geprägte literaturpolitische Selbstverständigungsprozesse der frühen Nachkriegsjahre. Im Zentrum stehen exemplarische Studien zu Gottfried Benn, Bertolt Brecht, Günter Eich, Peter Huchel, Karl Krolow, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Peter Rühmkorf und Hans Magnus Enzensberger. Ergebnis der Untersuchung ist die kritische Revision der prominenten Auffassung einer raschen Assimilation von Poetiken der lyrischen Moderne nach 1945. Stattdessen wird Nachkriegsmoderne als komplexe ästhetische Übergangs- und Orientierungsphase vor dem Hintergrund der von Restauration und Modernisierung geprägten janusköpfigen 1950er Jahre vorgeschlagen.
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Das historische Erzählen ist im 19. Jahrhundert eine der prominentesten narrativen Formen. Aber es ist immer auch zukunftsaffin. In diesem Band wird diese Kehrseite der Vergangenheitsorientierung in historischer und systematischer Perspektive entlang folgender Leitfragen untersucht: Wie können Zukunftsreflexionen in Genres analytisch und konzeptionell gefasst werden, die nicht programmatisch dem Zukunftssujet verpflichtet sind? Wie ist das Wissen um Zukunft organisiert und ästhetisch strukturiert? Wie verhält sich eine solche implizite ästhetische Problematisierung von Zukunft gegenüber expliziten Zukunftsmodellen der entstehenden Science Fiction? Mit Beiträgen vonUrs Büttner | Felix Christen | Florian Kappeler | Fabian Lampart | Yashar Mohagheghi | Nathalie Moser | Barry Murnane | Urte Stobbe | Evi Zemanek