Waltraud Kannonier-Finster – författare
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Erinnern und VergessenDie AutorInnen entwickeln aus zeitgeschichtlicher, soziologischer und psychoanalytischer Perspektive einen kritischen Blick auf den Umgang mit der NS-Vergangenheit in Österreich. Sie stützen sich auf Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Wie haben Männer und Frauen das Erlebte verarbeitet, und welchen Sinn geben sie ihren lebensgeschichtlichen Erfahrungen aus dieser Zeit? Diese Fragen sind nicht unabhängig von kulturell etablierten Geschichtsbildern zu beantworten. Das individuelle Gedächtnis stützt sich stets auf gesellschaftlich vorherrschende Rekonstruktionen von Vergangenheit. Kritische ErinnerungsarbeitDas Buch ist erstmals 1993 und dann 1997 in einer zweiten Auflage erschienen. Die vorliegende Neuausgabe ist eine Überarbeitung der Studie von 1993 und enthält zwei neue Beiträge: Ruth Wodak führt in den zeitgeschichtlichen Kontext der Debatten um den damaligen Bundespräsident Kurt Waldheim ein. In einem Nachwort diskutieren Waltraud Kannonier-Finster und Meinrad Ziegler Aspekte, die die Studie auch für gegenwärtige Fragen einer kritischen Erinnerungsarbeit bedeutsam machen können. "Differenziert, normativ aber nicht moralisierend werden die vielen Grautöne in der österreichischen Vergangenheitspolitik der letzten Jahrzehnte klar vor Augen geführt. Nicht nur offizielle Stimmen sondern auch jedermann und jede Frau werden in den sensiblen und doch direkt geführten Interviews hörbar. Damit leistet dieses Buch einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis der komplexen Verflechtungen von Gefühlen, Meinungen, Ideologien und Interessen wie auch Fakten und Tatsachen in der österreichischen Nachkriegsgeschichte." (Ruth Wodak)
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Die Publikation enthält die unveröffentlichte Dissertation der österreichischen Sozialforscherin und Sozialpsychologin Marie Jahoda (1907-2001) aus dem Jahr 1932 mit 52 Protokollen über lebensgeschichtliche Interviews mit Frauen und Männern, die um 1850 geboren sind. Damit wird erstmals eine einzigartige Datenquelle erschlossen und der Öffentlichkeit präsentiert, die differenzierte Einblicke in die Arbeits- und Lebensverhältnisse in Wien im Zeitraum von 1850 bis 1930 eröffnet. Sozial gehören die Befragten unterschiedlichen Gruppen der Arbeiterschaft an, den Gewerbetreibenden, den Arbeitern in Handwerk oder Industrie oder - insbesondere die Frauen unter den Befragten – der Hausdienerschaft. Die Lebensgeschichten machen die ökonomische Dynamik und die mit ihr verbundene räumliche und soziale Mobilität der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten drei Dekaden des 20. Jahrhunderts nachvollziehbar. Der historische Text wird in drei unterschiedliche Kontexte eingebettet: Meinrad Ziegler erläutert den methodologischen und theoretischen Hintergrund der Dissertation und das Konzept der Lebenspsychologie von Charlotte Bühler. Josef Ehmer entwickelt einen Rahmen für das empirische Material und skizziert Sozialstruktur, Arbeits- und Lebensverhältnisse in Wien zwischen 1850 und 1930. Christian Fleck entwirft ein ausführliches Porträt über Leben und Werk von Marie Jahoda und verortet sie in den Sozialwissenschaften des 20. Jahrhunderts. Das Buch enthält auch rund 40 Abbildungen, die unterschiedliche Stationen von Leben und Werk Marie Jahodas illustrieren, sowie eine vollständige Bibliografie ihrer Erstveröffentlichungen."Es ist das Verdienst dieses Buches, eine bedeutende Sozialwissenschaftlerin in Erinnerung zu rufen, deren Leben und wissenschaftliches Werk in einzigartiger – und teilweise schmerzlicher Weise – die politische Geschichte Österreichs widerspiegelt."Helga Nowotny
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MARIE JAHODA (1907–2001), in Wien geborene Sozialforscherin, wurde vor allem als Koautorin der Studie "DIE ARBEITSLOSEN VON MARIENTHAL" bekannt. Nach ihrer Ausbürgerung aus Österreich im Jahr 1937 wirkte sie in New York, London und Sussex, wo sie 1973 als Professor of Social Psychology emeritierte. Ihr spezifischer Forschungsstil und ihr Konzept einer LEBENSNAHEN SOZIALFORSCHUNG sind gerade heute wieder hochaktuell und richtungsweisend.BAND 2: ARBEITSLOSE BEI DER ARBEITFünf Jahre nach dem Erscheinen von "Die Arbeitslosen von Marienthal" und nur ein Jahr nachdem sie aus Österreich ausgebürgert worden war, schrieb Marie Jahoda im englischen Exil 1938 diese ethnografische Studie über ein SELBSTHILFEPROJEKT FÜR ARBEITSLOSE BERGARBEITER in Wales.In einem Essay erläutert Meinrad Ziegler die historischen Zusammenhänge, in denen diese Studie entstanden ist. Er rekonstruiert Details des untersuchten Projekts und diskutiert es im Lichte der sozialpsychologischen Bedeutung von Arbeit, die Jahoda in den 1980er Jahren theoretisch ausgeführt hat. BAND 3: AUFSÄTZE UND ESSAYSDieser Band enthält eine AUSWAHL VON AUFSÄTZEN, ESSAYS UND REDEN MARIE JAHODAS, die zwischen 1937 und 1997 entstanden sind. Sie geben Einblick in die Breite der Fragestellungen, mit denen sich Jahoda in ihrem wissenschaftlichen Arbeitsleben beschäftigt hat. Ihre Forschungen waren stets auf grundlegende PROBLEM- UND KONFLIKTLAGEN der modernisierten GESELLSCHAFTEN DES 20. JAHRHUNDERTS bezogen.In ihren Texten erörtert sie unter anderem die sozialen Bedingungen von Nonkonformität und Unabhängigkeit, das Problem des NATIONALISMUS in einer GLOBALISIERTEN WELT, die Entstehung von VORURTEILEN UND ANTISEMITISMUS sowie Thesen zur sozialpsychologischen BEDEUTUNG VON ARBEIT.
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Tyska, 2021249 kr
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Die Sozialpsychologin Marie Jahoda (1907–2001) saß 1936/37 neun Monate in Haft. Ihr Verbrechen war, als Revolutionäre Sozialistin die Diktatur des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes bekämpft zu haben. Bei den Verhören und vor Gericht hielt sich Jahoda strikt an eine Regel der konspirativen Untergrundarbeit: Gib nur zu, was nicht mehr bestritten werden kann, und belaste andere nicht.
Häftad, Tyska
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