Stephanie Wodianka – författare
Mythosaktualisierungen
Tradierungs- und Generierungspotentiale einer alten Erinnerungsform
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Zwischen Mythos und Geschichte
Ästhetik, Medialität und Kulturspezifik der Mittelalterkonjunktur
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Film und kulturelle Erinnerung
Plurimediale Konstellationen
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Medien werden erst durch bestimmte Formen des sozialen Gebrauchs zu „Medien des kollektiven Gedächtnisses“. Auch das Phänomen eines „Erinnerungsfilms“ (wie z.B. Das Leben der Anderen, Hotel Ruanda, On connaît la chanson) entsteht erst im plurimedialen Zusammenhang, durch seine Einbettung in ein komplexes mediensystemisches Netzwerk, das ihn durch verschiedene Formen der Bezugnahme zu einem solchen macht. Die im Band konturierte erinnerungskulturwissenschaftliche Filmanalyse macht diese Konstellationen in ihrem Funktionieren sichtbar.
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Die mehrfach komparatistisch angelegte Arbeit legt den Akzent auf die Untersuchung französischer und italienischer Mittelalterdiskurse von 1945 bis zur Gegenwart. „Mythos“ und „Geschichte“ werden zunächst als zwei verschiedene Modi des Vergangenheitsbezuges theoretisch profiliert. Diese Unterscheidung wird in ihrem Erkenntnispotenzial anhand einer historischen Figur mit Tendenz zur Mythisierung (Jeanne d’Arc) und eines literarischen Mythenkomplexes mit Tendenz zur Historisierung (Matière de Bretagne) erprobt.
Die europäische Jeanne- und Artusliteratur des 12. bis 15. Jahrhunderts erweist sich als ästhetischer, nationaler und erinnerungskultureller Bezugspunkt der Romania. Leitfrage ist dabei, inwiefern die Konjunktur des Mittelalters von Binnenstrukturen geprägt ist (medienspezifisch, chronologisch, nationalspezifisch) und inwiefern dabei unterschiedliche Privilegierungen eines Erinnerns als „Mythos“ oder als „Geschichte“ eine Rolle spielen, auch im Vergleich mit der Mittelalterkonjunktur in Deutschland und England/USA.
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Was macht Mythen für Erinnerungskulturen attraktiv? Wie lässt sich ‚das Mythische‘ und dessen Anpassungsfähigkeit als Erfolgskonzept beschreiben? Mythosaktualisierungen betreffen nicht nur mythische Inhalte, sondern auch ganz wesentlich die Medien mythisierenden Erinnerns sowie den Status dieses Erinnerungsmodus – z.B. im Verhältnis zu Geschichte oder individueller Erfahrung. Mythen existieren nicht an sich und können auch nicht in einer wie auch immer zu denkenden ‚Reinform‘ erinnert werden. Sie sind nicht nur Objekte des kulturellen Gedächtnisses, sondern als spezifische Verfahren der Erinnerung mit ihrer medialen Erscheinungsweise derart verschmolzen, dass Tradierung und Generierung performativ im Erinnerungsvollzug ineinander greifen. Dieses Simultan von Weitergabe und Stiftung von Erinnerung zeigt der vorliegende Band aus literatur- und medienwissenschaftlicher, kommunikationswissenschaftlicher, politologischer und geschichtswissenschaftlicher Perspektive auf. Dabei geht es programmatisch nicht nur um Mythen, deren Ursprung in der Antike liegt, sondern auch um solche rezenterer Entstehungskontexte – um auf diese Weise zu vermeiden, Mythosaktualisierungen auf eine rein inhaltliche Ebene zu reduzieren und eine bis heute produktive Erinnerungsform auf einen exklusiven Entstehungszeitraum ‚echter Mythen‘ zu verweisen.
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Betrachtungen des Todes
Formen und Funktionen der ›meditatio mortis‹ in der europäischen Literatur des 17. Jahrhunderts
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Zukunftsnarrative
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Cultural encounters are often being stylized not only as experiences of uncontrollability and unpredictability par excellence, but also as challenges to planning and predicting. The history, the different forms and the consequences of this phenomenon are the main issues discussed in this volume. The contributions show that chaos and control are not mutually exclusive in the "contact zone" (Mary Louise Pratt); on the contrary, they stand in relation to each other - be it as a competence or as an interpretive scheme.