Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Friedrich-Alexander-Universitat Erlangen-Nurnberg (Lehrstuhl fur Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt), Veranstaltung: Hauptseminar: Flucht, Migration und Integration in der Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Christa Wolf setzt sich in ihrem Werk "e;Medea.Stimmen"e; mit einem Urtext der abendlandischen Zivilisation auseinander, und zwar mit dem Medea-Mythos. Seit Euripides "e;Medea"e; ist in den Kopfen der Menschen das Bild einer grausamen Frau verankert, die ihren Bruder, eine vermeintliche Freundin und schlielich ihre eigenen Kinder ermordet. Christa Wolf hegte berechtigte Zweifel an dieser von Mannerperspektiven gepragten Version und schrieb kurzerhand ihre eigene Medea-Figur, mit der sich diese Arbeit naher beschaftigen soll. Schwerpunkt dabei werden die Fremdheitserfahrungen der wolfschen Medea darstellen. Ziel der Arbeit ist es, die Fremdheitserfahrungen der Medea in Korinth sowohl nach au en als auch nach innen gerichtet, nachvollziehen zu konnen, denn diese zeichnen sie ma geblich als Person und Figur aus. Abschlie end soll die Frage beantwortet werden, inwiefern die gemachten Erfahrungen die Identitat und die Positionierung in der Gesellschaft der Figur Medea beeinflusst haben. Da dies auf einer theoretischen Grundlage geschehen soll, wird zunachst der Fremdheitsbegriff behandelt und verschiedene fur das Ziel dieser Arbeit relevante Perspektiven diesbezuglich beleuchtet, namlich die soziologische, die kulturanthropologische und die psychologische. Der zweite Teil der Arbeit beschaftigt sich mit den Fremdheitserfahrungen Medeas.