Rainer Eisfeld – författare
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2011 brach die ''Eschenburg-Kontroverse'' aus, als Theodor Eschenburg - Industrieverbandsfunktionär 1933-45, Lehrstuhlinhaber seit 1952 - die Beteiligung an einer ersten ''Arisierung'' nachgewiesen wurde. Anhänger und Verehrer, die er ausgebildet, promoviert, habilitiert hatte, hielten an ihrem Ideal fest. 2013 schaffte die Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft den nach ihm benannten Lebenswerk-Preis trotzdem ab. Dieser Band enthält Faksimiles der archivalischen Belege. Er dokumentiert und kommentiert die Kontroverse und ordnet sie ein in die aktuellen Debatten um Zeithistoriker und spätere Politologen im „Dritten Reich“. Gleichzeitig treibt der Kommentar Rainer Eisfelds die Forschung über Eschenburg weiter voran durch Auswertung bislang nicht oder nur teilweise genutzter Archivbestände.
"Ein wichtiger Beitrag zur Rolle der ''Geisteswissenschaftler'' im Nationalsozialismus, den niemand umgehen kann" (Peter Schöttler, Paris/Berlin, Herausgeber des Bandes Geschichtsschreibung als Legitimationswissenschaft 1918-1945).
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Die deutsche Pluralismusdiskussion blendet den internationalen Kontext aus. Seit Jahrzehnten tritt sie auf der Stelle. Weder hat sie die amerikanischen Quellen präzise bestimmt, die in Ernst Fraenkels „neopluralistischen“ Ansatz eingeflossen sind. Noch hat sie sich ernstlich mit Harold Laskis und Robert A. Dahls weiterreichenden Konzepten beschäftigt, die zusammengeflossen sind: erstens in Dahls Diagnosen der Hürden pluralistischer Demokratie und zweitens seiner Vision einer „dritten demokratischen Transformation“, welche größere politische Ressourcen-, damit aber Chancengleichheit überhaupt erst zu schaffen hätte. Noch hat sie schließlich die Debatten um einen auf wirksame Teilhabe in Verschiedenheit gerichteten ethno-kulturellen Pluralismus aufgegriffen, die in den Einwanderungsgesellschaften der Gegenwart rasant an Bedeutung gewonnen haben. Dieses Buch hilft diesen Mängeln ab. Als Gegenprogramm zu wieder aufgelebten völkischen Rattenfängerparolen entwickelt es im Detail das Leitbild eines egalitärer geprägten, partizipatorisch ausgeweiteten, politischen wie wirtschaftlichen, kulturellen wie ethnischen Pluralismus.
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Europaweit und darüber hinaus unterliegen Demokratien alarmierender Aushöhlung. Rapider wirtschaftlicher, kultureller, politischer Wandel weckt Unsicherheiten und Aggressionen; Politiker, Parteien, selbst Regierungen versuchen Bürger durch systematische Lügen zu täuschen; neoliberale Deregulierungen schwächen die Bereitschaft zum zivilgesellschaftlichen Engagement; schroffe Einkommens- und Vermögensunterschiede treiben die Demokratie in Richtung Plutokratie; fremdenfeindliche Vorurteile polarisieren Gesellschaften; Antiterrorismus-Strategien untergraben bürgerliche Freiheiten; Vetospieler hemmen klimapolitischen Wandel.
Zugleich wird seit Jahren gestritten über die Fragmentierung der Politikwissenschaft, ihre zweifelhafte Relevanz und ihre Abkopplung von der breiten Öffentlichkeit. Dieses Buch ist die erste umfassende Studie, die beide Fragenkomplexe miteinander verknüpft und präzise zu ergründen sucht: Wie kann, wie sollte die Politikwissenschaft dem Niedergang der Demokratie in jedem der erwähnten Bereiche entgegenwirken?
Rainer Eisfelds Antworten lauten: Entwicklung einer Wissenschaftskultur öffentlichen Engagements; Auseinandersetzung mit Ursprüngen, Mustern und partizipativer Bewältigung durchgängigen Wandels als Hauptgegenstand der Disziplin; kategorisches Auftreten gegen Tendenzen zu einer Herrschaft notorischer Lügner; Konzentrierung der Forschungsprioritäten auf die Schlüsselbereiche, in denen Demokratie sich zurückbildet; für Laien zugängliche Darstellung gewonnener Resultate; Erweiterung der Analyse zur Präsentation konkreter Gestaltungsvorschläge.Dazu, so Eisfelds Fazit, bedarf es einer Disziplin, die als normativ orientierte, empirisch gestützte Demokratiewissenschaft brisanten Problemen den Vorrang einräumt vor ausgefeilten Methoden und bürgernaher Relevanz vor immer weiterer Spezialisierung.293 kr
Tillfälligt slut
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