Judisch-Sein im nationalsozialistischen Deutschland

Gelebter Raum, gelebte Zeit

AvGuy Miron

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PDF, Tyska, 2026

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Die nationalsozialistische Verfolgung bedrohte die deutschen Judinnen und Juden in sich steigernden Formen, durch soziale, kulturelle und okonomische Ausgrenzung, Emigration oder Zwangsumsiedlung, Zwangsarbeit, Deportation und Konzentrationslager. Auch ihre Erfahrung von Raum und Zeit veranderte sich dadurch tiefgreifend. Judinnen und Juden waren mit einer immer starkeren Einengung des Lebens, einem Mangel an Moglichkeiten, ihre Zeit zu planen und zu gestalten, und den Schwierigkeiten des Wartens auf das Unbekannte konfrontiert. Wie gingen sie mit dem Ausschluss aus der Offentlichkeit um? Wie wurde ihr Gemeinschaftsleben neu organisiert und welche Veranderungen fanden im Privaten statt? Wie wirkte sich ihre zunehmende Not auf die Art und Weise aus, wie sie den Lauf der Zeit erlebten?Ausgehend von privaten Zeugnissen (Tagebucher, Korrespondenzen und Memoiren) und offentlichen Quellen (judische Zeitungen und Zeitschriften) rekonstruiert und analysiert Guy Miron den gelebten Raum und die gelebte Zeit wahrend der NS-Verfolgung. So bietet sich ein neuer Blick auf das Leben der deutschen Judinnen und Juden im Nationalsozialismus. Miron zeigt, welche Strategien und Praktiken sie entwickelten, um mit der neuen Realitat fertig zu werden, um mit dem immer kleiner werdenden Zugang zum offentlichen Raum umzugehen und im Gegenzug den traditionellen judischen Raum gewisserma en neu zu erfinden, neue Interpretationen der Vergangenheit zu schaffen und ihre Haltung gegenuber ihrer deutschen Identitat zu uberdenken. Die sich dabei zugleich entwickelnden judischen Raum- und Zeiterfahrungen bestimmten die existenziellen Horizonte und die Alltagspraxis der judischen Gemeinschaft. Ihre Praktiken brachten dabei, wie Miron zeigt, die kontinuierliche Bindung der deutschen Judinnen und Juden an Schlusselelemente des deutschen burgerlichen Habitus als auch ihren Kampf um die Aufrechterhaltung judischer Handlungsfahigkeit und eines judischen Widerstands unter der nationalsozialistischen Verfolgung zum Ausdruck.

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