Uwe Mayer – författare
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Von den etwa 50 Texten des Bandes waren nur fünf bisher ganz oder teilweise im Druck zugänglich, insgesamt etwa ein Drittel des Bandumfangs. Den größten Anteil daran hat die 1993 erstmals von E. Knobloch vollständig kritisch edierte Handschrift der Abhandlung zur arithmetischen Kreisquadratur vom Sommer 1676. Leibniz hat bereits kurz nach seiner Entdeckung der Kreisreihe eine Darstellung des Ergebnisses für eine Publikation verfasst. Nach mehreren Umarbeitungen in den folgenden Jahren schrieb er ab dem Frühjahr 1676 an einer Abhandlung, die er laufend thematisch erweiterte, wie die erhaltenen Entwürfe zeigen. Aus einer kurzen Darstellung seiner Transmutationsmethode und der daraus abgeleiteten Kreisquadratur durch die später nach ihm benannte unendliche Reihe entwickelte sich schließlich eine streng bewiesene Grundlegung der Kurvenquadratur mittels infinitesimaler Größen, in der die Quadratur der Kegelschnittkurven, der höheren Parabeln und Hyperbeln sowie der Logarithmuskurve behandelt werden. Neben der Leibniz-Reihe und der zugehörigen Hyperbelreihe enthält die Abhandlung auch die meisten Resultate von Leibniz in der Reihenlehre sowie einige spezielle Ergebnisse. Es handelt sich dabei um den umfangreichsten zusammenhängenden mathematischen Text, den Leibniz jemals verfasste. Bei seiner Abreise aus Paris im Oktober 1676 nahm Leibniz wohl die überlieferte Endfassung mit, ein für den Druck vorgesehenes Manuskript ließ er bei seinem Freund Soudry in Paris zurück. Das Manuskript ging im Herbst 1679 beim Transport nach Hannover verloren. Neben den Entwürfen und Studien für die Abhandlung samt Einleitung finden sich in dem Band auch Exzerpte aus Schriften von Chr. Huygens, J. Gregory und P. Mengoli, gemeinsam mit E. W. v. Tschirnhaus bzw. J. Ozanam angefertigte Gesprächsnotizen sowie Berechnungen von G. Mohr und von Tschirnhaus für Leibniz.
Zwischen Präsenz und Repräsentation
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Konzeptionen des Mythos stehen oft im Zeichen der Präsenz und zielen auf Unmittelbarkeit und Überwältigung. Zugleich verweisen sie aber auch auf den Repräsentationscharakter des Mythos und betonen Aspekte der Vermittlung und Reflexion. Dieses Spannungsverhältnis – zwischen Präsenz und Repräsentation – bildet das Grundmotiv einer bisher unterschätzten Theorie- und Literaturgeschichte des Mythos, die von der griechischen Antike bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Dieser Geschichte nachzuspüren, ist das Ziel des interdisziplinär angelegten Bandes, der altphilologische, mediävistische und neuphilologische sowie komparatistische, philosophische und ethnologische Beiträge vereint.
Ausgehend von der gemeinsamen Frage nach Präsenz- und Repräsentationsaspekten eröffnen die Beiträge zum einen neue Perspektiven auf prominente Theorien des Mythos – von Aristoteles bis Hans Blumenberg. Zum anderen untersuchen sie exemplarische Werke der literarisch-künstlerischen Mythosrezeption – von der griechischen Tragödie und Ovids Metamorphosen bis zum mythologischen Comic des 21. Jahrhunderts. Dabei erschließen sich enge Wechselbezüge zwischen Mythos- und Literaturkonzeptionen.
Mythos als Zeugnis des Fremden
Mythostheorie und englische Literatur im Zeichen mythologischer Alterität
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Das Interesse am Mythos ist aus der europäischen Kultur- und Literaturgeschichte nicht wegzudenken. Es hat seinen Niederschlag in einer beinahe unüberschaubaren Vielzahl wissenschaftlicher Mythostheorien sowie in einer vielgestaltigen literarischen und künstlerischen Mythenrezeption gefunden. Dass dieses Interesse dabei nicht zuletzt dem Mythos als Zeugnis des Fremden gilt, ist die zentrale These der Studie. Mit dem neu eingeführten Begriff der mythologischen Alterität soll in diesem Sinne eine – bislang in ihrer Bedeutung sowie in ihrer Produktivität unterschätzte – Konstante im neuzeitlichen Mythosverständnis bzw. eine Gemeinsamkeit verschiedener Mythosauffassungen in den Fokus gerückt werden. So wird zum einen gezeigt, dass zahlreiche Theorien des Mythos (von Giambattista Vico und David Hume bis zu René Girard und Hans Blumenberg) ihre Gegenstände als Zeugnisse des kulturell oder auch des radikal Fremden beschreiben und interpretieren. Zum anderen wird anhand verschiedenartiger Beispiele aus der englischen Literatur vom 19. bis zum frühen 21. Jahrhundert erläutert, inwiefern auch in der literarischen Mythenrezeption das Fremde bzw. Differenzen von Eigenem und Fremdem thematisch und formal virulent werden.
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Das Interesse am Mythos ist aus der europäischen Kultur- und Literaturgeschichte nicht wegzudenken. Es hat seinen Niederschlag in einer beinahe unüberschaubaren Vielzahl wissenschaftlicher Mythostheorien sowie in einer vielgestaltigen literarischen und künstlerischen Mythenrezeption gefunden. Dass dieses Interesse dabei nicht zuletzt dem Mythos als Zeugnis des Fremden gilt, ist die zentrale These der Studie. Mit dem neu eingeführten Begriff der mythologischen Alterität soll in diesem Sinne eine – bislang in ihrer Bedeutung sowie in ihrer Produktivität unterschätzte – Konstante im neuzeitlichen Mythosverständnis bzw. eine Gemeinsamkeit verschiedener Mythosauffassungen in den Fokus gerückt werden. So wird zum einen gezeigt, dass zahlreiche Theorien des Mythos (von Giambattista Vico und David Hume bis zu René Girard und Hans Blumenberg) ihre Gegenstände als Zeugnisse des kulturell oder auch des radikal Fremden beschreiben und interpretieren. Zum anderen wird anhand verschiedenartiger Beispiele aus der englischen Literatur vom 19. bis zum frühen 21. Jahrhundert erläutert, inwiefern auch in der literarischen Mythenrezeption das Fremde bzw. Differenzen von Eigenem und Fremdem thematisch und formal virulent werden.
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