Notgemeinschaften der Wissenschaft
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in drei politischen Systemen, 1920 bis 1973
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Beskrivning
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wurde 1920 als "e;Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft"e; gegrundet. Schnell entwickelte sie sich zur wichtigsten Forderinstanz fur die Forschung an Hochschulen - und ist dies bis heute. Patrick Wagner untersucht die Geschichte dieser Organisation von der Grundung bis in die 1970er Jahre: Er beschreibt die Entwicklung ihrer Forderpolitik, deren langfristige Orientierung am Ideal des umfassend gebildeten Grundlagenforschers, das Ringen mit dem geldgebenden Staat um Autonomie bzw. Fremdsteuerung, die "e;Selbstmobilisierung"e; der DFG-Klientel fur die Kriegsziele des NS-Regimes und schlie lich die Suche nach neuen Leitideen ab Ende der 1940er Jahre. So wird erkennbar, dass die Notgemeinschaft/DFG sich als Vergemeinschaftung einer Leistungs- und Wertelite innerhalb der deutschen Wissenschaft verstand. Ihre Gutachter entschieden nicht einfach Projektantrage, sondern vor allem uber die Zugehorigkeit der Antragsteller zu dieser Elite und damit uber ihren Status innerhalb der Ordinarienuniversitat. Wie diese reformierte sich auch die DFG wahrend der 1960er und 1970er Jahre in einem langeren Prozess, der von der Offnung in Richtung USA, einem Generationswechsel und der Umverteilung von Einfluss zwischen den Disziplinen vorangetrieben wurde.