Carolin Behrmann – författare
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Im Grenzbereich von Bild, Recht und Ökonomie erhalten Bilder der Infamie und Diffamierung eine brisante Bedeutung. Wo im Spätmittelalter über eine Pädagogik der Scham die Schuldner bestraft werden sollten, um dem Schuld- und Vertragsrecht Beihilfe zu geben, stellen Schandbilder bis heute ein Mittel der moralischen Verurteilung und der diffamierenden Darstellung rechtswidrig handelnder Personen dar. Die Beiträge des Bandes diskutieren sowohl den mit ihnen verbundenen "Bildzauber" als auch die Bedeutung von Ehren- und Schandstrafen in der Rechtspraxis, wie der "pittura infamante" und dem Bildnisgebrauch im Rechtswesen im Allgemeinen.
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Ende des 16. Jahrhunderts ist in ganz Europa eine gewaltige Bildproduktion des christlichen Martyriums zu verzeichnen. Im Umkreis des Jesuitengenerals Claudio Acquaviva werden Kirchen und Kollegien mit grausamen Opfertoden ausgekleidet, die dann über Druckwerke weltweite Verbreitung finden. Jene Bilder, die das Gesetz, die Entscheidung und die Handlungen tyrannischer Regime als Folterqualen der Märtyrer visualisieren, warnen vor einer Bedrohung der eigenen Rechtsordnung. Die binäre Opposition von Gut und Böse ist nicht allein konfessionell oder politisch zu deuten, sondern als Verhandlung moralisch-juridischer Prinzipien. Die Bilder von Märtyrern und Tyrannen werden somit erstmals sowohl als Figuren der Theologie als auch des zeitgenössischen Rechtsgedankens evident.
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Im Grenzbereich von Bild, Recht und Ökonomie erhalten Bilder der Infamie und Diffamierung eine brisante Bedeutung. Wo im Spätmittelalter über eine Pädagogik der Scham die Schuldner bestraft werden sollten, um dem Schuld- und Vertragsrecht Beihilfe zu geben, stellen Schandbilder bis heute ein Mittel der moralischen Verurteilung und der diffamierenden Darstellung rechtswidrig handelnder Personen dar. Die Beiträge des Bandes diskutieren sowohl den mit ihnen verbundenen "Bildzauber" als auch die Bedeutung von Ehren- und Schandstrafen in der Rechtspraxis, wie der "pittura infamante" und dem Bildnisgebrauch im Rechtswesen im Allgemeinen.
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Ende des 16. Jahrhunderts ist in ganz Europa eine gewaltige Bildproduktion des christlichen Martyriums zu verzeichnen. Im Umkreis des Jesuitengenerals Claudio Acquaviva werden Kirchen und Kollegien mit grausamen Opfertoden ausgekleidet, die dann über Druckwerke weltweite Verbreitung finden. Jene Bilder, die das Gesetz, die Entscheidung und die Handlungen tyrannischer Regime als Folterqualen der Märtyrer visualisieren, warnen vor einer Bedrohung der eigenen Rechtsordnung. Die binäre Opposition von Gut und Böse ist nicht allein konfessionell oder politisch zu deuten, sondern als Verhandlung moralisch-juridischer Prinzipien. Die Bilder von Märtyrern und Tyrannen werden somit erstmals sowohl als Figuren der Theologie als auch des zeitgenössischen Rechtsgedankens evident.
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