Friedrich Vollhardt – författare
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Geschichte der Hermeneutik und die Methodik der textinterpretierenden Disziplinen
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Pluralisierungen
Konzepte zur Erfassung der Frühen Neuzeit
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Die Beiträge des Bandes diskutieren die Tragfähigkeit des Konzepts ‚Pluralisierung‘ als Leitkonzept für die Erschließung der Frühen Neuzeit. Pluralisierung meint zunächst die Vermehrung der in einem Lebens- und Kulturbereich relevanten Repräsentationen der Wirklichkeit und bedeutet darüber hinaus die Emergenz von ‚neuem‘ bzw. alternativem Wissen und das Entstehen kompetitiver Teilwirklichkeiten. Diese müssen aufeinander abgestimmt oder miteinander vermittelt werden. Dabei entstehen Formen des Dialogs über die Grenzen dieser Teilwelten hinweg, Konflikte werden ausgetragen und Wege der Konfliktbewältigung erprobt. Die von diesen Prozessen betroffenen Phänomene sind bekannt, etwa Konfessionalisierung, Ausdifferenzierung von Wissen, Verarbeitung der Begegnung mit der Neuen Welt, Ausbildung neuer Muster sozialen Verhaltens usw. Pluralisierung spielt sich erst in einem langen widerspruchsvollen Prozess ein, der in den Jahrzehnten um 1500 eine neue Dynamik entwickelt und in Konkurrenz zu Konzepten wie ‚Dialogisierung‘, ‚Konfessionalisierung‘, ‚Individualisierung‘, ‚Rationalisierung‘, ‚Sozialdisziplinierung‘ usw. steht. Die Beiträge und Fallstudien in diesem Band analysieren diesen Prozess und geben wichtige Impulse für Grundlagen der Frühneuzeit-Forschung.
Philologie als Wissensmodell / La philologie comme modèle de savoir
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Während die Philosophie noch bis Newton die wissenschaftlichen Bemühungen bezeichnet, wurde in der Frühen Neuzeit die Philologie sehr unterschiedlich verstanden: Sie konnte als universelles Wissen von dem, was sprachlich vermittelt wird, gesehen werden, aber auch als technische Behandlung der schriftlichen Urkunden oder als Ansammlung von unterschiedlichen Wissensbeständen in Gestalt einer Enzyklopädie. Der Band versucht, diese verschiedenen Aspekte näher zu beleuchten.
Eigentlich widerspricht der formellen Ansicht der Philologie als ars critica ihre enzyklopädische Bestimmung nicht. Die Konstitution von ‚Datenbanken‘ wird oft als Bedingung der Behandlung von Texten betrachtet, die ihrerseits dazu beitragen, sie zu bereichern. Die philologische Tätigkeit ist meistens auf ein Wissen angewiesen, das ihre Bemühungen rechtfertigt und das sie ausnutzt. Aber neben der Anhäufung nicht immer verwendbaren Wissens hat die Entwicklung bestimmter Verfahren sicher eine breitere, wenn auch nicht immer gebührend wahrgenommene Auswirkung gehabt. Um die Tragweite der Philologisierung der kulturellen Vergangenheit zu verstehen, sollte man sich zunächst von der technischen Textarbeit entfernen und sich dann für den intellektuellen Gestus interessieren, von dem die Philologie zeugt, wie die Entstehung der ‚kritischen Tätigkeit‘.
Gotthold Ephraim Lessings Religionsphilosophie im Kontext
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Das 18. Jahrhundert rückt zunehmend als ein Jahrhundert der Religionsphilosophie ins Bewusstsein der ideengeschichtlichen Erforschung der Aufklärung. In diesem Kontext bietet es sich an, den ‚Fragmentenstreit‘, eines der größten Medienereignisse des Jahrhunderts, neu auf sein Potential für eine philosophisch begründete Hermeneutik der Bibel zu befragen. Während die ‚Fragmente‘ als Quellentext aus der Feder des Hamburger Gelehrten Hermann Samuel Reimarus (1694-1768) zu analysieren sind, muss der Diskussionsbeitrag des Wolfenbütteler Bibliothekars Gotthold Ephraim Lessing als religionsphilosophische und hermeneutische Weiterführung dieser Kritik ohne eine Fixierung auf die lutherischen theologischen Gegner untersucht werden, um zu verstehen, was diese öffentliche Kontroverse für eine aufgeklärte Adaptation des Konzepts einer ›natürlichen Religion‹ bedeutet. Von den Schriften Lessings stehen dabei die Axiomata (1778) und die entstehungsgeschichtlich teils frühere, teils spätere Schrift Die Erziehung des Menschengeschlechts (1777/80) im Mittelpunkt, es zeigt sich jedoch, dass schon die frühe Dichtung Die Religion (1751) und Akzente in Emilia Galotti (1772) religionsphilosophisches Gewicht haben.
Offenbarung und Episteme
Zur europäischen Wirkung Jakob Böhmes im 17. und 18. Jahrhundert
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Die Wirkung der Schriften Jakob Böhmes reicht bis weit in das 20. Jahrhundert, sie betrifft sowohl die Religions- und Philosophiegeschichte als auch die Literatur und Kunst in ganz Europa. Der vorliegende Band versammelt ausgewählte Plenar- und Sektionsbeiträge einer Tagung, in denen erstmals die verzweigten und konträren Auseinandersetzungen mit dem Werk Böhmes zwischen dem frühen 17. und dem späten 18. Jahrhundert auf breiter Materialgrundlage dargestellt werden. Dabei wird erkennbar, welche Bedeutung die theosophisch-hermetistische Weltsicht ‑ die sich mit Elementen der new science des 17. Jahrhunderts verband ‑ für die Entwicklung des modernen Denkens gewonnen hat.
Unordentliche Collectanea
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Für die Ästhetik des 18. Jahrhunderts bezeichnet G.E. Lessings Laokoon: oder über die Grenzen der Mahlerey und Poesie (1766) einen markanten Höhe- und Wendepunkt. In Dichtung und Wahrheit äußert sich Goethe rückblickend: „Man muß Jüngling sein, um sich zu vergegenwärtigen, welche Wirkung Lessings Laokoon auf uns ausübte, indem dieses Werk uns aus der Region eines kümmerlichen Anschauens in die freien Gefilde des Gedankens hinriß. Das so lange mißverstandene ut pictura poesis war auf einmal beseitigt, der Unterschied der bildenden und Redekünste klar, die Gipfel beider erschienen nun getrennt, wie nah ihre Basen auch zusammenstoßen mochten.“ Der Band verfolgt das Anliegen, im interdisziplinären Dialog die produktive Offenheit dieser ‚unordentlichen Collectanea‘ (Laokoon, Vorrede) als konstitutives Element der Lessing’schen Ästhetik neu herauszuarbeiten. Lessing will keine systematische Ästhetik vorlegen, sondern ‚fermenta cognitionis‘, die in ihrer Summe jedoch nichts weniger als ein umfassendes Panorama der ästhetischen, kunst- und kulturhistorischen Problemlagen der Zeit bieten.
Religiöser Nonkonformismus und frühneuzeitliche Gelehrtenkultur
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In diesem Band werden die intellektuellen Voraussetzungen der soziokulturellen und politischen Rahmenbedingungen untersucht, die die Genese dissidenter Ideen und ihre Verbreitung im akademischen Umfeld der Frühen Neuzeit bestimmten. Dabei wird ein breites Spektrum interdisziplinärer Forschungsperspektiven zur religiösen Pluralisierung dargestellt.
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Noch vor kurzem erschien es kaum denkbar, dass in der westlichen Welt Konflikte entstehen könnten, die an längst vergangene Religionskriege erinnern. Der längere Zeit aus dem Theoriegespräch verschwundene Begriff der Toleranz hat sich hier als ein Konzept angeboten, mit dem nach einem Ausgleich der kulturellen Gegensätze gesucht werden kann. Hier wird nicht selten nach einer Begriffsbestimmung mit größerer historischer Reichweite gesucht. Eine historische Vergewisserung ist notwendig, da Ansätze zur Lösung der sich gegenwärtig stellenden Probleme noch immer in der auf die Frühe Neuzeit zurückgehenden naturrechtlich-politischen Diskussion und Begriffsgeschichte zu finden sind. Die Kriterien zur Rechtfertigung von Toleranz lassen sich aus den Konzeptionen entwickeln und an den Argumenten prüfen, die seit der Reformation die Auseinandersetzung über die Duldung fremder Konfessionen bestimmt haben. Auch die Grenzen der Toleranz und die mit dem Begriff verbundenen Paradoxien lassen sich vor diesem Hintergrund erörtern, wie die in diesem Band versammelten Beiträge zeigen.
Toleranzdiskurse in der Frühen Neuzeit
1 905 kr
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Noch vor kurzem erschien es kaum denkbar, dass in der westlichen Welt Konflikte entstehen könnten, die an längst vergangene Religionskriege erinnern. Der längere Zeit aus dem Theoriegespräch verschwundene Begriff der Toleranz hat sich hier als ein Konzept angeboten, mit dem nach einem Ausgleich der kulturellen Gegensätze gesucht werden kann. Hier wird nicht selten nach einer Begriffsbestimmung mit größerer historischer Reichweite gesucht. Eine historische Vergewisserung ist notwendig, da Ansätze zur Lösung der sich gegenwärtig stellenden Probleme noch immer in der auf die Frühe Neuzeit zurückgehenden naturrechtlich-politischen Diskussion und Begriffsgeschichte zu finden sind. Die Kriterien zur Rechtfertigung von Toleranz lassen sich aus den Konzeptionen entwickeln und an den Argumenten prüfen, die seit der Reformation die Auseinandersetzung über die Duldung fremder Konfessionen bestimmt haben. Auch die Grenzen der Toleranz und die mit dem Begriff verbundenen Paradoxien lassen sich vor diesem Hintergrund erörtern, wie die in diesem Band versammelten Beiträge zeigen.
Die drei Ringe
Entstehung, Wandel und Wirkung der Ringparabel in der europäischen Literatur und Kultur
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Die berühmte Ringparabel aus G. E. Lessings ›Nathan der Weise‹ hat bis in unsere Gegenwart hinein nichts an ihrer Faszinationskraft und Wirkmacht eingebüßt. Zahlreiche Versuche, die Ringparabel zu aktualisieren, bezeugen zwar die große Bedeutung des Textes in der gegenwärtigen Toleranzdebatte, führen aber zu einer instrumentellen Disqualifizierung der Erzählung zum feuilletonistischen Gemeinplatz. Auf diese Weise gerät nicht nur der komplexe ästhetische Rahmen der Parabel in Lessings ›Dramatischem Gedicht‹ aus dem Blickfeld; es wird auch vergessen, dass die Ringparabel selbst eine lange Überlieferungsgeschichte besitzt und dass sie ein ebenso zentrales Erzählmuster des Toleranz- wie des Intoleranzdiskurses darstellte. Der vorliegende Band möchte gegen die präsentistischen Reduktionen und Missverständnisse der Ringparabel die literarische Geschichte dieses wirkmächtigen Erzählmodells rekonstruieren und an diesem Leitfaden entlang eine Archäologie des europäischen Toleranzgedankens liefern. Erhellt werden zunächst die Transformationen der Parabel von der Antike bis zu Boccaccios Melchisedech-Novelle, um dann auf Lessing einzugehen und dessen Rezeption bis in die Moderne zu verfolgen.
1 926 kr
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Die berühmte Ringparabel aus G. E. Lessings ›Nathan der Weise‹ hat bis in unsere Gegenwart hinein nichts an ihrer Faszinationskraft und Wirkmacht eingebüßt. Zahlreiche Versuche, die Ringparabel zu aktualisieren, bezeugen zwar die große Bedeutung des Textes in der gegenwärtigen Toleranzdebatte, führen aber zu einer instrumentellen Disqualifizierung der Erzählung zum feuilletonistischen Gemeinplatz. Auf diese Weise gerät nicht nur der komplexe ästhetische Rahmen der Parabel in Lessings ›Dramatischem Gedicht‹ aus dem Blickfeld; es wird auch vergessen, dass die Ringparabel selbst eine lange Überlieferungsgeschichte besitzt und dass sie ein ebenso zentrales Erzählmuster des Toleranz- wie des Intoleranzdiskurses darstellte. Der vorliegende Band möchte gegen die präsentistischen Reduktionen und Missverständnisse der Ringparabel die literarische Geschichte dieses wirkmächtigen Erzählmodells rekonstruieren und an diesem Leitfaden entlang eine Archäologie des europäischen Toleranzgedankens liefern. Erhellt werden zunächst die Transformationen der Parabel von der Antike bis zu Boccaccios Melchisedech-Novelle, um dann auf Lessing einzugehen und dessen Rezeption bis in die Moderne zu verfolgen.
Toleranzdiskurse in der Frühen Neuzeit
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Als Romancier und Publizist als auch Philosoph und Wissenschaftspolitiker hat Friedrich Heinrich Jacobi in der Zeit um 1800 eine bedeutende Wirkung entfaltet. Der Band führt die auf verschiedene Disziplinen verteilte Forschung zu seinem Werk zusammen und stellt diese zur Diskussion.
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Als Romancier und Publizist als auch Philosoph und Wissenschaftspolitiker hat Friedrich Heinrich Jacobi in der Zeit um 1800 eine bedeutende Wirkung entfaltet. Der Band führt die auf verschiedene Disziplinen verteilte Forschung zu seinem Werk zusammen und stellt diese zur Diskussion.
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Der Sammelband bietet eine umfassende Darstellung der Lyrik in der Frühen Neuzeit. Die Studien des exzellenten Kenners der neulateinischen und deutschen Literatur interpretieren unbekannte poetische Werke der Zeit oder lassen solche des Kanons in einer veränderten Perspektive erscheinen. Dabei setzt sich ein Bild der Epoche aus den immensen Detailkenntnissen zusammen, die den Beiträgen zugrundeliegen. Statt einer kompendiösen Zusammenschau nur der prominenten Autoren und Werke bietet die Sammlung unerwartete Einblicke in Konstellationen und Kontroversen, Denkräume und Milieus, welche sich auch dann als signifikant erweisen, wenn es sich um scheinbare Seitenwege handelt. Gerade die von gelehrten Traditionen und einem vornehmlich imitativen Poesiebetrieb abweichenden Positionen sind für die gesellschafts- und wissenschaftsgeschichtlichen Fragestellungen aufschlussreich, die einen übergreifenden Zusammenhang stiften. Die ästhetische Form der einzelnen Gedichte, von denen die literaturgeschichtlichen Miniaturen ihren Ausgang nehmen, wird dabei stets berücksichtigt und so ein angemessenes Verständnis der komplexen Texte erreicht. Der Band dient damit sowohl einer Einführung in Grundsatzfragen der Epoche als auch der Orientierung über den Stand der Forschung zur frühneuzeitlichen Lyrik, da durch das reiche Quellenmaterial, das gesichtet und analysiert wird, unsere Kenntnisse nicht nur ergänzt, sondern neu geordnet werden.
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