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Ich will keinen Trost von niemandem
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Beskrivning
Mit seinem Romanzyklus Das magische Labyrinth wurde Max Aub zu einem der groen Chronist*innen der Traumata des 20. Jahrhunderts und einem der wichtigsten spanischsprachigen Autor*innen dieser Zeit. Weniger bekannt sind seine Theaterstucke, von denen der 1939 geschriebene Monolog Ich will keinen Trost von niemandem (im Original: De algun tiempo a esta parte ) nun von Stefanie Gerhold ubersetzt erstmalig auf Deutsch vorliegt. In ihm erklingt die Stimme von Emma, einer Katholikin aus Wien mit judischer Herkunft. Doch gleichzeitig hat diese Stimme keinen Ort. 1938, nach dem "e;Anschluss"e; Osterreichs, zwischen Reichspogromnacht und Deportationen, hat Emma alles verloren: ihren Sohn und ihren Ehemann, den die Nazis verschleppt und ermordet haben, ihren Wohlstand, ihre Wohnung, die sie fur die neuen Bewohner*innen putzen muss. An ihren toten Mann richtet sie ihre Worte, und es ist besonders dieser Umstand, der ihr fundamentales Alleinsein in einer verstorenden Umwelt betont. Die Entwurdigung und Entmenschlichung, die Emma erlebt, infiziert auch ihre Sprache: nuchtern, beinahe teilnahmslos wirkt diese zuweilen. In rhythmischen und zugleich wie isoliert stehenden Satzen konkretisieren sich wie in einem Prisma die zerstorten Lebenswege von Emma und ihren Bekannten denn sie sieht hin, wendet den Blick nicht von den Gewaltexzessen auf offener Stra e ab. Sie tut dies aus Pflichtgefuhl gegenuber den Ermordeten. Und aus einer Wut heraus, die, wie sie sagt, gro er ist als ihre Angst. Im Vorwort zu ihrer Ubersetzung und zur Entstehung dieses Werks, das Max Aub zu Beginn seiner eigenen Flucht aus Spanien 1939 in Paris geschrieben hat, erlautert Stefanie Gerhold das "e;Erzahlen in Splittern"e;, mit dem Aub seine eigene Fassungslosigkeit literarisiert. Die Unmoglichkeit, die Ereignisse einzuordnen, bestimmt auch die Perspektive seiner Figur. Das Nachwort von Albrecht Buschmann erlautert die Rezeptionsgeschichte und stellt diesen einzigartigen Monolog in den Kontext von Max Aubs Theater, das immer wieder um die existenzielle Erfahrung von Ausschluss und Verfolgung kreist.