Franz Viktor Spechtler – författare
Die geistlichen Lieder des Mönchs von Salzburg
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Der Sängerpoet Neidhart gilt neben Walther von der Vogelweide als einer der originellsten, erfolgreichsten und wirkungsvollsten Lieder‑Autoren des deutschsprachigen Mittelalters. Speziell zu Neidhart gibt es derzeit jedoch keine Überblickdarstellung zur Dokumentation des aktuellen Forschungsstandes, da die Monographie von Günther Schweikle seit Längerem vergriffen und offenbar keine Neuauflage bzw. Neubearbeitung geplant ist. Zweck des Handbuches soll es sein, unter Berücksichtigung der Gesamt‑Überlieferung (so wie sie in der Salzburger Neidhart‑Edition SNE 2007, hrsgg. von U. Müller, I. Bennewitz und F. V. Spechtler publiziert ist) einen Überblick über das gesamte Werk und die damit verbundenen Themenbereiche zu geben. Der Querschnitt wird somit zum einen unser heutiges Wissen über den historischen Autor, zum anderen über die unter dem Namen Neidhart überlieferten Lieder einschließlich der sog. ‛Neidharte’ umfassen, jener Lieder also, die im Stil Neidharts eine fortgesetzte produktive Rezeption erfahren haben. Das Handbuch möchte unter Einschluss der bisherigen Forschung zudem einen Ausblick auf die künftigen Aufgabenstellungen in der Neidhartforschung geben.
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Der Sängerpoet Neidhart gilt neben Walther von der Vogelweide als einer der originellsten, erfolgreichsten und wirkungsvollsten Lieder‑Autoren des deutschsprachigen Mittelalters. Speziell zu Neidhart gibt es derzeit jedoch keine Überblickdarstellung zur Dokumentation des aktuellen Forschungsstandes, da die Monographie von Günther Schweikle seit Längerem vergriffen und offenbar keine Neuauflage bzw. Neubearbeitung geplant ist. Zweck des Handbuches soll es sein, unter Berücksichtigung der Gesamt‑Überlieferung (so wie sie in der Salzburger Neidhart‑Edition SNE 2007, hrsgg. von U. Müller, I. Bennewitz und F. V. Spechtler publiziert ist) einen Überblick über das gesamte Werk und die damit verbundenen Themenbereiche zu geben. Der Querschnitt wird somit zum einen unser heutiges Wissen über den historischen Autor, zum anderen über die unter dem Namen Neidhart überlieferten Lieder einschließlich der sog. ‛Neidharte’ umfassen, jener Lieder also, die im Stil Neidharts eine fortgesetzte produktive Rezeption erfahren haben. Das Handbuch möchte unter Einschluss der bisherigen Forschung zudem einen Ausblick auf die künftigen Aufgabenstellungen in der Neidhartforschung geben.
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Neidhart ist neben Walther von der Vogelweide der bedeutendste und erfolgreichste Minnesänger der mittelhochdeutschen Literatur. Die Überlieferung des lyrischen Werks, das in ‚Sommer-‘ und ‚Winterlieder‘ unterteilt wird, ist reich. Sie umfasst ca. 140 Lieder, z. T. mit Melodien. Neidharts Schaffenszeit wird auf das erste Drittel des 13. Jahrhunderts datiert. Das Besondere seines Œuvres liegt in der parodierenden Übertragung des höfischen Minnesang-Konzepts auf die bäuerliche Welt: Nicht mehr Burg und Kemenate sind der Schauplatz, sondern der Dorfanger. In den ‚Sommerliedern‘ erscheint das Sprecher-Ich als bei Tanz und Spiel von den Bauernmädchen begehrter Hofmann, in den ‚Winterliedern‘ hingegen als vergeblich um deren Gunst werbender, gegen die bäurischen Nebenbuhler unterliegender Minneritter. Neidharts Motiven und Figuren war eine reiche Wirkung beschieden, u. a. in der späteren Schwankliteratur.
Diese an der Universität Salzburg erstellte Neuedition seines Werkes ist eine philologische Sensation: Nach jahrzehntelanger Aufarbeitung der gesamten Überlieferung, die von der Forschung in zahlreiche, auf komplizierte Weise miteinander in Beziehung stehende Handschriftenblöcke unterteilt wird, bietet sie gut 150 Jahre nach der ersten Ausgabe durch Moriz Haupt (1858) den Text aller unter Neidharts Namen überlieferten Lieder in kritischer Edition mitsamt den Melodien. Erstmals sind alle bekannten Textzeugen in Pergament- und Papierhandschriften sowie in Drucken berücksichtigt, also auch die sog. ‚Pseudo-Neidharte‘. Divergierende Textfassungen werden im Paralleldruck präsentiert. Durch Apparate und Kommentare sowie eine Bibliographie und Diskographie wird die gesamte Überlieferungs- und Editionsgeschichte der Lieder umfassend erschlossen. Die Ausgabe ist ein Meilenstein der Germanistischen Mediävistik und künftig der Ausgangspunkt jeder Neidhart-Forschung.