Das Wort Geopolitik hat in den letzten Jahren eine steile Konjunktur erlebt. In nahezu allen Beschreibungen der internationalen Politik, besonders mit Bezug auf die Auenpolitik Russlands und der USA, findet es sich. Auch die EU-Kommissionsprasidentin Ursula von der Leyen spricht von einer geopolitischen Kommission , die die Europaische Union nun brauchte. Klaus Schlichte zeigt, dass eine Auffassung internationaler Politik entlang der Kategorien und Denkweisen der Geopolitik ein intellektuelles Elend ist. Es wird den Strukturen und Herausforderungen internationaler Politik der Gegenwart nicht gerecht. Au erdem fuhrt die Geopolitik ins Elend: Denn hinter dem Begriff, wie er gegenwartig genutzt wird, verbirgt sich blo es Machtstaatsdenken. Der Vorwurf der Machtstaatspolitik wird zwar vor allem der russischen und US-amerikanischen Regierung gemacht, aber viele andere Regierungen folgen den Figuren eines neuen Souveranitatsdiskurses. So vermindern sie nicht nur die Chancen internationaler Zusammenarbeit, sondern gefahrden den Frieden und die Moglichkeiten einer besseren Zukunft. Gibt es dazu Alternativen?